Archiv der Kategorie ‘Seidenmalerei‘

1×1 der Seidenmalerei: Einladung zur Buchvorstellung von Elisabeth Schwinge

Dienstag, den 20. März 2012

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Elisabeth Schwinge hat, zusammen mit Shahida Banach und Ute Patel-Mißfeldt, ein neues Grundlagenbuch über das Arbeiten auf Seide geschrieben.
Und das Buch ist wirklich toll geworden!
Die Beispiele sind so frisch, anregend und modern: ich würde am liebsten gleich ans Ausprobieren gehen!
Gut gefällt mir, dass alle Grundlagen der Seidenmalerei und alles Wissenswerte drumherum ausführlich beschrieben und schön bebildert wurde. Es gibt u.a. ein sehr gutes Kapitel über das Fixieren! All dies ist wichtig für diejenigen, die Lust haben, neu einzusteigen.
Aber auch für alle diejenigen, die die Grundlagen kennen, gibt es in diesem Buch viel Neues zu entdecken:
z.B. das Arbeiten mit der FunPump, Blueprint, Frottage, Drucken, Fadendruck, Monotypie, Siebdruck (wir sind stolz darauf, dass auch das Arbeiten mit unseren Druckschablonen Einzug in das Buch gefunden hat!), Ausbrennen mit Dévorépaste, Spachteln, Entfärben, Batik, Shibori…
Und zu all diesen Themen gibt es farbenprächtige Beispiele und gute Anleitungen!

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EINLADUNG!
Wir freuen uns sehr, dass Elisabeth Schwinge
am Samstag um 11 Uhr
bei uns im Geschäft in Mannheim ihr Buch vorstellt!

Dazu laden wir euch alle herzlich ein!
Elisabeth Schwinge wird über die Entstehung des Buchs berichten, viele Beispiele und Anregungen mitbringen und gerne alle Fragen zu Techniken und Design beantworten.
Das wird sicher wieder spannend und inspirierend!

Unsere Adresse:
Jeromin (Werkladen Textil)
A3, 5
68159 Mannheim
Telefon 0621/24898
(Bitte ruft bei Interesse an, damit wir ausreichend Sitzplätze vorbereiten können)
So findet ihr unser Geschäft

Neu im Shop
Textilfaserstifte + Stoffmalkreiden

Montag, den 18. Juli 2011

Es ist ihre Vielseitigkeit und einfache Anwendbarkeit, die mich an Textilstiften begeistert!
Man kann damit schreiben, kritzeln, malen, zeichnen, Details anbringen, mustern, konturieren… und toll mit anderen Farben, wie zum Beispiel Stoffmal- und Seidenmalfarben kombinieren.
Während ich an diesem Tuch gemalt habe, habe ich sie schätzen gelernt!

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Faserstifte sind mit bügelfixierbaren Farben gefüllt und eignen sich deshalb für alle Naturstoffe wie Seide, Baumwolle, Leinen usw.
Einfach malen, trocknen lassen, bügeln - das wars schon! Sneakers, Baumwolltaschen, T-Shirts, Schals… alles lässt sich rasch verschönern!

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Deka DuoPen sind besonders praktisch, weil sie zwei unterschiedliche Spitzen aufweisen. Ihre Farben entsprechen denen der Deka Stoffmalfarben, sind also schön leuchtend und fein abgestimmt!

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Die Fasermaler im Set haben noch einmal andere Spitzen und Farbtöne, so dass sich alles prima kombinieren lässt.

Beim Herumprobieren auf verschiedenen Stoffen haben sich die Stifte sogar auf leichten Seidenstoffen bewährt.

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In Kombination mit Stoffmalkreiden lassen sich vielfältige Markierungen und Zeichnungen herstellen, sogar auf dunkel vorgefärbten Stoffen.

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Die Möglichkeiten dieser preiswerten Textilkreiden sind so vielfältig, dass ich sie in einem späteren Beitrag beschreiben werden.

