Archiv der Kategorie ‘Basis-Anleitungen‘

Ganz einfach: Drucken mit Jeromin-Druckschablonen

Sonntag, den 12. Februar 2012

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Beim Drucken von diesem Stoff mit unseren Druckschablonen wurden eine Reihe Schritt-für-Schritt-Fotos gemacht, so dass man sich Werzeug und Ablauf besser vorstellen kann.
Der Ablauf ist so einfach:
1. Schablone mit glänzender Seite auf den Stoff legen
2. Mit dem Schaumstoffroller Farbe aufnehmen und über die matte Seite der Schablone aufbringen
3. Schablone abheben und neu positionieren
4. Nach Beendigung des Druckens die Schablone in Wasser einweichen oder gleich unter fließendem Wasser reinigen

Arbeitsplatz
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Wie ich meinen Platz einrichte, darüber haben wir im vorigen Beitrag gesprochen.

Jeromin-Druckschablone
Unsere einzigartigen Druckschablonen bestehen aus einer transparenten Folie mit laserscharfen Motiven. Die Folie ist in einem stabilen Rahmen fixiert, wodurch sie sich prima handhaben lässt. Auf dem Foto oben sieht man die glänzende Seite der Folie (Motiv: Lampion), die beim Drucken auf den Stoff gelegt wird. Verteilt wird die Farbe auf der matten Seite der Folie mit einem Schwammroller.

Farbe
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Am besten druckt es sich mit DekaPrint, der noch etwas Trockungsverzögerer beigemischt wird.
Die Menge Trockungsverzögerer hängt u.a. von der Raumtemperatur ab (je wärmer, z.B. im Sommer oder wenn man direkt an einem Ofen druckt), desto mehr. Auch bei der Farbe Weiß verwende ich mehr. Auf dem Teller sieht man den einfachen Tropfenzähler, den ich für die Entnahme des Trockungsverzögerers benütze.
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Aufgenommen wird die Farbe mit einem Schwammroller. Ich mag diese 5mm-Größe mit stabilem Griff, der gut in der Hand liegt. Diese Roller bieten wir auch im Shop an.

Drucken
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Hier liegt die Druckschablone mit der glänzenden Seite auf dem Stoff, über die matte Seite der Druckschablone wird die Farbe mit dem Schwammroller verteilt.
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Auf diesem Foto ist nun die Farbe über das gesamte Motiv verteilt.
Beim neuerlichen Positionieren der Schablone habe ich das Motiv um 180° gedreht, damit etwas Abwechslung ins Druckbild kommt.
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Neben- und übereinander Drucken
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DekaPrint trocknet schnell, aber manchmal nicht so schnell, wie man drucken möchte.
Am besten, man beschleunigt den Trockungsprozess mit einem Föhn.
Man kann auch die noch leicht feuchten Nachbardrucke vorsichtig mit Druckerpapier abdecken, darf dieses Papier aber natürlich nicht verschieben.
Andererseits ist es kein Drama, wenn die Schablone teilweise einen noch leicht feuchten Druck berührt. Möglicherweise kommt etwas Farbe auf den Rahmen oder auf die glänzende Seite der Druckschablone. Das beeinträchtigt spätere Drucke überhaupt nicht (wie später hier noch zu sehen ist). Wichtig für die Schablone ist nur, dass beim späteren Säuberen das Motiv klar ausgespült wird.

Drucken über den Rand hinaus
Oft möchte man nur ein Teil des Motivs drucken. Um das Drucktuch zu schonen, legt man einfach ein Stück Druckerpapier unter den Stoff und druckt auf Stoff und Papier zugleich.
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Das Papier wird nach dem Drucken gleich wieder unter dem Stoff hervorgezogen.
Hier drucke ich das Motiv mit einer etwas dunkleren Farbe.

Fertig
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Nachdem Der Stoff fertig bedruckt ist, nehme ich ihn vom Drucktuch ab (möglicherweise vorher kurz anföhnen, damit die Druckmotive wischfest sind).
Nach 24 Stunden Trockungszeit kann der Druck mit Backtrennpapier abgedeckt und gebügelt werden (Fixierung).

Reinigung
Wasserbasierte Textilfarben trocknen schnell, deshalb müssen die Schablonen gleich gesäubert werden.
Angetrocknete Farbe lässt sich nicht mehr lösen und kann das Motiv beschädigen. Ein Eimer mit Wasser dient als Zwischenlager, wenn man die Druckschablone nicht gleich reinigen kann (oder beim Drucken unterbrochen wird).
Ein solches Einweichen hilft auch beim Lösen der Farbe, wenn man mit sehr trockener Farbe oder mit Weiß gearbeitet hat. Kein Problem, wenn man die Druckschablone für einige Tage im Wasser vergisst: sie ist nach dem endgültigen Reinigen gleich wieder einsetzbar.
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So hat meine Druckschablone auf der glänzenden Seite ausgesehen, nach sofortigen Reinigen (ohne Einweichen):
Ein klares, freigestelltes Motiv. An den Rändern setzt sich etwas Farbe ab. Außerdem befinden sich einige Teildrucke auf der Folie und am Rahmen.
Ich war beim Drucken zu ungeduldig… Auf den folgenden Fotos habe ich mit dieser Schablone gleich weiter gedruckt um zu zeigen, dass diese Farbe den folgenden Druckerfolg nicht beeinträchtigt.
Und so hat die Folie auf der matten Seide ausgesehen:
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Endgültig gereinigt wird die Schablone immer unter einem kräftigen Wasserstrahl.
Zuerst wird das Motiv von der glänzenden Seite her freigespült, indem die Schablone schräg unter das fließende Wasser gehalten wird. Ist das Motiv wieder transparent und klar, wird die restliche Farbe auf die gleiche Weise von der matten Seite her abgespült. Das geht in der Regel schnell, ohne dass ein Reiben oder Wischen notwendig wäre.
Möchten Sie doch ein Hilfsmittel verwenden, raten wir Ihnen zu einem großen weichen Pinsel.

Trocken tupfen
Die gereinigte Schablone lege ich auf Küchenkrepp flach auf den Tisch und tupfe die oben liegende Seide mit Küchenkrepp trocken. Ebenso wird mit der anderen Seite der Schablone verfahren.
Ist die Schablone völlig trocken, kann man sie lagern: am besten, wieder in die Klarsichthülle schieben. Ich bewahre die Schablonen, nach Größe geordnet, liegend in einer Büroablage auf.

