Archiv der Kategorie ‘Ecoprint & Pflanzenfärben‘

Das Auswickeln der Bündel
ist ein bisschen wie Weihnachten

Freitag, den 27. Dezember 2013

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Brunhilde Scheidmeir: Bündel vor dem Kochen

Alle, die schon mal den Blattdruck auf Naturstoffen ausprobiert haben, wissen, dass das Allerbeste zum Schluss kommt: das Auswickeln des Bündels!

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Brunhilde Scheidmeir: Bündel nach dem Kochen

Der Ablauf ist bekannt:
Blätter werden auf den feuchten, in der Regel vorbehandelten Stoff gelegt.
Der Stoff wird fest zusammengelegt oder auf ein Rohr gerollt.
Das Bündel wird fest verschnürt und eine Zeitlang gedämpft oder gekocht.
Nach dem Abkühlen wird das Bündel ausgepackt, den Stoff lässt man nun etwas ruhen, damit er Sauerstoff aufnehmen kann. Dies intensiviert den Druck.

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Brunhilde Scheidmeir: Beim Auspacken!

Dann wird gewaschen und gebügelt und nach Wunsch weiter behandelt.

Wie bei jeder Drucktechnik spielt auch beim Naturdruck die Art des Stoffes eine große Rolle für das Ergebnis.

Ein dichter glatter Stoff gibt Drucke intensiver und mit größerer Detailgenauigkeit wieder.
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Brunhilde Scheidmeir: Naturdruck auf Woll-Interlock

Ein offenes leichtes Gewebe zeigt einen vergleichsweise zarteren Abdruck.
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Brunhilde Scheidmeir: Naturdruck und Blauholz auf Pongé 08

Filz (am besten eignen sich handgefilzte Nadelvliese) ist eine wunderbare Grundlage für Ecoprint, da er die Drucke satt und detailreich wiedergibt.
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Brunhilde Scheidmeir: Eichenblätter gedruckt auf Nunofilz

Das passt:
Seide aus handgesponnenem Garn und Pflanzendruck

Donnerstag, den 12. Dezember 2013

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Spunsilk heißt der neue leichte Seidenstoff, dessen feine Kettfäden aus glänzender Maulbeerseide und dessen weiche Schussfäden aus einer cremefarbenen, weichen, handgesponnenen Seide aus Indien bestehen. Das handgesponnene Garn weist zarte Verdickungen auf, die dem Gewebe Leben verleihen.
Der Stoff ist cremefarben (natur) mit einem feinen Seidenschimmer, leicht und etwas transparent. Ein hauchzarter Seidenflaum gibt dem Gewebe etwas Wärme und Volumen.
Spunsilk wird als Schals in verschiedenen Größen angeboten und auch als Meterware.
Hier noch einige Bilder:
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Alle diese so schönen Pflanzendrucke sind wieder von Brunhilde Scheidmeir!

Die Kombination dieser handwerklich wunderbar gestalteten Seide mit dem poetischen Pflanzendruck ist einfach toll!

Neue Wollstoffe für Naturdrucke

Donnerstag, den 12. Dezember 2013

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Im Atelier von Brunhilde Scheidmeir : frischer Eukaplytus

Viele Eukalyptussorten zaubern auf Wolle dieses unglaublich glühende Rot/Orange!
Eukalyptus bekommt man am besten in Blumenläden oder in Gärtnereien, wo die Zweige Sträußen als Bindegrün beigefügt wird. Wie Ihr wisst, sollen für Ecoprint die Blätter in einen feuchten Stoff (straff!) gewickelt werden.
TIPP: Das feurige Rot des Eukalyptus entwickelt sich besonders gut, wenn dem Einweichwasser ein Schuß Essig beigegeben wird.

Im folgenden zeigen wir Euch Eukalyptusdrucke, die Brunhilde auf einige Wollstoffe gezaubert hat, die wir erst seit kurzem im Sortiment haben. Es handelt sich um edle und besondere Stoffe, die den Zauber der Blätter besonders gut wiedergeben, und die sich wunderbar für Bekleidung eignen.

