Archiv der Kategorie ‘Collage‘

Was aus Ecoprint so alles werden kann

Sonntag, den 27. Mai 2012

Jutta Hellbach hat sich in Karlsruhe einige Ecoprints von Brunhilde Scheidmeir besorgt und über diese Technik einen Artikel für den Bernina-Blog geschrieben (übrigens: der Bernina-Blog ist total vielseitig und interessant, ich habe ihn seit einigen Tagen fest verlinkt (siehe Spalte rechts).
Zum Abschluss des Artikels schreibt Jutta Hellbach: “Was aus den mitgenommenen Stoffen wird, zeige ich im nächsten Bericht, die Idee ist bereits durchdacht.”
Zugegeben, ich war sehr gespannt, was sie aus den Stoffen machen würde, inbesondere, da ich ihre wunderbaren ArtBags kenne.

Heute nun die Auflösung: eine ungewöhnliche und tolle Kombination vom Paperlamination und Ecoprint.
Ich glaube, das ist einmalig - Ähnliches habe ich noch nie gesehen! Jutta Hellbach hat eine ganz eigene Schichttechnik entwickelt, die auch mit den romantischen Ecoprints hervorragend harmoniert. Ein Hauch von Gold setzt noch Akzente. Ich bin begeistert!

Ganz neu: Traci Bunkers in deutscher Sprache!

Freitag, den 11. März 2011

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Dem Haupt-Verlag ist es zu verdanken, dass es eines der schönsten Bücher über selbstgemachte Stempel jetzt auch in Deutsch gibt (144 Seiten, 19.90 EUR)! Wir haben es in unser Programm genommen, bestellen könnt Ihr HIER.

Es ist unglaublich, wie man mit einfachsten Mitteln so frisch und modern wirkende Muster herstellen kann. Vor allem die Kombination verschiedener solcher Stempel ergeben tolle Musterungen, die sehr professionell wirken! Fast alle Beispiele eignen sich ausgezeichnet für Textilien (obwohl viel auf Papier gedruckt wird)!


Der Verlag schreibt über dieses Buch:
“Druckwerkzeuge lassen sich aus fast allem herstellen. Traci Bunkers zeigt anhand von 52 Projekten, wie man Alltagsgegenstände in interessante Stempel, Walzen und Schablonen verwandelt. Die benötigten Materialien sind oft im Haushalt bereits vorhanden und können auf überraschende Weise neu eingesetzt werden: Flip-Flops, Flaschenverschlüsse, Gummibänder, Klarsichthüllen oder das Geflecht eines Kunststoffkorbes gehören dazu.
Die klaren Anleitungen und Abbildungen zeigen Schritt für Schritt, wie die Druckwerkzeuge hergestellt werden und wie man mit ihnen raffinierte, mehrschichtige Muster und Drucke erzeugen kann, die sich zur Dekoration von Geschenkpapier, Papeterieartikeln, Stoffen und Accessoires eignen.”

Das Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert für alle die gerne Drucken und natürlich für alle, die Kurse geben und unterrichten.

Und jetzt möchte ich noch die Seite von Traci Bunkers empfehlen: Traci ist ein kreatives Energiebündel, und ich liebe ihren fröhlichen, kunterbunten Hippiestil, der viel Emotion transportiert!

Hier ist zum Beispiel eines ihrer Videos, in dem sie zeigt, wie sie eine Art-Journal-Seite anlegt (lasst Euch nicht vom akustischen Hintergrund irritieren, das ist so gewollt):



Mehr Videos von Traci Bunkers gibt es auf ihrer Seite und auf Youtube.
Auch ihr Blog ist sehenswert!

Ein schönes, kreatives Wochenende
wünscht Sabine

Fish on Friday - textile Collage

Freitag, den 19. November 2010

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Dieser Fisch enstand aus einem EcoPrint auf Wollstoff (Eukalyptus und andere Blätter, auch einige mit Eisen getränkten Fäden haben ihre Form und Farbe abgegeben), den mir Brunhilde mit der Aufforderung übergab: “Mach Du mal weiter!”
Die Blätter waren von Brunhilde bewusst zur Form eines Fisches gelegt worden. Beim Einrollen hatten sich jedoch zwei kleine Falten gebildet, die von den Blätter nicht erreicht und deshalb nicht bedruckt wurden. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob der Fisch als Form erkannt wird. Das war meine Aufgabenstellung.

Ich muss gestehen, dass ich mich diesem Projekt nur sehr zögerlich näherte.
Eine Arbeit, die ich nicht selbst begonnen hatte, fortzusetzen und vor allem zu verändern!!!, fiel mir schwer… Langsam sammelte ich Material, Nadeln und Fäden zusammen.