Oder man kann gleich weiter drucken - wie hier.
Ich habe gleich anschließend mit derselben Schablone ein altes T-Shirt bedruckt. Um zu verhindern, dass die Farbe durchschlägt, muss in das Shirt zwischen die beiden Stofflagen eine Trennschicht geschoben werden. Wir verwenden gerne Moosgummi, weil dieses Material eine gute Druckunterlage abgibt.
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Oben sieht man, wie das Motiv an den unteren T-Shirt-Rand platziert wird.
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Hier sieht man, wie der zweite Druck am Ausschnitt entsteht.

Und das ist das fertig bedruckte T-Shirt
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Mein Arbeitsplatz beim Drucken

Freitag, den 10. Februar 2012

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Mein Arbeitsplatz im Laden muss gute Drucke erlauben. Er muss funktional eingerichtet sein, und man muss ihn schnell auf- und abbauen können.

Für gute Drucke sollte die Unterlage etwas nachgeben. Jeder Drucker hat dafür ein eigenes Rezept.
Hier meins: auf den Arbeitstisch lege ich eine Dämmplatte (Baumarkt), darauf zwei Schichten alten Baumwollstoff (besser wäre Molton oder Acrylfilz) und das Drucktuch. Unterlage und Drucktuch sollten straff und faltenfrei liegen.
Eine Dämmplatte hat den Vorteil, dass der zu bedruckende Stoff mit Pinnadeln gestrafft und befestigt werden kann. Je dünner der Stoff (z.B. Chiffon!), desto wichtiger ist die Befestigung, weil der Stoff beim Abheben der farbgetränkten Schablone (oder eines verwendeten Siebs) mitgeht und Verwischen droht. Manche Drucker befestigen den Stoff mit Tesakrepp auf der Unterlage.

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Werkzeug und Zubehör
Die kurzen Pinnadeln mit Glaskopf (die wir eben schon erwähnt haben). Wir benützen zur Aufbewahrung der Nadeln einen magnetischen Nadelhalter, der für Ordnung sorgt (aber das ist Luxus, muss nicht sein).
Ein Muss sind jedoch ausreichend Schaumstoffroller: für jede Farbe einen eigenen Roller plus zusätzlich noch ein bis zwei Roller für nicht geplantes Mischen. Die Schaumstoffroller halten bei guter Pflege lange, außerdem gibt es noch preiswerte Ersatzrollen.
Dann natürlich die Jeromin-Druckschablone (hier das Motiv Lampions) oder ein Sieb, ein Druckstock, ein Stempel…
Wichtig: ein Wassergefäß für gebrauchte Roller und Pinsel und einen wassergefüllten Eimer, um gebrauchte Druckschablonen bis zur endgültigen Reinigung zu lagern.
Außerdem: Farben (hier DekaPrint) und Farbzubehör (hier Trockungsverzögerer), Plastiklöffel (o.ä.) zum Entnehmen der Farbe, Pipetten zum Entnehmen von flüssiger Farbe bzw. Trockungsverzögerer, Palettmesser zum Anmischen von Farben, Pappteller zum Ausrollen der Farbe, Papier für Farbproben oder zum Abdecken.
Ein Tipp: Holzspießchen (Schaschlikspießchen) eignen sich optimal zum Ausbessern von Linien und sogar von kleinen Flächen. Sie eignen sich wesentlich besser als feine Pinsel!
Möglicherweise: Lineal und Phantomstift für Markierungen auf dem Stoff
Praktisch: Föhn für ein schnelles Trocknen der Drucke
Immer: Schürze oder Arbeitskleidung, denn getrocknete Sieb-, Stoff- und Bügelfarbe lässt sich aus der Kleidung nicht mehr entfernen.

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Hier habe ich auf einem Stück handgefärbten Baumwollsatin die kleine Chrysantheme in verschiedenen Farben übereinander gedruckt. Man sieht dabei gut, wie die halbtransparenten DekaPrint Farben schöne Abstufungen erlauben.

Noch eine Variante dieses Motivs (hier habe ich den pinkfarbenen Bio-Cretonne benutzt und zunächst einen Hintergrund mit einem indischen Druckstock gearbeitet). Darauf kam dann die kleine Chrysantheme, leicht versetzt.

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Morgen stelle ich dann die Druckanleitung in den Blog!

DekaPrint - die tolle Stoffdruckfarbe auf Wasserbasis

Sonntag, den 21. August 2011

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Eigentlich ist DekaPrint eine berühmte Siebdruckfarbe (in 250ml und 1000ml). Sie ist auf Wasserbasis hergestellt (eine spezielle Acrylfarbe für Stoff) und kann sehr dünn gedruckt werden, so dass der Stoff nicht hart wird, sondern seinen weichen Griff behält.
DekaPrint ist so zäh, dass sie sich für fast alle Stempel und Schablonen eignet und schöne, randscharfe Drucke ergibt. Sogar sehr fein gearbeitete Druckstöcke oder Blätter bzw. Pflanzen können mit DekaPrint abgedruckt werden, wie man hier auf dem Kissen sieht, das Rita Weins mit den zarten, emfindlichen Blättern des Storchenschnabels bedruckt hat.