Rollkragenschal - Mustern mit farbgetränkten Schnüren

Dienstag, den 31. Mai 2011

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Solche, wie gedruckt aussehende Effekte, lassen sich ganz einfach durch farbgetränkte Schnüre herstellen.
So gehts:
Der Rollkragenschal aus Seidenjersey wurde in zwei Durchgängen mit Deka L Batikfarben gefärbt.
Im ersten Durchgang wurde der Schal in Grün gefärbt.
In der Zwischenzeit wurden Seidenschnüre in ein Schälchen mit konzentriert angerührter Deka L-Farbe (marineblau) gelegt.
Dieses Farbbad muss kalt sein, denn damit der Trick funktioniert, darf die Farbe nicht fixiert sein!
Man hätte die Schnüre also auch in dampffixierbare Seidenmalfarbe hängen oder die Schnüre mit solchen Farben bemalen können (auf keinen Fall gehen Bügelfarben, denn diese sind nach dem Trocknen fixiert und können keine Farbe mehr abgeben!).
Der gefärbte und inzwischen trockene Stoff wurde zusammengeknüllt und mit den farbgetränkten, ebenfalls trockenen Seidenschnüren umwickelt. In einem zweiten Durchgang wurde das Knäuel hellgrün überfärbt. Dabei geben die marineblauen Schnüre ihre Farbe ab und durch die Färbung wird gleichzeitig alles fixiert.
Muster!
Die Art Musterung hängt davon ab, wie man wickelt! Gezieltere Muster ergeben sich, wenn der Stoff über eine Schablone gefaltet und dann umwickelt wird. Soll ein deutlicher Farbabdruck sichtbar werden, unbedingt fest abbinden!
Ich habe zum Abbinden Seidenperlgarn verwendet. Intensivere Effekte ergeben sich zum Beispiel durch gerissene Stoffstreifen.
Schöne Resteverwertung!
Die gefärbten und fixierten Schnüre lassen sich prima weiterverwenden, z.B. für Seidenquasten, als Geschenkband, zum Sticken, Häkeln, Einziehen…

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Ein Lob auf die Seidenjerseyschals!
Anschmiegsam, weich, leicht - so schützen sie den Hals immer dann, wenn Zugluft droht.
Weil sie so leicht sind, lassen sie sich einfach in der Tasche verstauen und sind immer zur Hand, wenn sie gebraucht werden.
Zum Beispiel, wenn beim Strandspaziergang oder der Wanderung Wind aufkommt. Beim Fahren mit geöffnetem Fenster, mit dem Kabrio oder dem Fahrrad.
Viele Motorradfahrer lieben diesen Schal: einfach in einem gedeckten Ton eingefärbt, ist er ein willkommenes Geschenk!
Im Sommer nicht zu vergessen: die Klimaanlagen in den Geschäften, den Büros oder der Bahn. Mit dem leichten, angenehmen Seidenjerseyschal gibt es keine schmerzhaften Zerrungen mehr…

Weitere Mustermöglichkeiten für Rollkragen!
Andere einfache Musterungen für Rollkragenschals sind HIER zu sehen.