Der Umriss des Fischs wurde durch einfache Vorstiche mit einem multicolor Seidenstickgarn von Clover betont. Es gibt da eine Farbe, die genau zum Rot des Eukalyptus passt. Running stitch, wie sich der Vorstich in Englisch nennt, ist der richtige Ausdruck für das, was dann abging: nach den ersten paar Stichen rannte die Nadel um den Fisch, umrundete noch einige Eukalyptusblätter… ich wollte kaum noch aufhören. Das hat wirklich Spaß gemacht!
Für die nicht bedruckten Aussparungen am Fisch habe ich gerissene Streifen von blauholzgefärbtem Organza aufgestichelt, ein Farbton, der einen schönen optischen Kontrast zu den feurigen Eukalyptusnunancen zeigt. Außerdem wollten noch der eine oder andere kleine Organzarest auf den Stoff, manche mit Tee gefärbt.
Jetzt muss der Fisch mal ruhen. Ich werde die Collage in den nächsten Tagen ansehen und schauen, ob noch ein Stückchen Stoff dazu möchte oder ob vielleicht etwas entfernt werden muss.

Der Print erinnert mich an diese wunderbaren prähistorischen Fische der Tiefsee, die sich so an ihre Umgebung angepassen, dass man manchmal nicht weiß, ob sie Stein, Pflanze oder Tier sind. Diese Wesen wirken so unglaublich alt und weise, ein bisschen, wie von einem anderen Stern.

Über EcoPrint könnt Ihr unter anderem HIER lesen, ebenso, dass am Samstag, den 27. November Brunhilde bei uns im Laden zeigt, wie es geht.
An diesem Tag könnt Ihr Brunhildes tolle Prints anschauen und kaufen! Ihr könnt mitmachen, wenn Ihr wollt, und das GRATIS!
Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Auch an diesem Freitag finden sich wieder viele, ganz unterschiedliche Fische bei Anja Rieger ein, viel Spaß beim Anschauen!

Fish on Friday!

Freitag, den 16. Juli 2010

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Textilcollagen - wie macht man das?
Das wurde ich immer wieder gefragt, seit ich diese Goldfischcollage und ein paar andere für den Kreativtag von Ellen (seelenruhig) gemacht habe.

Es gibt, glaube ich, so viele Vorgehensweisen, wie es Collagen gibt: jedesmal entwickelt sich das Bild auf neue Weise (so war es zumindest bei mir…). Und dennoch: ein paar Punkte gelten wohl immer:

1. Mit einem Thema oder einem Bild entwickelt sich die Collage schneller.
Bei der Collage oben ging es um Goldfische in einem bestimmten Park meiner Kindheit (ich liebe Goldfische, die Farbe, die fließenden Bewegungen…).
Das Thema kann sich durch ein Bild, um ein Foto herum entwickeln. Gerne verwende ich dazu den Lavendelumdruck, mit dem die Fotokopie eines Bildes auf Stoff gedruckt werden kann.
Manchmal entwickelt sich das Thema allerdings erst beim Arbeiten (so war es hier bei mir). Wenn es dann einmal steht, weiter überlegen, assoziieren, fantasieren: was gehört dazu, welche Düfte, Klänge, welche Farben, welche Formen….
2. Wichtige Erkenntnis: man kann nichts falsch machen!
Wenn beim Arbeiten etwas schief geht: einfach eine weitere Schicht darüber kleben, nähen, stempeln… so lange, bis es passt.
Die Collage oben entwickelte sich um die Rosendrucke: ich wollte zunächst einen Rosengarten nähen. Aber nach einem euphorischen Beginn ging nichts mehr…
Erst als ich den Rest eines gemalten Blueprint-Stoffes von Brunhilde bekommen habe, und dieses Blau so gut zu den Rosen passte, und ich mich fragte, was daraus nur entstehen könnte… da sind mir wieder die Goldfische aus dem Rosengarten eingefallen…
3. Freie Assoziation, ein wichtiges Instrument (siehe oben)
4. Material
Am besten arbeitet es sich mit leichten bis mittelschweren Stoffen. Mein Fundus bestand außerdem aus vielen Probedrucken, die ich versehentlich nicht weggeworfen hatte. Diese habe ich oft ausgeschnitten und appliziert.
Praktisch sind kleine Reste von transparenten naturfarbenen Stoffen, wie Chiffon, Tüll und Organza, die einen Blick auf weiter unten liegende Schichten zulassen.
Naturfarbene Stoffe mag ich, weil sie schnell mit Pinsel und Bügelfarben gefärbt werden können.
Zum Sticken nehme ich Fäden aller Art, gerne auch einfache dünne, doppelt genommene Nähgarne, gerne auch Strickgarne oder Leinengarne…
Praktisch ist auch Wollvlies zum Nadelfilzen, das ergibt zusätzliche Strukturen. Und Spitze, Bänder…
Von allem braucht man nur wenig!
5. Werkzeug
Große Schere, kleine Schere, Cutter, Schneideunterlage, Nadeln in unterschiedlichen Stärken, Filznadeln, Vliesofix (Klebeschicht zum Aufbügeln), Textilkleber (oder auch andere Kleber), diverse Pinsel.
Ich drucke gerne, deshalb habe ich auch immer etwas Moosgummi oder Stempelgummi zur Hand (zum Selbermachen von Motiven) und Farben.
Wichtig: Lavendelöl für den Lavendelumdruck!
Optimal sind die vielseitigen Bügelfarben: man kann mit ihnen schnell Stoffstückchen aller Art grundieren und bemalen oder -mit Verdicker versehen- auch schnell mal drucken oder schablonieren. Einige wenige Farben reichen, den rest kann man mischen.
6. mixed Media - alles geht
Die Fische bestehen aus Papier. Den großen Fisch links und die kleineren oben habe ich mit orange bemaltem Organza beklebt (Vliesofix), dann ausgeschnitten und aufgenäht. Den Fisch unten rechts habe ich in einen Käfig aus Organza gesteckt. Man kann auch Stoffblüten verwenden, Perlchen, Sticker…
Das Material ist entweder geklebt, aufgebügelt oder mit Hand genäht/gestickt, immer in Schichten!
7. Schritt für Schritt - mit Gefühl
Wie gesagt: zunächst hatte ich den kleinen Rosengarten genäht und wusste dann nicht mehr weiter. Dann kam der blaue Hintergrund, der mich an Wasser erinnerte. Den Rosengarten habe ich gedreht und aufgenäht. Dann kamen die Fische… und der Rest, d.h. die Randgestaltung, der aufgebügelte Rosenstempel und die kleinen Röschen, das ist jetzt Gefühlssache: wo fehlt noch etwas, welche zusätzlichen Farben brauche ich, damit sich ein Gleichgewicht einstellt. Slow sewing - langsames Nähen - das Richtige für entspannte Sommerabende.
8. Geplant oder spontan?
Ich mag bei Collagen das Spontane: ein Stoffstückchen an das nächste, die Stiche mal so, mal anders… Das langsame Wachsen, das Entwickeln, der Weg… also einfach mal ausprobieren - es macht richtig Spaß!