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DekaPrint ist auf Wasserbasis hergestellt und trocknet sehr schnell.
Der Vorteil dabei ist, dass man mehrfarbig und auch übereinander drucken kann ohne in Gefahr zu kommen, zu verwischen. Bedruckte Stoffe lassen sich gleich transportieren (praktisch bei Kursen!) und sind in der Regel nach 24 Stunden fixiert (sicherheitshalber bügeln).
Der Nachteil ist, dass die Farbe auch auf Stempeln, Pinseln, Farbrollern und Schablonen schnell antrocknet. Aber dem kann abgeholfen werden!
Erstens gibt es einen sehr empfehlenswerten Trocknungsverzögerer, der tropfenweise der Farbe zugegeben wird. Er hält die Farbe länger feucht und macht sie noch geschmeidiger. Zusätzlich stelle ich mir beim Drucken einige Wassergefäße und feuchte Tücher in die Nähe: wenn ich die Werkzeuge/Stempel/Schablonen nicht gleich säubern kann, hindere ich damit die Farbe kurzfristig am festtrocknen.
Farben
DekaPrint zeigt eine schöne Skala mit leuchtenden Farben, die alle untereinander mischbar sind. Die Farbe eignet sich vor allem für alle helle Naturstoffe. Sie ist leicht transparent, so dass der Stoffuntergrund minimal durchscheint bzw. sich mit dem Druck mischt. Möchte man auf dunklen Stoffen arbeiten, kann man mit der weißen Farbe Pastelltöne mischen.
Nach dem Trocknen (ca. 24 Stunden) wird der Stoff gebügelt und ist anschließend heiß waschbar (60°C, wobei der Druck nach innen gewendet wird).
Mit den Euro-Tönen von DekaPrint (dies sind die Grundfarben) lassen sich alle Farbtöne selbst herstellen und anmischen. Euro-Farbtöne sind nur in Liter-Gebinden lieferbar.
In Kürze bieten wir das Gesamtprogramm von DekapPrint im Shop an (Deckfarben, Leuchtfarben). In der Zwischenzeit bei Interesse bitte per Mail anfragen (jeromin(at)jeromin-shop.de).
Weiss
Zum Weiss möchte ich noch ein paar Worte sagen: da Weiß oft zum Drucken auf dunkleren Stoffen verwendet wird, hat es eine andere Konsistenz als die anderen Farben. Beim Öffnen entsteht der Eindruck, als ob die Farbe leicht angeklumpt wäre. Beim Entnehmen und Ausrollen gibt sich das jedoch. Durch Mischen mit anderen Farben und/oder wenigen Tropfen des Trocknungsverzögerers oder Transparent, wird auch das Weiß vollends geschmeidig und ausgezeichnet druckbar.
Metallic & Glitter
Interessant sind bei DekaPrint die Metallicfarben (fein gemahlen) und Glitter (grob gemahlen, leicht glitzernd). Besonders warm leuchtet das Gold, wenn man ihm minimal Rot beimischt. Dem Silber tut ein winziger Anteil Blau gut.
Umgekehrt kann auch jede Farbe zum Leuchten gebracht werden, wenn man ihr kleine Mengen an Gold (warm) oder Silber (kühl) beimischt.
Zubehör
Neben dem Trocknungsverzögerer (s.o.) ist auch das Transparent ein wichtiges Zubehör. “Transparent” ist quasi eine Farbe ohne Pigmente. Mit Transparent lassen sich die Farben optimal verdünnen, ohne dass sich die Konsistenz der Farbe ändert (wie das der Fall ist, wenn man größere Mengen Wasser zugibt). Wenn man also Farben verdünnen möchte oder eine transparentere Farbwirkung erreichen möchte, ist dies das richtige Zubehör!
Das “Fixiermittel” wird nur benötigt, wenn man auf Synthetikstoffe drucken möchte, z.B. auf einen Fahnenstoff. Auf Naturstoffe bzw. Stoffe mit kleinem Synthetikanteil reicht das Durchtrocknen und Bügeln.
Anwendung
Mit einem Plastiklöffel oder einer Spachtel eine kleine Portion Farbe aus dem Behälter entnehmen und auf eine abwaschbare Platte geben, auf der die Farbe angemischt und eventuell ausgerollt wird.
Mit welchem Werkzeug die Farbe von dort auf den Stempel gebracht wird, hängt vom Druckstock und den eigenen Vorlieben ab. Für Stempel mit geringen Tiefen eignet sich die Linolwalze aus Gummi am besten.
Die Schaumgummiwalze ist ideal, wenn man mit Blättern und Zweigen arbeitet. Ich nehme ihn auch gerne für große indische Druckstöcke und für die selbstgemachten Gummi- und Moosgummistempel. Wenn man den Roller vor der Farbaufnahme anfeuchtet und gut ausdrückt, nimmt er nicht ganz so viel Farbe auf.
Bei kleineren indischen Holzstempeln tupft man die Farbe am besten mit einem zurecht geschnittenen, neuen Haushaltsschwamm auf.
Drucktisch
Wie hart oder weich der Drucktisch gepolstert sein soll, ist ebenfalls vom Stempel abhängig und sollte vorher ausprobiert werden. Mit unseren transparenten Polymerstempeln arbeite ich am liebsten auf hartem Grund oder verwende Moosgummi als leicht federnde Unterlage. Für Holzstempel bevorzuge ich einen weicheren Grund (Decken, Schaumgummi), damit die manchmal nicht ganz gleichmäßige Oberfläche des Stempels dennoch einen schönen gleichmäßigen Abdruck ergibt. Über eine solche Polsterung kommt noch das sogenannte Drucktuch, z.B. ein altes Leintuch, das überschüssige Farbe aufnimmt.
Probedrucke!!
Die ersten Drucke sollten immer zunächst auf Papier und/oder einem alten Stoffstück erfolgen! Die ersten Drucke fallen nämlich in der Regel ungleichmäßig aus, weil sich der Stempel zunächst mit Farbe vollsaugen muss. Erst nach 4-5 Drucken kann man davon ausgehen, dass die Abbildung schön und satt gelingt.
Viel Spaß beim Probieren!

Filzen mit dem Wäschetrockner: optimal für Nadelvlies!

Freitag, den 19. August 2011

Filzen mit Hilfe des Trockners ist bei einer Reihe von Projekten dem Waschmaschinenfilzen vorzuziehen.
Es hat den Vorteil, dass man einen besonders schönen Filz aus Nadelvliesen erhält oder Stoffe mit Wolle verfilzen kann, die mit der Waschmaschine nicht gelingen, z.B. Pongé 5. Das Verfahren hat aber den Nachteil, dass man nass anfilzen muss (das braucht man bei der Waschmaschinentechnik nicht).
Das grundlegende Vorgehen ist ähnlich wie beim Waschmaschinenfilzen.