1. Strickstoff aus zarter, extrafeiner Merinowolle
Weich, fällt ganz wunderbar! Vorderseite glatt rechts, Rückseite kraus, wie handgestrickt! Der Stoff hat rechts und links sehr schöne Strickkanten. An den Schnittkanten sollte er mit einem einfachen Zickzackstich gesäumt werden. Aus einem Meter Stoff ergibt sich z.B. ein wunderbar wärmender Schal!

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Nahaufnahme von der kraus gestrickten Rückseite

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Vorderseite des Strickstoffs: glatt gestrickt

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Hier noch einmal die kraus gestrickte Rückseite. Auf diesem Bild sieht man besonders gut den wunderbaren Fall des Gestricks

2. Interlock-Strickschlauch
Interlocks sind doppelt gestrickt und dadurch besonders stabil. Das macht diesen Stoff sogar für Röcke und Cacheurs geeignet! Das Material, aus dem der Stoff gestrickt ist, ist wiederum extrafeine superweiche Merinowolle. Die dichte, glatte Oberfläche (beide Seiten zeigen eine glatte Oberfläche!) gibt auch die winzigsten Details klar wieder und wirkt gleichzeitig samtig. Hier kommen die Bilder:

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3. Unser dritter Stoff ist ein sehr schönes, wunderbar fallendes Wollcrêpegewebe, von dem wir zur Zeit leider nur eine unbedruckte Abbildung zeigen können. Aber ich kann versichern: auch auf diesem Stoff zeigen sich tolle Prints! Der Stoff eignet sich für alle Bekleidungsvorhaben und weist alle Vorteile auf, die Wolle so hat. Krepp fällt imer besonders schön und knittert kaum.

Sonntagsgruß von Brunhilde

Sonntag, den 8. September 2013

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Schilf auf Seide - Idee, Ausführung, Foto: Brunhilde Scheidmeir

Eben haben wir einen Sonntagsgruß von Brunhilde bekommen: Schilf auf Naturseide “Pongé 08″!
Ist er nicht schön?
Am nächsten Samstag und Sonntag könnt Ihr in Speyer lernen, wie man mit Hilfe von Pflanzen und feuchter Hitze solch schöne Pflanzendrucke auf Stoff und Papier zaubern kann.
www.textilstudio-speyer.de

Ecoprint zwei!

Dienstag, den 3. September 2013

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Naturdruck auf Papier von Brunhilde Scheidmeir

Am Ende der kommenden Woche (Samstag 14. bis Sonntag 15. September) veranstalten wir einen Kurs für Ecoprinterinnen, die bereits Erfahrung in dieser Technik gesammelt haben und noch weiter auf diesem schönen Weg gehen möchten. Wir wollen viele Möglichkeiten aufzeigen, wie man das Drucken mit Blättern und anderen Pflanzenteilen noch vielschichtiger und aufregender gestalten kann!
Zum Beispiel: Ecoprint wird mit dekorativen Färbetechniken kombiniert.
Und: Die Vorbereitung des Stoffs oder des Papiers mit Beize kann auch malerisch ausgeführt werden.
Oder: Zur Gestaltung von Stoff und Papier bietet die Natur eine Vielzahl von farbgebenden Materialien wie Hölzer, Mineralien oder Früchte, die in ganz unterschiedlicher Form das Druckbild prägen. Dabei profitieren wir vom Wissen der Meisterfärber früherer Jahrhunderte, das wir für unsere Zwecke einsetzen.
Und Ihr werdet so manche Tipps erfahren, die aus unserer reichhaltigen Trickkiste stammen…
In Brunhildes Werkstatt wird es duften wie in einer Alchemistenküche: es wird brodeln, dampfen und nach Pflanzen duften…
Wir haben noch Plätze frei - bei Interesse solltet Ihr Euch bitte möglichst schnell bei uns melden!
jeromin@jeromin-shop.de

Spannend: Jutta Hellbach und Naturdruck

Donnerstag, den 1. August 2013

Das ist auch für uns spannend: Jutta Hellbach lässt uns auf dem Bernina-Blog an einem Experiment teilhaben.
Jutta hat noch nie einen Ecoprintkurs besucht. Nur durch die Unterstützung unseres Buches will sie sich in den Naturdruck einarbeiten und aus den so entstandenen Stoffen einen traditionellen Quilt nähen.