Mit Seidenmalfarbe und Föhn

Montag, den 30. Mai 2011

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Trockenränder nennt man diesen Seidenmaleffekt, und er gelingt nur mit dampffixierbaren Farben: ist die Farbe noch feucht, kann man mit Hilfe eines Föhns Farbe treiben. Dort, wo der Luftstrom auftritt, wird die Farbe heller und ergibt dann am Rand des Luftstroms unregelmäßige dunkle Ränder. Die so erzielten Muster erinnern ein wenig an Marmorierung.
So wirds gemacht:
Voraussetzung ist, dass der Stoff mit dampffixierbaren Seidenmalfarben gemustert wurde und noch feucht ist.
Das geht mit der sogenannten Naß-in-Naß-Technik (was einfach bedeutet, dass auf feuchte Seide mit Pinsel Farbe aufgetragen wird: z.B. Streifen oder andere großzügige Muster).
Ich habe einen feuchten Schal (Pongé 08) zerknüllt auf eine Folie gelegt und mit Pipetten zwei Grün- und einen Gelbton aufgetropft. Damit sich die Farben im Stoff verteilen können, wurde der Stoff vorsichtig geknetet (Handschuhe!). Wichtig: nicht zu stark kneten, es soll kein gleichmäßiger Schmuddelfarbton entstehen…
Dann wird der noch farbfeuchte Schal auf der Folie ausgebreitet. Gibt es noch helle Stellen im Stoff, kann man jetzt noch mit Farbe nachbessern oder Akzente setzen.
Dann wird mit dem Föhn getrocknet. Mit dem Luftstrom gezielt die feuchte Farbe treiben, so dass die dunklen Ränder entstehen. Ein schneller dekorativer Effekt! Wichtig: der Schal muss nach dem Trocknen natürlich noch im Dampf fixiert werden!

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Färben & Übermalen

Sonntag, den 15. Mai 2011

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Der Schal aus Seide/Baumwolle wurde zunächst mit Deka L Batikfarbe in zwei Durchgängen gefärbt. Als ich den Schal aus dem Topf zog, war ich zunächst ganz zufrieden: der Schal leuchtete in satten Grüntönen und mit einer dezenten Musterung in Marineblau. Nach dem Trocknen hatte sich das brillante Grün in ein relativ schwaches gewandelt.

Wenn so etwas auftritt, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Zum einen könnte man weiter überfärben. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass der Schal nicht zu dunkel wird bzw. dass keine Schmuddeltöne entstehen.
Man könnte den Schal auch ganz oder teilweise entfärben (z.B. Shibori-Entfärbungen) und dann darüber färben. Dazu hatte ich allerdings keine Lust - es sollte eine schnelle Lösung geben.

Meine Variante hier bestand darin, angedickte Seidenmalfarbe mit einem Schwammpinsel aufzutragen.

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Dazu wurde ein sattes Orange und ein Kirschrot mit Verdicker verrührt (1/3 Verdicker, 2/3 Seidenmalfarbe) und in schwungvollen Bogenformen aufgetragen.
Praktisch dabei ist, dass man den Schal bei dieser Technik nicht auf einen Rahmen aufspannen muss. Der Stoff wird lediglich auf eine Folie gelegt und bemalt.

Die Schals auf Seide-Baumwolle eignen sich übrigens für fast alle Färbe- Druck- und Seidenmaltechniken. Die Oberfläche zeigt einen wunderschönen Glanz, der Stoff hat viel Volumen und trägt sich wunderbar!

Malerei mit dampffixierbarer Seidenmalfarbe auf Baumwolle - Basisanleitung

Freitag, den 25. März 2011

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Hier ist eine kleine Sensation zu sehen, etwas, was es eigentlich gar nicht gibt: Malerei mit dampffixierbarer Seidenmalfarbe auf Baumwolle!

Wichtig: das geht nicht mit jeder dampffixierbaren Seidenmalfarbe! Die meisten aus dieser Gruppe bestehen aus reinen Säurefarben, die nur auf Seide und Wolle haften! Silkolor, mit der die hier beschriebene Technik gelingt, ist eine in Deutschland hergestellte, dampffixierbare Seidenmalfarbe, die auf einer Art Reaktivfarbe basiert.

Hier das ganz einfache Rezept:
100ml Silkolor Seidenmalfarbe wird mit einem gestrichenen Teelöffel Backpulver vermischt. So lange gut rühren, bis alles gut gemischt ist. Jetzt ist die Farbe fertig zum Malen! Fixiert wird anschließend wie gewohnt mit Dampf - gut ausspülen - fertig!

Der Schal aus Baumwollbatist wurde trocken auf Folie ausgelegt. Mit einem Schwammroller habe ich rote, mit Backpulver angemischte Farben in Streifen aufgetragen. Gelbes, angemischtes Silkolor wurde mit einer FunPump darüber gesprüht und (nachdem die Farben leicht angetrocknet waren) die Tupfen mit dem Rest der roten Farbe mit dem Ende des Schwammrollers aufgebracht. Der Schal sollte liegend trocknen, wobei man mit dem Föhn nachhelfen kann.
Der trockene Schal wird mit Dampf fixiert, dann gut ausspülen und trocken bügeln.