Arbeitsschritte:
1.) Vorbereitung: Tisch mit Folie (z.B. Noppenfolie) abdecken, darauf den Polyestertaft ausbreiten, einen Kern in der Breite des Filzprojektes einwickeln (bestehend aus einem Handtuch oder eine Rolle Noppenfolie), dann das Filzprojekt auf dem Polyestertaft ausgebreiten.
2.) Anfilzen, indem partieweise warmes Wasser auf die Filzarbeit gegeben wird. Die Wolle sollte gut angefeuchtet sein.
Nun die gleichmäßig feuchte Filzarbeit mit einem Stück Synthetiktüll (Vorhang usw) abdecken, mit einem Stück Seife darüber gehen und dann mit seifigen Händen leicht anreiben. In dieser Phase ist es wichtig, nicht zu fest zu reiben, sondern leicht und mit Gefühl. Sobald die Wolle angefilzt ist, kann alles fest aufgerollt und abgebunden werden.
3.) Abbinden: wie beim Waschmaschinenfilzen muß das Filzprojekt gut eingewickelt werden. Rechts und links wird die Rolle sehr fest abgebunden, in der Mitte darf die fest gebundene Schnur aber nicht einschnüren, da sich dies auf dem Filz abbilden würde.
4.) Trockner: Besonders schnell und gut filzt es sich im Trockner, wenn man zusätzlich 2-3 nasse Handtücher mit in den Trockner gibt. Der Trockner sollte auf höchster, heißer Stufe laufen.
Zum Anfilzen des Vlieses bzw. zum ersten Verbinden von Stoff und Wolle genügen meist 10 - 15 Minuten.
5.) Auspacken, prüfen, werfen: Bei einem Nunofilz wird jetzt geprüft, ob sich Stoff und Wolle überall gut verbunden haben. In dieser Phase kann man gut korrigieren: z.B. mit dem Clover-Filzgerät Ecken festnadeln, Ränder beschneiden, den Filz zurechtziehen.
Dann wird die feuchte Filzarbeit einige Male kräftig ins Waschbecken oder auf den Tisch geworfen: dadurch zieht sich die Wolle etwas zusammen.
6.) Den letzten Teil übernimmt wieder der Trockner: man gibt die feuchte Filzarbeit noch einmal für einige Zeit in den Trockner - jetzt nicht mehr eingerollt, sondern offen.
Ähnlich wie bei einer Waschmaschine ist es schwierig, etwas Allgemeingültiges zur Bearbeitungszeit im Trockner zu sagen, denn die Maschinen unterscheiden sich stark in Temperatur und Bearbeitung. Auch vom Material ist die Verweildauer abhängig: Nadelvlies ist ja bereits vorgefilzt und braucht in der Regel weniger lange als ein Nunofilz mit Pongé und gelegter Wolle.
Am besten, man prüft alle 5-10 Minuten, wie weit der Filz ist.
7.) Nachbearbeitung: nach Fertigstellung wird der Filz in kaltem Wasser gespült und in einem Essigbad neutralisiert. Der gut ausgewrungene (geschleuderte) Filz kann nun trocken gebügelt werden. Durch Bügeln oder Dampfbügeln wird die Oberfläche des Filzes noch einmal geglättet und erhält dadurch einen schönen Glanz!

Einzigartig!
Nadelvlies FLYFEL®-web mit vielen Neuheiten!

Samstag, den 23. Juli 2011

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Abbildung IDEEN.com: FLYFEL®-wosiweb Nadelvlies, gestaltet vom Atelier IDEEN.com

Nadelvlies ist ein genadelter, weicher Vorfilz (120cm breit), der mit Schere oder Rollschneider zugeschnitten, gerissen oder gezupft werden kann.
Wird das Vlies mit heißem Seifenwasser bearbeitet, entsteht ein wunderschön gleichmäßiger, leichter Filz, der sich für viele Vorhaben eignet.
Nadelvlies lässt sich einfach mit Hand filzen. Man kann aber auch den Schwingschleifer, die Waschmaschine oder den Wäschetrockner für den Filzprozess zur Hilfe nehmen.

Seit einigen Jahren gibt es ein einzigartiges Nadelvlies, das FLYFEL®-web, das seit seiner Einführung von Kunsthandwerkern aus der ganzen Welt verarbeitet und geschätzt wird!
FLYFEL®-web ist ein hauchdünnes Nadelvlies aus superfeiner 19.5mic Merinowolle. Diese edle Schurwolle des australischen Merino-Schafes wird in Deutschland mit hochwertigen Farbstoffen entsprechend den Kriterien des Oeko-Tex® Standard 100 gefärbt und anschließend zu einem dünnen, sehr gleichmäßigen Vlies vernadelt.

Seit neuestem gibt es FLYFEL®-web in einer bisher nie dagewesenen Vielfalt: z.B. meliert, gedoppelt, besonders leicht oder mit Seide gemischt.
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Zunächst das FLYFEL®-web in einer riesigen Palette von mehr als 40 unterschiedlichen Farben.
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Dann das FLYFEL®-melweb ist ein Wollvlies in wunderbaren, weichen Melangen.
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FLYFEL®-duoweb ist eine absolute Innovation: zwei dünne, unterschiedlich gefärbte Vliese werden aufeinander genadelt, so dass daraus ein Vlies (das nicht dicker als FLYFEL®-web ist und nur ein Gewicht von 140g/m aufweist!!!) wird, das zwei unterschiedliche Seiten aufweist.
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FLYFEL®-liteweb ist außergewöhnlich luftig und leicht (nur 100g/m), so dass es sich für fließende Stoffe und schmiegsame Schalvarianten ideal eignet.
Und dann gibt es noch das FLYFEL®-wosiweb! Leicht (nur 100g/m!!) und zart (20% Maulbeerseide), nach dem Filzen mit sehr schönem Seidenglanz und seit neuestem in einer riesigen Farbpalette. Der Schal ganz oben ist aus diesem faszinierenden Material!