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Unser Buch über Naturdruck mit Pflanzen, 20.– EUR zzgl. Versandkosten 3,95 EUR, zu bestellen HIER

Aber der Reihe nach:
Am Sonntag erst von der Messe Main-Quiltfestival in Aschaffenburg heimgekommen (ausführliche Berichte mit vielen Bildern HIER und HIER), wollte Jutta eigentlich erst einmal Ausatmen und sich erholen. Aber Energiebündel wie sie ist, stellte sie sich doch gleich wieder eine Aufgabe: sie wollte endlich einmal wieder einen traditionellen Quilt nähen.
Und ganz so einfach sollte es auch nicht werden:
Jutta will ihre Stoffe dafür selbst gestalten, mit Naturdruck, den sie bisher noch nie ausprobiert hat und auf Geweben, die es ihr beim Nähen auch nicht ganz so einfach machen: Seidenstoffe in unterschiedlichen Qualitäten und Stoffgewichten kombiniert mit handgefärbten Stoffen aus Baumwollsatin.
Und an diesen Abenteuern wird sie uns auf dem Bernina-Blog teilhaben lassen! Das wird auch für uns spannend!

Übrigens:
Wer den Naturdruck mit Blättern gerne life mit Brunhilde und Fritz erlernen möchte, kann dies in diesem Jahr ein letztes Mal tun beim Kurs “Experimentelle Drucktechniken” am 31. August/ 1. September 2013 in Speyer.
Der nächste Einführungskurs wird erst im kommenden Jahr wieder stattfinden.

Und wer schon etwas Erfahrung mit dem Naturdruck hat, hat am 14./15. September in Speyer Gelegenheit, ganz neue Methoden im Kurs “Ecoprint 2″ kennenzulernen. Brunhilde und Fritz haben in den letzten Monaten viel weiter experimentiert und tolle neue Verfahren und Anwendungsmethoden gefunden.
Neu, heiß, spannend… und noch nirgendwo beschrieben!
Informationen über die beiden Kurse: HIER!

Naturfarben und die große Sommerhitze

Sonntag, den 21. Juli 2013

Heute hatten wir hier in Mannheim wieder Temperaturen über 30°C.
Der Oberrheingraben gehört zu den wärmsten Gebieten Deutschlands - das ist oft schön, aber manchmal auch ganz schön anstrengend.
Die Flüsse Rhein und Neckar sorgen teilweise für tropische Luftfeuchtigkeit. Bis zur Rheinbegradigung im 19 Jahrhundert grassierte hier die Malaria, und auch heute noch wird die Mückenbrut in den verbliebenen Auwäldern jedes Jahr mit biologischen Mitteln bekämpft. In der Hitze nachts bei offenem Fenster schlafen zu können, ist wegen der Stechmücken nicht immer möglich.
In Japan wurden früher Moskitonetze gewebt, die laut Überlieferung gut die lästigen Mücken abhielten. Diese offenen Gewebe aus Hanf und Baumwolle wurden traditionell grün eingefärbt. Ich erinnere mich an einen Artikel im Netz, in dem ein “Fachmann” die typische Grünfärbung der Netze belächelte - dies sei alles nur purer Aberglaube, hahaha…
Einige Zeit später wurde in einer Untersuchung die Wirksamkeit dieser Netze getestet.
Und siehe da, die grün gefärbten Moskitonetze (und nur diese) hatten eine abschreckende Wirkung auf die lästigen Blutsauger, denn die grüne Färbung aus Indigo und einer gelb färbenden Pflanze verströmte ein Signal (Geruch), bei dem die Mücken schnell das Weite suchten!

Was ist das Besondere an Naturfarben?

Donnerstag, den 4. Juli 2013

Viele Textilbegeisterte sehen in naturgefärbten Stoffen eine besondere Harmonie und Farbtiefe. Woher kommt das?
Ganz einfach: die meisten Färbepflanzen produzieren gleich ein ganzes Bündel von Farben!
Manchmal liegen die Töne dieser Farben nah bei einander, oft unterscheiden sie sich aber ganz beträchtlich!
Die Eigenschaften der einzelnen Farben differieren: manche sind leicht wasserlöslich, andere nicht so gut. Einige Farbtöne haften bereits bei niedriger Temperatur, andere brauchen Hitze oder andere Reize, um gut auf Stoff zu halten. Daher ist klar, dass je nach individuellem Färbeablauf die einzelnen Farbtöne mal eine größere oder eine geringere Rolle spielen.
Die Summe der einzelnen Farbkomponenten gibt einer Naturfärbung ihre Einzigartigkeit: sie zeigt Tiefe und schillert fein.
Werden mehrere Färbungen übereinander gelegt, dann entstehen Farbflächen von einer Schönheit, die mit synthetischen Farbstoffen nicht imitiert werden kann!