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Malen mit bügelfixierbaren Seidenmalfarben geht natürlich auch. Aber die Baumwolle zeigt anschließend etwas Griff, d.h. sie fühlt sich leicht füllig und steif an, da bügelfixierbare Farben auf der Faser liegen. Um den unerwünschten Griff zu vermindern, arbeite ich entweder auf einem angefeuchteten Stoff oder ich verdünne die Farbe etwas.
Dampffixierbare Farben verbinden sich dagegen mit der Faser, der Stoff bleibt weich und fällt sehr schön. Mir scheint auch die Leuchtkraft dieser Farbe auf Baumwolle deutlich höher zu sein. Vor allem, wenn ein Batiststoff für Bekleidung bemalt werden soll, würde ich die dampffixierbare Farbe immer bevorzugen!

Fish on Friday - diesmal schabloniert

Freitag, den 14. Januar 2011

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Diese Fische leben schon ziemlich lange: zur Jahreswende 1991/92 haben wir bei einem Carina-Sonderheft (Verlag Aenne Burda) über Seidenmalerei mitgearbeitet.
Am Beispiel der zwölf Tierkreiszeichen sollten verschiedene Seidenmaltechniken gezeigt werden. Die Entwürfe der Tierkreismotive stammten von Felicitas Herold-Graf, die Wahl der Techniken und die Ausführung von uns.

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Die Fische wurden auf Pongéseide Nr. 8 gearbeitet.
Zuerst wurde der Hintergrund in Aquarelltechnik angelegt: die Seide mit Farbverdünner einstreichen und mit Blau und Türkis naß-in-naß großzügig Farbe auftragen. Die Übergänge der Farbfelder mit einem trockenen Pinsel verreiben. Auf die noch feuchte Seide sparsam Effektsalz aufstreuen, um eine kleine Musterung zu erzeugen.
Der Fisch wurde schabloniert.
Schablonen können aus ganz unterschiedlichen Materialien geschnitten werden: bei einmaliger Verwendung kann einfach Schreibmaschinenpapier gewählt werden, was sich besonders einfach schneiden lässt.
Zur mehrfacher Verwendung sollten die Schablonen stabiler sein. Sie können zum Beispiel aus ganz leichtem Moosgummi (1mm) oder aus Windradfolie (Bastelgeschäft) geschnitten werden (Cutter, spitze Stick- oder Silhouettenschere).
Zum Schablonieren gibt es ein paar wichtige Tipps:
Temporäres Befestigen der Schablone:
Damit Schablonen nicht verrutschen, sollten sie temporär befestigt werden. Wir benutzen dafür ein Klebespray (ODIF 404), mit dem die Rückseite der Schablone sparsam eingesprüht wird. Nach kurzer Trockungszeit kann die Schablone auf den Stoff aufgedückt, rückstandsfrei abgenommen und an andere Stelle wieder befestigt werden. Von solchen wiederverwendbaren Schablonen lassen sich etwaige Klebereste einfach mit Wasser entfernen.
Farbe:
Soll die Farbe mit einem Pinsel aufgetragen werden, muss immer mit einer zähflüssigen Farbe gearbeitet werden. Es gibt spezielle Schablonierpasten und spezielle Kreiden, gut geeignet sind auch Stoffdruckfarben wie DekaPrint.
Es lassen sich aber auch -wie hier- einfach Stoffmalfarben verwenden. Bei unserem Beispiel haben wir Silber, Metallicblau und Metallicgrün (Deka Permanent) aufgetragen. Optimal arbeitet es sich mit einem Schablonierpinsel, mit dem die Farbe auf den Stoff fest aufgetupft wird. Aber auch Schwämmchen funktionieren gut.
Trockener Pinsel:
Das Wichtigste: Es wird immer nur wenig Farbe aufgenommen und getupft, denn es sollen ja scharfe Konturen entstehen. Die Farbe soll auf keinen Fall unter die Schablone kriechen!
Man trägt die Farbe in mehreren feinen Schichten auf. So entsteht eine geschlossene Farbfläche, ohne dass der Stoff steif wird. Außerdem lässt sich so sehr fein farblich schattieren.
Farbe lässt sich auch aufsprühen.
Schaut Euch HIER Anjas Beispiel an, ist es nicht toll?
Beim Sprühen ist es wichtig, dass die Schablonenränder sehr fest und dicht auf dem Stoff haften, und dass man nur einen feinen Farbnebel sprüht, so dass die Farbe keine Chance hat, unter die Schablone zu kriechen. Auch bei dieser Methode Farbe lieber öfter fein auftragen als zu schnell zu viel.
Nicht nur Farbe lässt sich auftragen, sondern auch Entfärber.
Wässerige Entfärberflüssigkeit lässt sich sprühen, Entfärberpaste kann mit Schablonierpinsel oder Schwämmchen aufgetragen werden. Alle möglichen Artikel über künstlerisches Entfärben gibt es HIER, eine Basis-Anleitung HIER.