Da die FLYFEL®-web Vliese aus einer schnell filzenden superfeinen Merinowolle bestehen und bereits vorgefilzt sind, lässt sich damit besonders zügig arbeiten.
Die Vliese lassen sich ausgezeichnet für Nunofilz verwenden: nicht nur für Schals, Decken und Stolen, sondern sehr schön auch für größere Stoffmengen, aus denen sich Mäntel, Jacken und Bekleidung schneidern lassen.
Vielfältige Techniken und Kombinationsmöglichkeiten: Das Vlies lässt sich befilzen mit Stoffresten, Kammzug, Spitzenresten, handgesponnener Wolle, Bändchen, Seidenfasern…
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es lässt sich besticken, in verschiedenen Techniken bedrucken und färben, formen (Shibori-Filztechniken)…
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man kann das Vlies schneiden und verflechten, aus dem Vlies Muster ausschneiden und auf einen anderen Untergrund auffilzen, man kann es kombinieren mit Kammzug, man kann es reißen, Bänder durchziehen, Fransen schneiden…
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durch aufeinander Filzen von zwei Vliesschichten lässt sich ein sehr stabiler Taschenstoff herstellen…
Vielfältige Projekte: Stoffe für Jacken und Bekleidung, Vorhänge, Kissen, Tischsets und Tischläufer, Babydecken, Spieldecken, Taschen, Schals, Kragen, Blüten, Schmuck, Armbänder, Pulswärmer, Filzkronen, Haarschmuck, Eierwärmer, Teewärmer…

Hier einige Beispiele für Filz:

Flechten: Streifen schneiden, flechten und filzen; z.B. für Schals, Ponchos oder dekorative Decken!
Patchwork: verschiedenfarbige Stücke Flyfel-Web mit Heftstichen zusammenheften und filzen. Der Faden wird später herausgezogen.
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Double Face: Für einen besonders kräftigen Filzstoff (Taschen, Krägen, Gürtel) werden zwei gleich große, eventuell verschiedenfarbige Vliese auf einander gefilzt.
Befilzen mit Wolle, Schmücken mit Stoff: Das Vlies lässt sich mit Flyfel-Pads befilzen, mit einer Wollmusterung belegen, mit Chiffonblüten und anderen dekorativen Stoffresten schmücken…
Besticken, Durchziehen: Flyfel-Web kann mit Wolle bestickt und dann gefilzt werden. Eine Variante besteht darin, feine Schlitze in das Vlies zu schneiden und farbige Chiffonstreifen durchzuziehen, dann filzen.

Viel Vergnügen beim Ausprobieren!

Indische Druckstöcke - Basisanleitung

Mittwoch, den 29. Juni 2011

Wir lieben indische Druckstöcke und führen seit Jahrzehnten im Laden ein großes, immerzu wechselndes Angebot.

In dem wunderschönen, stimmungsvollen Film oben, den wir auf Youtube gefunden haben, sieht man wie solche Druckstöcke gemacht und wie mit ihnen gearbeitet wird.
Der Film stammt von Westelmvideo.

Alte indische Druckstöcke sind handgearbeitet aus Hartholz. Sie wurden in der Regel von indischen Stoffdruckereien verwendet und später dann aussortiert. Abgesehen davon, dass sie sehr dekorativ aussehen, kann man mit den meisten auch noch sehr gut arbeiten. Im folgenden zeigen wir auf, wie man solche Druckstöcke mit wenig Aufwand wieder zum Drucken aufbereiten kann.

Säubern:
Zuerst wird der Druckstock ausgiebig gewaschen und mit einer Bürste geschrubbt. Einige Spritzer Spülmittel helfen, den Schmutz zu lösen. Fetthaltige Rückstände können gut mit Reinigern, die Orangenschalenöl enthalten, entfernt werden.
Zum Trockenreinigen kann man feinere Flachpinsel oder harte Zahn bürsten verwenden. Außerdem sind stabile spitze Werkzeuge (Ahle oder ähnliches) eine Hilfe.

Abschleifen:
Oft sind die Druckflächen der Stempel nicht mehr ganz eben, was zu einem unruigen Druckbild führt. Mit Schleifpapier von mittlerer bis feiner Körnung lässt sich die Stempeloberfläche vorsichtig abschleifen.
Das Schleifpapier mit der Körnung nach oben auf den Tisch legen und den Stempel mit leichtem Druck darüber führen. So werden winzige Farbreste entfernt und die Farbaufnahme des Stempels verbessert. Außerdem ist nun noch besser zu sehen, an welchen Stellen das Holz uneben oder beschädigt ist.

Ausbessern:
Morsche oder beschädigte Teile des Motivs werden mit weißem Holzleim (PVA) eingestrichen und dadurch gehärtet. Kleinere Lücken oder Risse lassen sich mit Spachtelkitt für Holz ausgleichen. Nach dem Trocknen kann der Kitt geschliffen werden.
Sind bei fein gearbeiteten Stempeln einzelne Motive weggebrochen, besteht die Möglichkeit, die stehen gebliebenenen Reste mit geeeignetem Werkzeug zu entfernen. Diese Methode wird in professionellen Druckateliers regelmäßig angewandt.

Drucken:
Für Stoffdruck mit indischen Druckstöcken empfehlen wir DekaPrint, eine wasserlösliche Siebdruckfarbe, die sich auch für Stempel ausgezeichnet eignet. Sie wird mit einer Schaumgummiwalze aufgetragen oder mit einem Schwämmchen aufgetupft. Da diese Farbe ausgezeichnet auf dem Holz haftet, ist sie auch sehr ergiebig und erzeugt andererseits auf dem Stoff nur sehr wenig Griff.
Auch der Druck mit Entfärberpaste ergibt sehr schöne Ergebnisse!

Tipp: man muss nicht immer den Druckstock reparieren. Kleine Fehler lassen sich auch später nachbessern
Kleine Fehler im Stoffdruck lassen sich auch nach dem Drucken noch korrigieren. Einfach einen Zahnstocher oder Schaschlikspieß in die Farbe tauchen und mit diesem stabilen Holzstächen feine Linien ziehen.

Vielfältige Möglichkeiten:
Indische Druckstöcke haben ein riesiges kreatives Potential!
Sie eignen sich für das Bedrucken von Bekleidung, Stoffbahnen, Vorhängen, Decken, Tischdecken… für Patchwork… für Geschenkpapiere, Karten und Briefpapier… für Malerei auf dem Keilrahmen… für Mixed Media… für Reliefarbeiten in Ton und Keramik… Dekoration auf handgemachten Seifen… einmal haben wir sogar Stempel an einen Bäcker aus Italien verkauft, der sein Brot damit dekorieren wollte!

Noch ein paar Tipps zum Schauen:
RICHARD GOODWIN hat auf Youtube eine Menge textilrelevanter Filme eingestellt.
Zwei davon haben besonders viel zu tun mit indischen Druckstöcken.
Der erste Film zeigt die Herstellung der Holzstempel:

Der zweiten Film zeigt das Arbeiten mit Druckstöcken.
Besonders interessant ist zu sehen, wie Ecken und Halbdrucke beim Stoffdruck gestaltet werden.