Neue Pflanzendrucke von Brunhilde Scheidmeir

Samstag, den 29. Juni 2013

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Hier trocknen neue Ecoprints vor dem Atelier von Brunhilde Scheidmeir in Speyer!

Neue Ideen, neue Tricks… Brunhilde und Fritz forschen, probieren und finden immer wieder Neues!
HIER gibt es das Grundlagenbuch aus der Praxis für die Praxis, mit dem auch Angängerinnen schöne Prints gelingen, HIER das Set von Beizen, das wir für eine gute Haltbarkeit und Ausdruckskraft der Prints empfehlen.

KURSE:
Brunhilde bietet auf dem Main-Quiltfestival Schnupperkurse an.
Die von Freitag und Samstag sind ausgebucht, aber ab dem kommenden Montag wird vom Veranstalter auch noch ein Sonntagskurs angeboten! HIER kann man sich anmelden, Anmeldeschluss ist der 8.Juli!

Am 14. + 15. September findet in Speyer ein 2-Tageskurs für Fortgeschrittene statt (Basiskenntnisse sind erforderlich).
Bitte Anmeldung dafür per eMail bei jeromin(at)jeromin-shop.de.

Euch allen ein schönes Wochenende!

Alte Färbebücher

Montag, den 24. Juni 2013

Alte Färbebücher aus dem 18. und dem 19 . Jahrhundert sind eine wunderbare Quelle für gute Rezepte, wenn Ihr Euch für Naturfarben interessiert. Solche Bücher waren im Original oft sehr teuer, denn sie enthielten das gesammelte Wissen, um eine gewerbliche Färberei aufzubauen. Bücher vom Ende des 19. Jahrhunderts sind relativ einfach zu finden - sei es auf Antiquitätenmessen oder in großen Bibliotheken. Etwas schwieriger wird es, ältere Bücher in deutscher Sprache zu finden, die für heutige Färber noch ihren Wert haben.
Ein besonders schönes Buch heißt “Neues Englisches Färbebuch oder gründliche Untersuchungen über die Natur beständiger Farben und der besten Verfahrungsart, solche in der Färberei und Cattundruckerei hervorzubringen” von Edward Bancroft, das im Jahr 1817 auf deutsch herausgegeben wurde.
Zu jenem Zeitpunkt war das zweibändige Werk (~1000 Seiten) schon mehr als zehn Jahre in englisch erhältlich und hatte für Furore gesorgt. Bancroft gehörte zu den ersten Färbern, die sich für für die chemischen Zusammenhänge interessierten, und er hatte eine vorzügliche Spürnase, wenn es darum ging, neue Färbepflanzen zu entdecken. Es gäbe eine Menge über Bancrofts abenteuerliches Leben zu berichten: neben seinen Tätigkeiten als Wissenschaftler und gerissener Händler für Färberdrogen arbeitete er auch als Spion!
Bancrofts Buch liest sich noch jetzt, nach 200 Jahren, sehr gut und steckt voller schöner Beschreibungen von Gegenden, in denen Färbepflanzen angebaut oder besonders einfallsreiche Färbetechniken entwickelt wurden. Es werden eine Unmenge von Färbepflanzen besprochen, iRezepte beschrieben und viele Beizmischungen aufgeführt. Für lange Jahrzehnte galt Bancrofts Buch als führend.
Vor ungefähr 30 Jahren bekamen wir dieses Buch als Kopie einer Kopie ausgeliehen. Heute ist das “Neue Englische Färbebuch” digitalisiert und kann im Netz bequem gelesen werden. Und seit kurzem gibt es sogar eine Taschenbuchausgabe (746 Seiten), die in den USA speziell für deutsche Leser hergestellt wird.