Viele sehenswerte Fische tummeln sich, wie an jedem Freitag, bei Anja Rieger!

Fernweh: Zeitreise ins Tal der Rosen

Sonntag, den 9. Mai 2010

Fernweh – Sehnsucht nach der Ferne: Der Aufruf von Ellen (seelenruhig) gab den Anstoß, mich mit diesem Thema zu beschäftigen.
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Anstelle von fremden Ländern tauchte allerdings immer wieder das Tal der Rosen auf. Tal der Rosen: ein Ort aus meiner Kindheit. Einnerungen an den schweren Duft der Rosen, an das Taubenhaus, die Voliere, die Goldfische…

Kann Fernweh nur in Einheiten von Raum gemessen werden? Lässt sich die Sehnsucht nach der Ferne nicht auch in Zeit erfassen?

So habe ich mich entschlossen, für dieses Thema eine Zeitreise zu machen und dabei eine Art textilen Reiseführer anzulegen.
Meine Bedingungen an mich: ich wollte nur selbst gestaltete Stoffe verwenden und möglichst viele Techniken ausprobieren, die ich bisher nur theoretisch kannte.
Und da dies ein Blog für textile Ideen und Anleitungen ist, werde ich in nächsten Tage in weiteren Einträgen zeigen, wie die einzelnen Seiten des Reiseführers entstanden sind.

Deckblatt: “Reiseführer zum Tal der Rosen”
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Schablonentechnik, Molatechnik (reverse appliqué), Applikation, freie Handstickerei mit Leinengarn auf Baumwolle

Seite 2: “Annäherung an das Tal der Rosen”
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Applikation von handgefärbten Stoffen, Filz, Stoffdruck, Lavendelumdruck, freies Sticken

Seite 3: “Das stille Glück - Goldfische im Tal der Rosen”
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Applikation von handgefärbten Stoffen, Blueprint, Stoffdruck, Lavendelumdruck, freies Sticken

Seite 4: “Das Gurren der Tauben, der Duft der Blüten”
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Applikation von handgefärbten Stoffen, Stoffdruck, Lavendelumdruck, freies Sticken

Seite 5: “Schwarze Rosen”
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Lavendelumdruck, Stoffdruck, Applikation

Die beiden folgenden handgedruckten Stoffe sollen das rückwärtige Deckblatt des Reiseführers ergeben:

Seite 6: “Rosen tanzen an den Hängen des Tals”
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Selbst entworfener und geschnitzer Rosenstempel (Stempelgummi), Handdruck mit Stoffdruckfarbe

Seite 7: “Duftende Rosen am Mittag”
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Holzstempel mit einem antiken buddhistischen Rosenmotiv (wie uns eine Archäologin aus dem benachbarten Reiss-Engelhorn-Museum erklärt hat, wurde dieses Motiv vermutlich von Alexander dem Großen nach Idien gebracht, wo es noch heute in alten Tempeln zu sehen ist…), Handdruck mit Stoffdruckfarbe

Liebe Ellen, das hat richtig Spaß gemacht - herzlichen Dank!
Jetzt bin ich gespannt auf Morgen und auf die Orte, zu denen ich durch die anderen Beiträge geführt werde…