Viele weitere Filme gibt es auf Youtube unter dem Stichwort Indian Block Printing

Malerei mit dampffixierbarer Seidenmalfarbe auf Baumwolle - Basisanleitung

Freitag, den 25. März 2011

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Hier ist eine kleine Sensation zu sehen, etwas, was es eigentlich gar nicht gibt: Malerei mit dampffixierbarer Seidenmalfarbe auf Baumwolle!

Wichtig: das geht nicht mit jeder dampffixierbaren Seidenmalfarbe! Die meisten aus dieser Gruppe bestehen aus reinen Säurefarben, die nur auf Seide und Wolle haften! Silkolor, mit der die hier beschriebene Technik gelingt, ist eine in Deutschland hergestellte, dampffixierbare Seidenmalfarbe, die auf einer Art Reaktivfarbe basiert.

Hier das ganz einfache Rezept:
100ml Silkolor Seidenmalfarbe wird mit einem gestrichenen Teelöffel Backpulver vermischt. So lange gut rühren, bis alles gut gemischt ist. Jetzt ist die Farbe fertig zum Malen! Fixiert wird anschließend wie gewohnt mit Dampf - gut ausspülen - fertig!

Der Schal aus Baumwollbatist wurde trocken auf Folie ausgelegt. Mit einem Schwammroller habe ich rote, mit Backpulver angemischte Farben in Streifen aufgetragen. Gelbes, angemischtes Silkolor wurde mit einer FunPump darüber gesprüht und (nachdem die Farben leicht angetrocknet waren) die Tupfen mit dem Rest der roten Farbe mit dem Ende des Schwammrollers aufgebracht. Der Schal sollte liegend trocknen, wobei man mit dem Föhn nachhelfen kann.
Der trockene Schal wird mit Dampf fixiert, dann gut ausspülen und trocken bügeln.

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Malen mit bügelfixierbaren Seidenmalfarben geht natürlich auch. Aber die Baumwolle zeigt anschließend etwas Griff, d.h. sie fühlt sich leicht füllig und steif an, da bügelfixierbare Farben auf der Faser liegen. Um den unerwünschten Griff zu vermindern, arbeite ich entweder auf einem angefeuchteten Stoff oder ich verdünne die Farbe etwas.
Dampffixierbare Farben verbinden sich dagegen mit der Faser, der Stoff bleibt weich und fällt sehr schön. Mir scheint auch die Leuchtkraft dieser Farbe auf Baumwolle deutlich höher zu sein. Vor allem, wenn ein Batiststoff für Bekleidung bemalt werden soll, würde ich die dampffixierbare Farbe immer bevorzugen!

Fish on Friday - Transferfolie: Basis-Anleitung

Freitag, den 21. Januar 2011

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Mit Transferfolien (T-Shirt-Folien) lassen sich vielerlei Projekte verwirklichen.
Ein anderes Transferfolien-Beispiel hatte ich bereits einmal HIER gezeigt (damals mit einer Transferpresse gedruckt).

Diesmal habe ich die Fische mit einem Bügeleisen aufgebracht: das ist zwar einfach, aber wie man an dem Foto oben sehen kann, auch etwas tricky. Als ich gestern Abend das Kissen bedrucken wollte (schnell, schnell…), habe ich gleich alle mögliche Fehler vorweggenommen. Hier meine Ausbeute:
Das erste mögliche Problem: Wird zu heiß gebügelt, verändert sich die Farbe des Stoffs (morgen werde ich das Kissen waschen, mal sehen ob die Vergilbung rausgeht).
Das zweite mögliche Problem: Wird zu kurz oder nicht heiß genug gebügelt bzw. nicht intensiv genug gepresst, löst sich die Farbe nicht ausreichend aus der Vorlage und der Stoffdruck wird unvollständig (das ist bei dem großen Fisch unten als heller Fleck zu sehen).
Das dritte mögliche Problem: Zieht man das Trägerpapier zu spät ab, nämlich wenn es schon angenehm abgekühlt ist, kann es Farbe aus dem Druck reißen wodurch der Druck ebenfalls unvollständig erscheint (das ist bei der Welle unten zu sehen).
Aber der Reihenfolge nach…

Beim Kauf von Transferfolien sind zwei Kriterien wichtig:
Sollen helle oder dunkle Stoffe bedruckt werden?
Für welche Art von Drucker (Laser- oder Tintenstrahldrucker, und falls Tintenstrahldrucker: für welche Art von Tinten) eignen sich die Folien?
Die hier verwendeten Folien sind für Laserdrucker und Farbkopierer gedacht und für helle Stoffe.
Folien für helle Stoffe sind inzwischen so gut, dass sich der Stoff nach dem Bedrucken sehr gut anfühlt, er hat kaum “Griff”, jedenfalls nicht mehr als ein Sieb- oder Handdruck. Arbeitet man mit dünneren Stoffen (z.B. Batist) ist der Griffkontrast etwas intensiver.
Da die Umdrucke der Folien halbtransparent sind, muss für einen dunklen Untergrund eine entsprechende deckende Folie gewählt werden, die sich immer etwas steif anfühlt. Für T-Shirts bin ich davon nicht so begeistert, aber auf Leder sieht das richtig gut aus, wie die Schlüsselanhänger von Anja Rieger zeigen!

Vorlage:
Für das Kissen habe ich eine DIN A4 Folie mit einem Farbkopierer bedrucken lassen. Vorlage war ein Ausschnitt aus einem Rosenbild, das unsere Großmutter gemalt hat (das habe ich schon einmal für einen applizierten Lavendelumdruck verwendet). Aus der Transferfolie habe ich dann mit einer Schere frei Hand zunächst den großen Fisch und aus den Folienresten die kleinen Fische und die Wellen ausgeschnitten.

