Archiv der Kategorie ‘Weben & Spinnen‘

Fish on Friday - ein Dachbodenfund voller Erinnerungen…

Freitag, den 10. September 2010

fish_09_450.jpg

An diesen Fisch hatte ich lange nicht mehr gedacht.
Er entstand auf einem selbstgebauten Nagelrahmen, wenige Monate, bevor wir unseren Laden gegründet hatten.
Ein Nagelrahmen ist einfach herzustellen und für das Weben von Bildern ideal!
Man nimmt dazu einen alten Bilderrahmen oder Keilrahmen in der gewünschten Breite und Höhe und schlägt in die obere und untere Leiste in gleichmäßigen Abständen Nägel ein. Möchte man, wie hier, mit einer mitteldicken Wolle arbeiten oder mit dünnen Stoffstreifen (das Wasser ist aus solchen gerissenen Streifen gewebt), kommen auf einen Zentimeter ca. 3 Nägel. Zwischen diesen Nägeln spannt man fest gedrehtes Baumwollgarn (die Kette). Aus demselben Material wird zu Beginn und zum Abschluss des Bilds eine feste durchgehende Webkante gearbeitet, die das Ganze zusammenhält.
Für das Schussgarn (das sind die Querfäden, aus denen das eigentliche Bild entsteht) kann man alle möglichen Materialien nehmen.
Dies war die zweite Webarbeit in meinem Leben, und man sieht dem Bild an, dass es mit viel Begeisterung, aber wenig Planung angegangen worden ist (die langen Schlitze zeugen davon…). Ich kann mich erinnern, dass ich zeitweise daran gedacht hatte, diese zu schließen, ähnlich wie eine Flickarbeit. Aber irgendwie ist nichts daraus geworden, und jetzt bin ich froh darum, denn die Schlitze stören mich nicht mehr.
Als wir dann später den Laden gegründet hatten, hing das Bild dort lange an einer Wand. Irgendwann ist es dann auf dem Speicher gelandet, bis es sich jetzt wieder in Erinnerung gebracht hat.
Bildweben ist eine wunderbare Sache. Man braucht etwas Geduld, aber das Arbeiten mit Stoffresten und Garnen, das Zusammenstellen der Farben, und das langsame Wachsen des Bildes hat etwas Beruhigendes, Meditatives…
Inspiriert hatten mich damals die wunderschönen Webbilder aus der Werkstatt von Harrania (da gibt es ja auch tolle Fische, wie ich eben sehe), Teppiche der Navajo-Indianer (der Angler ist ein Indianer, wie man unschwer am Stirnband erkennen kann) und die herrlichen Tapisserien von Gunta Stölzl.
Schaut Euch auch die vielen anderen Fische an, die sich -wie jeden Freitag- auf der Seite von Anja Rieger tummeln! Viel Spaß dabei!