Archiv der Kategorie ‘DIY - Mode‘

Neu entdeckt: Bouretteseide als Schalmaterial

Freitag, den 21. September 2012

Leicht, aber mit Volumen und angenehm wärmend: diese Eigenschaften machen aus der Bourette 22 einen idealen Schal für das ganze Jahr.
Die Oberfläche ist matt und leicht offen gewebt, so dass der Schal nicht rutscht, sondern sich gut schlingen lässt und immer sitzt: ein idealer Begleiter für Jacken, Mäntel und Bekleidung für Arbeit und Freizeit.

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Meterware für einen Schal? Aber wenn man nicht nähen mag oder kann?
Diese spezielle Bouretteseide hat den großen Vorteil, dass man aus den Seiten des Schals ganz einfach Fäden für fransige Kanten auslösen kann (so genannte “offene Kanten”).
Wir haben hier an drei Seiten (man kann das natürlich auch an allen vier Seiten machen) jeweils etwa ein Zentimeter breit vorsichtig die Querfäden herausgezogen. Das ergibt hübsche Fransen, die sehr gut halten, also nicht weiter ausfransen.
Falls die Nähmaschine griffbereit ist, lässt sich Bourette natürlich auch ganz einfach mit einem Zickzackstich oder einem Rolliersaum bändigen. Aber wie gesagt: der Stoff eignet sich wunderbar für das einfache Auslösen von Fransen!

Bouretteseide lässt sich prima färben!
Diesen Schal hat unsere Freundin Brunhilde Scheidmeir mit dampffixierbaren Seidenmalfarben (Dupont) und einer ihrer kreativen Färbetechniken gestaltet. Kurz zusammengefasst geht das so: der Stoff wird, auf einer Folie liegend, mit dampffixierbarer Seidenmalfarbe teilweise gemustert; dann dicht zusammengefaltet, zwischen Holzbrettchen gepresst und im Topf weiter gefärbt. So entstehen die kräftigen grafischen Farbakzente, wobei durch die enge Faltung die erste Musterung, trotz des Färbebads, zum größten Teil bewahrt wird.

Aus 2m Stoff (den man längs in der Mitte teilt), erhält man zwei Schals mit jeweils 2m*55cm, d.h. ein Schal kostet dann nur 11,40 EUR!
Und das Beste: der Schal trägt sich wunderbar!

Ein Lieblingsstück!

Mittwoch, den 22. August 2012

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Dies ist einer der Schlauchschals aus Bouretteseide, die wir beim letzten Kurs im Atelier von Brunhilde Scheidmeir in Speyer gefärbt und bedruckt haben. Das Praktische daran: der Seidenschlauch muss nicht genäht und nicht gesäumt werden!

Färben mit dampffixierbaren Seidenmalfarben:
Gefärbt wird solch ein Stück in zwei Zügen: zuerst kommt die Grundfärbung, hier ein warmes Goldbraun. Dann wird der Schal von den kurzen Kanten her gerafft und geknotet und in rote Farbe gelegt. Der Trick dabei ist, dass der Schal nicht in der Farbe schwimmen, und dass auch nicht gerührt werden darf! Auch ein Aufkochen der Farbe muss vermieden werden. Wir färben also bewusst falsch, so dass die Färbung ungleichmässig wird.
Drucken mit den Siebdruckschablonen:
Nach dem Trocknen kann dann mit Dekaprint und den Siebdruckschablonen gemustert werden. Hier wurden zwei unterschiedliche Muster (Sternchen und Sternenhimmel) verwendet, die Schablonen wurden immer mal wieder gedreht. Damit die Farbe beim Drucken nicht auf die gegenüberliegende Seide durchschlägt, wurde zwischen die Stoffschichten Backtrennpapier gelegt.

Once again:
Der letzte Workshop war so schnell belegt und hat so viel Spaß gemacht, dass wir am Samstag, den 15. September einen zweiten in dieser Art anbieten! Mehr dazu HIER
Ihr könnte Euch dazu entweder bei Brunhilde (b.scheidmeir@me.com) oder aber auch bei uns anmelden (jeromin@jeromin-shop.de).

Das ist schnell gemacht: Schlauchschal aus Bouretteseide

Mittwoch, den 13. Juli 2011

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Bouretteseidenjersey (eine Schlauchware) schnell im Topf mit Batikfarbe oder dampffixierbarer Seidenmalfarbe gefärbt. Wenn man den Schal, so wie ich hier, nicht gleichmäßig färben möchte, kann man ihn an einigen Stellen abbinden und mit einer Pipette eine zweite oder dritte Farbe auftröpfeln.
Wichtig: wenn solche Zweit- und Drittfarben partiell hinzu gegeben werden, darf man natürlich nicht mehr rühren! Sonst erhält man eine gleichmäßige Mischfarbe.
Eine ausführliche Färbeanleitung gibt es HIER.