Umdrucken der Folie:
Wer die Möglichkeit hat, die Folien mit einer Presse aufbringen zu lassen, sollte das nutzen. Es geht schnell, die Folienfarben dringen hervorragend in den Stoff ein, der Stoff ist ist geschützt… Viele Copy-Shops bieten solch einen Druckservice an. Da die Pressen jedoch vorgeheizt werden müssen, ist es am besten, vorher einen Termin zu vereinbaren.
Wie bei allen Umdrucktechniken ist darauf zu achten, dass die Vorlage spiegelverkehrt kopiert bzw. ausgedruckt wird.
Das Umdrucken der Transferfolien zuhause ist zwar einfach, aber trickreich:
Man braucht ein normales Bügeleisen (ohne Dampf), eine harte Unterlage auf der gebügelt/gepresst werden kann (z.B. ein abgedeckter Tisch, ein Bügelbrett gibt zu sehr nach) und ein Backtrennpapier oder, noch besser, ein Silikonpapier.
Den gewaschenen und gebügelten Stoff auf die Arbeitsfläche legen, darauf die Vorlage mit der Druckseite nach unten, darauf das Backtrennpapier. Das Bügeleisen, passend zum Stoff, auf entsprechende Temperatur stellen. Da das Bügeleisen auf allen Stellen der Vorlage jeweils etwa 10 Sekunden gepresst werden sollte, bitte nicht die maximale Temperatur wählen, wie ich das gemacht habe. Das kann Vergilbungen verursachen.
Ich plädiere dringend für einen Probedruck!!
Um zu sehen, ob sich die Vorlage schon gut übertragen hat, kann man vor dem Abziehen eine Ecke des Trägerpapiers lupfen. Ist noch viel Farbe am Papier, einfach noch mal pressen.
Das Trägerpapier sollte unbedingt in heißem Zustand abgezogen werden. TIPP: Mit einer Pinzette geht das besonders gut, ohne ist es etwas unangenehm.
Ist das Trägerpapier abgezogen, wird das Silikonpapier (oder auch Backtrennpapier) auf den Druck gelegt und noch einmal pressend darüber gebügelt. Die Farbe dringt so noch besser in den Stoff ein. Jerseys sollten jetzt noch etwas in die Breite gezogen werden, so entsteht ein weicher Druck.
Pflege des bedruckten Stoffs:
Alles kann bis 40°C gewaschen werden. Den Druck am besten nach links drehen. Beim Bügel wieder mit Silikon- oder Backtrennpapier abdecken.

Viel Worte um einen einfachen Vorgang… aber mit den wenigen, oben beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen gelingt fast alles.
T-Shirts oder der Druck auf Taschen und Kissen sind wohl die üblichen Projekte. Interessant sind Variationen im gewählten Untergrund. Drucke auf dicken Stoffen, wie z.B. einem strukturierten Leinen oder einem Industriefilz sehen toll aus - das lädt richtig zum Experimentieren ein! Wir haben z.B. mal auf eine Spanschachtel umgedruckt - super! Spannend sind auch ungewöhnliche Vorlagen und die Kombination von Transferdruck mit anderen Techniken, z.B. Applikationen, Collagen und Stickstichen. Viel Spaß dabei!

Schaut heute wieder bei Anja Rieger vorbei - ich bin gespannt, welche Fische heute dort eintreffen!

Fish on Friday - Entfärben mit Haushaltsbleiche

Freitag, den 24. September 2010

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Für den Fischdruck auf rotem Baumwollstoff habe ich meinen alten, selbstgemachten Moosgummistempel mit angedickter Haushaltsbleiche auf Chlorbasis verwendet. Bislang hatte ich mich um das Bleichen mit Chlor gedrückt, denn man sollte dabei besonders vorsichtig vorgehen.
Dennoch: bei ruhigem Arbeiten, unter Beachtung der jeweiligen Gebrauchsanweisung, ergeben sich tolle Ergebnisse! Die wichtigsten Punkte habe ich am Ende des Artikels zusammengefasst.

Künstlerisches (partielles) Entfärben kann prinzipiell sowohl mit Entfärbersalz als auch mit Chlorbleiche (Drogerie) durchgeführt werden.
Entfärbersalz kann auf allen Naturstoffen, Bleiche nur auf pflanzlichen Fasern angewendet werden.

Zudem führt Haushaltsbleiche zu farblich anderen Ergebnissen, die sich sogar am selben Stoff unterscheiden können, je nach Dauer der Einwirkzeit. Bei schwarz gefärbten Stoffen ergeben sich zunächst leuchtend orangefarbene Effekte, die dann langsam in einen warmen Beigeton übergehen. Man sollte also beim Arbeiten stoppen und sofort auswaschen, sobald der gewünschte Ton erreicht ist.

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Entfärbt man mit Entfärbersalz, erhält die Entfärbung dagegen einen eher kühlen Ton, wie man am folgenden Beispiel sieht, das mit dem gleich Stoff (schwarzer Baumwollsatin) durchgeführt wurde. Unter der Kategorie Entfärbermethoden haben wir alle bisherigen Arbeiten zusammengefasst.

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Haushaltsbleiche auf Chlorbasis kann man im Drogeriemarkt unter verschiedenen Handelsnamen billig kaufen. Man verwendet sie zum Putzen, Desinfizieren, Bleichen usw. Sie ist flüssig und wurde von mir hier in wässriger Form (Malerei mit dem Pinsel) und gemischt mit Verdicker (Druck mit Moosgummistempel) eingesetzt. Mischt man Chlorbleiche mit einem Verdicker (ich habe wieder Silkodick verwendet), sollte die Paste zähflüssig angerührt werden, da die Bleiche ja flüssig ist. Die Bleichpaste hält nicht lange: also nur so viel vorbereiten, wie man in den nächsten Stunden verbrauchen wird.