Wie an jedem Freitag lohnt es sich, bei Anja Rieger vorbeizuschauen: dort gibt es viele bunte Fische!

Rollkragenschal aus Seidenjersey

Sonntag, den 7. November 2010

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Man nennt ihn Snood, Tunnelschal oder Schlauchschal… egal, welchen Namen man dafür benutzt: er ist super praktisch, weil man ihn einfach im Handumdrehen über den Kopf zieht, und schon sitzt er!
Diese Tunnelschals aus elastischem Seidenjersey sind einfach nur mit dem Rollschneider geschnitten.
Man kann sie mit einem Zickzack- oder Overlockstich versäubern, aber eigentlich ist das nicht nötig, denn der Rand ribbelt nur dann auf, wenn intensiv an ihm gezupft wird. Wichtig: wird der Schal anschließend gefärbt, sollte ein Seidenfaden benutzt werden, der die Farbe ebenfalls annimmt. Allesnäher bestehen aus Polyester, die durch Batik- und dampffixierbare Seidenmalfarbe nicht gefärbt werden können.

Meistens werden Rollkragenschals gefärbt (DEKA L oder dampffixierbare Seidenmalfarbe).
Eine ausführliche Anleitung zum Färben im Topf gibt es HIER.
An Techniken eignen sich alle Effektfärbungen (Shibori-Abbindungen, Degradeefärbungen, Tauchfärbungen) oder Pipettenfärbungen (diese werden meist in der Mikrowelle fixiert).

Bei den drei Schals hier habe ich Bügelfarbe verwendet (JAVANA von KREUL), die mit einer Schaumgummirolle aufgetragen wurde. Man braucht keinen Rahmen, sondern breitet die angefeuchteten und gut ausgedrückten Schals auf einem mit Malerfolie abgedeckten Tisch aus.
Die Farbe, die auf der Vorderseite aufgebracht wird, sickert auf die Rückseite durch, so dass der Schal durch einen einzigen Farbauftrag durchgemustert ist. Möchte man das nicht, wird eine Schablone (z.B. Plastiktüte) benutzt, die die Farbe abhält.

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Am besten arbeitet man nur mit wenigen Farben.
Ich habe hier Brombeere und Flieder kombiniert mit Kiwi, einem Grünton. Solche, fast komplementäre Töne sind gefährlich, weil sich beim Mischen schnell mal schmuddelige Nuancen entwickeln können. Beim nächsten Mal bleibe ich, wenn es schnell gehen soll, eher innerhalb einer Skala.
Für den Auftrag feuchte ich die Schaumgummirolle etwas an, der Farbverbrauch ist dann sparsamer.
Und dann geht es los: Farbe auf einen Pappteller o.ä. ausgießen, mit dem Roller aufnehmen und auf den Schal auftragen: feine Streifen, breite Streifen, Karos oder Schrägen… und das runde Ende der Schaumgummirolle kann sogar als Stempel benutzt werden (siehe oben). Macht Spaß und geht schnell!