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Shibori-Entfärbung mit Haushaltsbleiche

Mittwoch, den 6. Juli 2011

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Abbildung: HonestlyWTF

Dieses T-Shirt gefällt mir total gut!
Die einfache Anleitung von HonestlyWTF ist sieht Haushaltsbleiche vor, die eigentlich in jedem Drogeriemarkt zu finden ist.
Wichtig: Nicht nur Handschuhe tragen, sondern möglichst auch eine Schutzbrille!
Das Zeug ist wirklich intensiv reizend!

HIER gibt es auch eine ausführliche Anleitung zur Anwendung von Haushaltsbleiche von uns.

Ich habe inzwischen noch mehr Respekt vor Haushaltsbleiche:
vor einigen Tagen wollte ich versuchen, einen farbigen Seidenstoff mit Haushaltsbleiche zu entfärben. Innerhalb von wenigen Sekunden flockte die Flüssigkeit seltsam aus. Was ich erst beim Spülen bemerkt habe: es handelte sich nicht um Ausflocken, sondern der Stoff selbst hat sich aufgelöst. Ich hatte nur noch Fetzen übrig.
Also Seide und Wolle (tierische Fasern, die Eiweiß enthalten) auf keinen Fall mit Haushaltsbleiche entfärben!
Da würde ich nur noch mit Entfärberpaste arbeiten.

Bei Anja Rieger findet sich heute ebenfalls ein wunderbares T-Shirts, das mit Haushaltsbleiche bedruckt wurde! Anja beschreibt ausführlich verschiedene Versuche, mit einer Schablone aus Freezer Paper und Haushaltsbleiche einen Rankendruck herzustellen.
Lesenswert (und das Shirt ist toll geworden!)!

Große Schals zum Wickeln und Schlingen
- immer wieder anders!

Montag, den 4. Juli 2011

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Lang und breit, hauchzart auf Chiffon gefilzt, nach Wunsch mit einigen Löchern und Schlitzen an den richtigen Stellen versehen, kombiniert mit zwei langen Schnüren!
All dies zusammen macht enen der modischen Wickelschals aus, die sich Uli Spiro ausgedacht hat: ein Klassiker im Schrank, der sich vielseitig immer wieder anders tragen lässt!
Auf dem Foto oben (das Model ist übrigens Rita Weins, die die schönen Stoffdrucke macht!) wurde der Schal um die Hüfte geschlungen. Er lässt sich auch in vielen Varianten als Oberteil tragen, als Schal schlingen, als Stola einsetzen und sogar als Kopfbedeckung nutzen.
Und da der Schal so hauchzart gefilzt wird, lässt er sich prima in jeden Urlaubskoffer packen - als Schutz für kühle Abende oder Regentage.

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Übrigens: Im Herbst 2009 hatten Uli und ich in der FilzFun einen Artikel über diesen wandelbaren Schal geschrieben, der sich auf vielfache Weise als Tuch, Oberteil, Kopfbedeckung und Gürtel tragen lässt.
Die FilzFun ist eine tolle, informative Zeitschrift über modernes Filzen und lässt sich entweder direkt beim Verlag bestellen, in vielen Bahnhofsbuchhandlungen kaufen oder bei uns kaufen (wir halten auch die meisten früheren Hefte auf Lager!).

Rollkragenschal - Mustern mit farbgetränkten Schnüren

Dienstag, den 31. Mai 2011

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Solche, wie gedruckt aussehende Effekte, lassen sich ganz einfach durch farbgetränkte Schnüre herstellen.
So gehts:
Der Rollkragenschal aus Seidenjersey wurde in zwei Durchgängen mit Deka L Batikfarben gefärbt.
Im ersten Durchgang wurde der Schal in Grün gefärbt.
In der Zwischenzeit wurden Seidenschnüre in ein Schälchen mit konzentriert angerührter Deka L-Farbe (marineblau) gelegt.
Dieses Farbbad muss kalt sein, denn damit der Trick funktioniert, darf die Farbe nicht fixiert sein!
Man hätte die Schnüre also auch in dampffixierbare Seidenmalfarbe hängen oder die Schnüre mit solchen Farben bemalen können (auf keinen Fall gehen Bügelfarben, denn diese sind nach dem Trocknen fixiert und können keine Farbe mehr abgeben!).
Der gefärbte und inzwischen trockene Stoff wurde zusammengeknüllt und mit den farbgetränkten, ebenfalls trockenen Seidenschnüren umwickelt. In einem zweiten Durchgang wurde das Knäuel hellgrün überfärbt. Dabei geben die marineblauen Schnüre ihre Farbe ab und durch die Färbung wird gleichzeitig alles fixiert.
Muster!
Die Art Musterung hängt davon ab, wie man wickelt! Gezieltere Muster ergeben sich, wenn der Stoff über eine Schablone gefaltet und dann umwickelt wird. Soll ein deutlicher Farbabdruck sichtbar werden, unbedingt fest abbinden!
Ich habe zum Abbinden Seidenperlgarn verwendet. Intensivere Effekte ergeben sich zum Beispiel durch gerissene Stoffstreifen.
Schöne Resteverwertung!
Die gefärbten und fixierten Schnüre lassen sich prima weiterverwenden, z.B. für Seidenquasten, als Geschenkband, zum Sticken, Häkeln, Einziehen…