Eine ausführliche Anleitung zum Arbeiten mit der Bleiche folgt in den nächsten Tagen.
Hier in Kürze die wichtigsten Punkte:
1.) Gut belüfteter Arbeitsplatz, Kleidung und Körper schützen. Kinder fernhalten. Unbedingt die jeweilige Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten!
2.) Entfärbungen mit Haushaltsbleiche gelingt nur auf pflanzlichen Fasern! Ich habe hier mit Baumwolle gearbeitet: oben ein rot gefärbter Baumwollbatist, unten ein schwarz gefärbter Baumwollsatin. Für Woll- oder Seidenstoffe nimmt man besser Entfärbersalz.
3.) Chlorbleiche ist aggressiv: Zum Malen nur Synthetikpinsel verwenden.
4.) Praktisch ist: die Entfärbung mit Chlorbleiche verläuft kontinuierlich (d.h. man muss den Vorgang nicht durch Hitze aktivieren). Aber das heißt auch, man muss den Entfärbervorgang sofort unterbrechen, wenn man mit dem Ergebnis zufrieden ist (wie oben bereits erwähnt: es ergeben sich farbliche Unterschiede in Abhängigkeit von der Einwirkungszeit).
5.) Chlorbleiche eignet sich zum partiellen Entfärben. Möchte man flächig entfärben, nimmt man die üblichen Entfärberpakete aus der Drogerie.
6.) Um den Entfärbevorgang zu stoppen, reicht bei kleineren Stücken Stoff das gründliches Auswaschen. Bei größeren Stücken kann die Bleiche beim Auswaschen jedoch die Grundfärbung des Stoffs verändern.
Das ist mir bei dem roten Tuch oben passiert: das kräftige warme Rot verwandelte sich in einen nicht mehr ganz so satten kühleren Ton (der aber auch ganz schön ist).
7.) GANZ WICHTIG: NIE MIT ESSIG STOPPEN!!!
Dieser bildet, zusammen mit der Chlorbleiche, gefährliches Chlorgas (deshalb auch die Warnungen auf den Flaschen, dass Chlorbleiche nie zusammen mit anderen Putzmitteln verwendet werden soll).
Als Bleichstopp eignet sich zum Beispiel Wasserstoffperoxid, das in Apotheken und teilweise in Drogerien erhältlich ist. Später soll der Stoff noch einmal gründlich ausgewaschen werden.

Chlorbleiche (z.B. Eau de Javel) gehört zu den beliebtesten Haushaltsreinigern in Frankreich. Bei sachgemäßem Umgang ist Bleiche ungefährlich.

Heute, wie an jedem Freitag, gibt es auf Anja Riegers Seite wieder viele unterschiedliche Fische. Schaut mal vorbei!

Sprühen mit der Funpump

Donnerstag, den 16. September 2010

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Diese Sprühflaschen habe ich in den letzten Tagen lieben gelernt!
Die möglichen Effekte sind so vielseitig, die Anwendung so einfach, die Ergebnisse so schnell…, dass ich ganz sicher damit weiter arbeiten werde, denn noch habe ich längst nicht alles ausprobiert.

Was ist der Vorteil der Funpump?
Man kann damit gezielt feinste Farbnebel auftragen, wodurch sich fließende Farbverläufe und Farbmischungen ergeben, ganz ohne Ränder. Es lassen sich Sprayeffekte erzielen, leise (ohne Kompressor) und umweltfreundlich (ohne Treibgas).
Die Flaschen sind preiswert (zur Zeit bei uns im Sonderangebot!), wiederverwendbar und so konstruiert, dass sie sich (laut Hersteller) nicht nur für dampffixierbare Seidenmalfarbe (das habe ich bisher ausprobiert), sondern auch für gelöste Batikfarbe, Bügelfarbe, Aquarellgrund oder gelösten Verdicker eignen. Wichtig: zunächst auf einem Probestück experimentieren, bis die richtige Lösung gefunden wurde.

Wie geht es?
Jede Funpump besteht aus einer transparenten Flasche, einem Sprühmechanismus mit aufsteckbarem Sprühkopf und einem Deckel, der zum Pumpen dient.
Die glasklare Flasche wird mit Farbe gefüllt und der Sprühmechanismus auf die Flasche geschraubt. Darauf wird nun der deckel gesetzt.
Durch wiederholtes Pumpen wird Luft in Flasche gebracht.
Wichtig: Solange pumpen, bis sich deutlich spürbarer Widerstand bildet.
Je länger gepumpt wurde, desto feiner wird der Sprühnebel.
Wenn nur noch wenig Druck in der Flasche ist, können sich Tropfen bilden, die auf den Stoff fallen (das macht auf feuchtem Stoff nichts aus - die Farbe verfließt ohne Ränder!).
Wird auf einen mit Aquarellgrund reservierten Stoff gesprüht, bleiben die einzelnen feinen oder größeren Tröpfchen stehen, d.h. eine Tröpfchenmusterung ist sichtbar.
Dieser Effekt bildet sich auch auf Kaltwachs. Das sieht wirklich toll aus!
Für jede Farbe sollte eine eigene Flasche verwendet werden, damit bequem gesprüht werden kann.
Nach dem Arbeiten die übriggebliebene Farbe in ein sauberes Gefäß abgießen und aufbewahren. Die Flaschen, vor allem aber den Sprühmechanismus! gründlich säubern. Im Lieferumfang ist ein zweiter Sprühkopf enthalten, der bei Bedarf ausgewechselt werden kann.
Ich decke den Tisch immer zweilagig und großzügig mit preiswerter Malerfolie oder mit Plusterfolie ab (Achtung: Plusterfolie kann beim Sprühen eine Musterung auf dem Stoff ergeben!).
Falls Bekleidung besprüht werden soll, eine Pappe zwischen Vorder- und Rückenteil schieben, damit die Farbe nicht durchschlägt.
Wichtig: die Arbeit unbedingt liegend trocknen lassen! Ich habe fast trockenen Stoff aufgehängt und später ungewollte Fließspuren gefunden. Die Farbe wandert noch lange im Stoff!

Was ist an Techniken möglich?
Grundieren: auf den feuchten oder trockenen Stoff feine Farbnebel verteilen. Das ergibt einen optimalen Untergrund für Stoffdruck, Entfärberdruck, Stickerei usw.
Musterung: Es lassen sich großflächige Muster auftragen, die Farben dürfen dabei etwas in einander fließen.
Schablonenmusterung: sowohl negative als auch positive Schablonen auflegen und sprühen. Ich habe Schals gesehen, bei denen Pflanzen als Schablonen (Masken) verwendet wurden… wunderbar!
Kombinationen: Ich habe einen weißen Etamineschal zunächst mit DekaPrint bedruckt und anschließend, nach dem Trocknen des Drucks, mit dampffixierbarer Seidenmafarbe übersprüht - das geht wunderbar!
Einen weiteren weißen Etamineschal habe ich mit weißen Flyfelpads befilzt und anschließend besprüht: auch das geht wunderbar. Jetzt bin ich daran, das Ganze noch mit etwas Stickerei zu versehen.

In den letzten Tagen habe ich viel mit Etamine de Laine experimentiert. Die Arbeiten liegen bereits in unserem Laden aus, und ich stelle sie in den nächsten Tagen auch hier in den Blog.
Zuerst kommt aber morgen wieder: Fish on Friday! Bis morgen also…