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Dem Trocknen helfe ich mit einem Föhn nach. Ist der Schal gut durchgetrocknet, kann er noch gebügelt werden.
Solch ein Schal ist auch ein super schnelles Geschenk!

Seidenjersey lässt sich übrigens auch gut befilzen und wird wunderschön! Aber das ist ein anderes Thema…

FRAGEN? Wir antworten! HEUTE: Seidenmal- farbe auf Baumwolle?

Montag, den 17. Mai 2010

Immer wieder erreichen uns Fragen, die für viele Leser interessant sind, und für deren Beantwortung man mehr als zwei Sätze braucht. Dafür habe ich diese neue Kategorie eingerichtet und freue mich, wenn Ihr sie häufig nutzt!
Unser Beruf bringt es mit sich, dass wir uns seit über 30 Jahren theoretisch und praktisch mit textilen Themen beschäftigen.
Und wenn einmal eine Frage auftaucht, die wir nicht beantworten können, so kennen wir eine Menge Fachleute, Hersteller, Kollegen und Künstler, die wir fragen können.
Also: wir freuen uns auf Eure Fragen!

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SUSCHNA fragt:
Ist es o.k., wenn man Seidenmalfarbe auf Baumwolle benutzt? Ich habe das schon gemacht, ohne groß darüber nachzudenken, nachher kamen mir Zweifel. Aber die Farben leuchten so schön!

JEROMIN:
Bügelfixierbare Seidenmalfarbe auf Baumwolle, Leinen und anderen Pflanzen- bzw. Cellulosefasern ist völlig o.k. (dampffixierbare Seidenmalfarbe funktioniert dagegen nur auf Seide und Wolle).

Bügelfarben sind spezielle, dünnflüssige Acrylfarben, die auf der Faser sitzen und nicht eindringen.
Deshab der einzige möglicher Nachteil: sie können den Stoff steif machen, falls man die Farbe zu dick und konzentriert benutzt. Andererseits gibt es viele Anwendungen, bei denen dies nicht stört.

Ich verwende Bügelfarben in letzter Zeit sehr gerne, da sie schnell trocknen, meist nicht extra fixiert werden müssen und so vielseitig anwendbar sind:

z.B. auch zum Drucken und Schablonieren, indem Verdicker beigemischt wird (maximal 50 %). Nicht immer gelingen randscharfe Drucke, aber die “malerischen” mag ich auch sehr.
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z.B. auch zum schnellen Grundieren von kleineren Stoffteilen, wie man sie z.B. für Collagen braucht.
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Grundieren lässt sich nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Schwamm oder Spachtel.

z.B. zum schnellen Einfärben von Bändern und Stickgarn.
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Fällt Euch noch weiteres zum Thema ein? Ich freue mich über Beiträge!

Furoshiki - das Einpacken von Geschenken in ein Tuch

Montag, den 16. November 2009

Lassen Sie sich begeistern von der japanischen Tradition, Geschenke in ein Tuch zu verpacken!
Ein Schal, ein Tuch oder ein schönes Stück Stoff - alles lässt sich verwenden und anschließend weiter gebrauchen!
Die folgenden Videos aus YOUTUBE zeigen anschaulich einige der vielfältigen Möglichkeiten, Geschenke zu verpacken.

Welche Art von Stoff und welche Größe Sie verwenden, hängt davon ab, was Sie verpacken möchten. Im ersten Video wird mit einem Seidentuch gearbeitet, das einer Stärke von Twill ähnelt, und das eine Größe von etwas über 100*100cm aufweist.
Im zweiten Video werden Geschenke in einen schwereren Baumwollstoff eingeschlagen. So lassen sich auch Dinge mit großem Gewicht stabil verpacken!