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Ein Lob auf die Seidenjerseyschals!
Anschmiegsam, weich, leicht - so schützen sie den Hals immer dann, wenn Zugluft droht.
Weil sie so leicht sind, lassen sie sich einfach in der Tasche verstauen und sind immer zur Hand, wenn sie gebraucht werden.
Zum Beispiel, wenn beim Strandspaziergang oder der Wanderung Wind aufkommt. Beim Fahren mit geöffnetem Fenster, mit dem Kabrio oder dem Fahrrad.
Viele Motorradfahrer lieben diesen Schal: einfach in einem gedeckten Ton eingefärbt, ist er ein willkommenes Geschenk!
Im Sommer nicht zu vergessen: die Klimaanlagen in den Geschäften, den Büros oder der Bahn. Mit dem leichten, angenehmen Seidenjerseyschal gibt es keine schmerzhaften Zerrungen mehr…

Weitere Mustermöglichkeiten für Rollkragen!
Andere einfache Musterungen für Rollkragenschals sind HIER zu sehen.

Rollkragenschal aus Seidenjersey

Sonntag, den 7. November 2010

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Man nennt ihn Snood, Tunnelschal oder Schlauchschal… egal, welchen Namen man dafür benutzt: er ist super praktisch, weil man ihn einfach im Handumdrehen über den Kopf zieht, und schon sitzt er!
Diese Tunnelschals aus elastischem Seidenjersey sind einfach nur mit dem Rollschneider geschnitten.
Man kann sie mit einem Zickzack- oder Overlockstich versäubern, aber eigentlich ist das nicht nötig, denn der Rand ribbelt nur dann auf, wenn intensiv an ihm gezupft wird. Wichtig: wird der Schal anschließend gefärbt, sollte ein Seidenfaden benutzt werden, der die Farbe ebenfalls annimmt. Allesnäher bestehen aus Polyester, die durch Batik- und dampffixierbare Seidenmalfarbe nicht gefärbt werden können.

Meistens werden Rollkragenschals gefärbt (DEKA L oder dampffixierbare Seidenmalfarbe).
Eine ausführliche Anleitung zum Färben im Topf gibt es HIER.
An Techniken eignen sich alle Effektfärbungen (Shibori-Abbindungen, Degradeefärbungen, Tauchfärbungen) oder Pipettenfärbungen (diese werden meist in der Mikrowelle fixiert).

Bei den drei Schals hier habe ich Bügelfarbe verwendet (JAVANA von KREUL), die mit einer Schaumgummirolle aufgetragen wurde. Man braucht keinen Rahmen, sondern breitet die angefeuchteten und gut ausgedrückten Schals auf einem mit Malerfolie abgedeckten Tisch aus.
Die Farbe, die auf der Vorderseite aufgebracht wird, sickert auf die Rückseite durch, so dass der Schal durch einen einzigen Farbauftrag durchgemustert ist. Möchte man das nicht, wird eine Schablone (z.B. Plastiktüte) benutzt, die die Farbe abhält.

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Am besten arbeitet man nur mit wenigen Farben.
Ich habe hier Brombeere und Flieder kombiniert mit Kiwi, einem Grünton. Solche, fast komplementäre Töne sind gefährlich, weil sich beim Mischen schnell mal schmuddelige Nuancen entwickeln können. Beim nächsten Mal bleibe ich, wenn es schnell gehen soll, eher innerhalb einer Skala.
Für den Auftrag feuchte ich die Schaumgummirolle etwas an, der Farbverbrauch ist dann sparsamer.
Und dann geht es los: Farbe auf einen Pappteller o.ä. ausgießen, mit dem Roller aufnehmen und auf den Schal auftragen: feine Streifen, breite Streifen, Karos oder Schrägen… und das runde Ende der Schaumgummirolle kann sogar als Stempel benutzt werden (siehe oben). Macht Spaß und geht schnell!

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Dem Trocknen helfe ich mit einem Föhn nach. Ist der Schal gut durchgetrocknet, kann er noch gebügelt werden.
Solch ein Schal ist auch ein super schnelles Geschenk!

Seidenjersey lässt sich übrigens auch gut befilzen und wird wunderschön! Aber das ist ein anderes Thema…