Ganz einfach: Drucken mit Jeromin-Druckschablonen

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Beim Drucken von diesem Stoff mit unseren Druckschablonen wurden eine Reihe Schritt-für-Schritt-Fotos gemacht, so dass man sich Werzeug und Ablauf besser vorstellen kann.
Der Ablauf ist so einfach:
1. Schablone mit glänzender Seite auf den Stoff legen
2. Mit dem Schaumstoffroller Farbe aufnehmen und über die matte Seite der Schablone aufbringen
3. Schablone abheben und neu positionieren
4. Nach Beendigung des Druckens die Schablone in Wasser einweichen oder gleich unter fließendem Wasser reinigen

Arbeitsplatz
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Wie ich meinen Platz einrichte, darüber haben wir im vorigen Beitrag gesprochen.

Jeromin-Druckschablone
Unsere einzigartigen Druckschablonen bestehen aus einer transparenten Folie mit laserscharfen Motiven. Die Folie ist in einem stabilen Rahmen fixiert, wodurch sie sich prima handhaben lässt. Auf dem Foto oben sieht man die glänzende Seite der Folie (Motiv: Lampion), die beim Drucken auf den Stoff gelegt wird. Verteilt wird die Farbe auf der matten Seite der Folie mit einem Schwammroller.

Farbe
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Am besten druckt es sich mit DekaPrint, der noch etwas Trockungsverzögerer beigemischt wird.
Die Menge Trockungsverzögerer hängt u.a. von der Raumtemperatur ab (je wärmer, z.B. im Sommer oder wenn man direkt an einem Ofen druckt), desto mehr. Auch bei der Farbe Weiß verwende ich mehr. Auf dem Teller sieht man den einfachen Tropfenzähler, den ich für die Entnahme des Trockungsverzögerers benütze.
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Aufgenommen wird die Farbe mit einem Schwammroller. Ich mag diese 5mm-Größe mit stabilem Griff, der gut in der Hand liegt. Diese Roller bieten wir auch im Shop an.

Drucken
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Hier liegt die Druckschablone mit der glänzenden Seite auf dem Stoff, über die matte Seite der Druckschablone wird die Farbe mit dem Schwammroller verteilt.
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Auf diesem Foto ist nun die Farbe über das gesamte Motiv verteilt.
Beim neuerlichen Positionieren der Schablone habe ich das Motiv um 180° gedreht, damit etwas Abwechslung ins Druckbild kommt.
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Neben- und übereinander Drucken
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DekaPrint trocknet schnell, aber manchmal nicht so schnell, wie man drucken möchte.
Am besten, man beschleunigt den Trockungsprozess mit einem Föhn.
Man kann auch die noch leicht feuchten Nachbardrucke vorsichtig mit Druckerpapier abdecken, darf dieses Papier aber natürlich nicht verschieben.
Andererseits ist es kein Drama, wenn die Schablone teilweise einen noch leicht feuchten Druck berührt. Möglicherweise kommt etwas Farbe auf den Rahmen oder auf die glänzende Seite der Druckschablone. Das beeinträchtigt spätere Drucke überhaupt nicht (wie später hier noch zu sehen ist). Wichtig für die Schablone ist nur, dass beim späteren Säuberen das Motiv klar ausgespült wird.

Drucken über den Rand hinaus
Oft möchte man nur ein Teil des Motivs drucken. Um das Drucktuch zu schonen, legt man einfach ein Stück Druckerpapier unter den Stoff und druckt auf Stoff und Papier zugleich.
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Das Papier wird nach dem Drucken gleich wieder unter dem Stoff hervorgezogen.
Hier drucke ich das Motiv mit einer etwas dunkleren Farbe.

Fertig
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Nachdem Der Stoff fertig bedruckt ist, nehme ich ihn vom Drucktuch ab (möglicherweise vorher kurz anföhnen, damit die Druckmotive wischfest sind).
Nach 24 Stunden Trockungszeit kann der Druck mit Backtrennpapier abgedeckt und gebügelt werden (Fixierung).

Reinigung
Wasserbasierte Textilfarben trocknen schnell, deshalb müssen die Schablonen gleich gesäubert werden.
Angetrocknete Farbe lässt sich nicht mehr lösen und kann das Motiv beschädigen. Ein Eimer mit Wasser dient als Zwischenlager, wenn man die Druckschablone nicht gleich reinigen kann (oder beim Drucken unterbrochen wird).
Ein solches Einweichen hilft auch beim Lösen der Farbe, wenn man mit sehr trockener Farbe oder mit Weiß gearbeitet hat. Kein Problem, wenn man die Druckschablone für einige Tage im Wasser vergisst: sie ist nach dem endgültigen Reinigen gleich wieder einsetzbar.
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So hat meine Druckschablone auf der glänzenden Seite ausgesehen, nach sofortigen Reinigen (ohne Einweichen):
Ein klares, freigestelltes Motiv. An den Rändern setzt sich etwas Farbe ab. Außerdem befinden sich einige Teildrucke auf der Folie und am Rahmen.
Ich war beim Drucken zu ungeduldig… Auf den folgenden Fotos habe ich mit dieser Schablone gleich weiter gedruckt um zu zeigen, dass diese Farbe den folgenden Druckerfolg nicht beeinträchtigt.
Und so hat die Folie auf der matten Seide ausgesehen:
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Endgültig gereinigt wird die Schablone immer unter einem kräftigen Wasserstrahl.
Zuerst wird das Motiv von der glänzenden Seite her freigespült, indem die Schablone schräg unter das fließende Wasser gehalten wird. Ist das Motiv wieder transparent und klar, wird die restliche Farbe auf die gleiche Weise von der matten Seite her abgespült. Das geht in der Regel schnell, ohne dass ein Reiben oder Wischen notwendig wäre.
Möchten Sie doch ein Hilfsmittel verwenden, raten wir Ihnen zu einem großen weichen Pinsel.

Trocken tupfen
Die gereinigte Schablone lege ich auf Küchenkrepp flach auf den Tisch und tupfe die oben liegende Seide mit Küchenkrepp trocken. Ebenso wird mit der anderen Seite der Schablone verfahren.
Ist die Schablone völlig trocken, kann man sie lagern: am besten, wieder in die Klarsichthülle schieben. Ich bewahre die Schablonen, nach Größe geordnet, liegend in einer Büroablage auf.

Oder man kann gleich weiter drucken - wie hier.
Ich habe gleich anschließend mit derselben Schablone ein altes T-Shirt bedruckt. Um zu verhindern, dass die Farbe durchschlägt, muss in das Shirt zwischen die beiden Stofflagen eine Trennschicht geschoben werden. Wir verwenden gerne Moosgummi, weil dieses Material eine gute Druckunterlage abgibt.
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Oben sieht man, wie das Motiv an den unteren T-Shirt-Rand platziert wird.
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Hier sieht man, wie der zweite Druck am Ausschnitt entsteht.

Und das ist das fertig bedruckte T-Shirt
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