Archiv der Kategorie ‘Cyanotypie (Blueprint)‘

Was Ihr schon immer über Blueprint wissen wolltet…?

Montag, den 19. August 2013

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Blueprint auf gelb gefärbter Pongéseide
Das Foto gibt die Farben weniger intensiv wieder, als sie in Wirklichkeit sind, da wir für diese Probe eine sehr leichte Pongé05 verwendet hatten.

Blueprints gibt es nur in Blau - klar, aber sie können umgefärbt werden.
Da viele der Rezepturen mehr oder weniger giftig sind, wollen wir sie hier nicht vorstellen. Aber es gibt eine einfache Methode, das Blau mit Hilfe von Tee in ein schönes Braun umzuwandeln.
Dabei wird der Blueprint zuerst gebleicht, und zwar mit Hilfe eines ganz milden Akalis. Wir verwenden ganz normales Backpulver: ein Tütchen reicht. Das Backpulver wird in einer Schüssel Wasser aufgelöst und der Stoff hineingelegt. Bei mir dauerte das Bleichen gute zehn Minuten. Dann wird der Print ausgespült und nun in einem starken Sud aus schwarzem Tee gebadet. Die braune Pflanzenfarbe des Tees färbt zwar den gesamten Stoff ein, besonders stark aber den gebleichten Blueprint. Dieses Umfärben klappt vor allem mit kontraststarken Prints, bei schwachen Drucken geht der Druck schnell verloren.
Ein Tip für alle, die mehr wissen wollen: Blueprint oder Cyanotypie wird von den Fotografen zu den “Edeldruckverfahren” gerechnet, und es gibt eine riesige Menge an alten Rezepten.

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Dieser Print wurde anschließend mit Silkolor überfärbt.

Blueprints können mit Textilfarben überfärbt werden. Dabei wird der gesamte Stoff getönt: sowohl die blauen Flächen wie auch die hell gebliebenen. Wichtig: Alkali bleicht Blueprints, deshalb keine Reaktivfarbe mit Soda (z.B. Procion MX) verwenden.
Säurefarbe geht bei Seide und Wolle sehr gut, neutral eingestellte Reaktivfarben wie “Silkolor” eignen sich ebenfalls. Textilfarben sind nie deckend:bei einer Gelbfärbung werden die hellen Stellen gelb, der Blueprint erschein in Grün.
Vorgefärbte Stoffe eignen sich sehr gut für Blueprint! Auch hier mischt sich das Blau des Drucks mit der Hintergrundfarbe (siehe Abbildung oben).
Die fertig angemischte Blueprintlösung besitzt nur eine begrenzte Haltbarkeit von einigen Wochen, da die Lösung auch auf Wärme und andere Umwelteinflüsse reagiert. Sie muss ja leicht reaktiv sein, sonst würde sie sich nicht zum “Fotografieren” eignen!
Die beiden einzelnen Eisensalze sind trocken oder in Lösung über längere Zeit stabil. Erst nach dem Mischen werden sie empfindlich. Chemikalien und Farben sollten immer kühl, trocken und dunkel gelagert werden, so halten sie am besten.
Die Intensität des blauen Tons kann durch zwei Faktoren verstärkt werden: durch die Verlängerung der Belichtungszeit und durch die Stärke der Lösung.
Die Stärke einer Belichtung kann mit einem Teststreifen gut kontrolliert werden.
Unser Rezept (die beiden Salze in 200ml Wasser) lässt sich in Maßen verändern, um die Farbstärke zu erhöhen. Manche Fotografen nehmen etwa zehn Prozent weniger Wasser, also nur etwa 180ml. Wir haben dies selbst noch nicht getestet, sondern nur gelesen.
Natürlich freuen wir uns, wenn Ihr von Euren eigenen Erfahrungen berichtet!

Cyanotypie

Samstag, den 10. August 2013

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Idee und Ausführung: Brunhilde Scheidmeir

Basis-Anleitung HIER

Arbeiten von Brunhilde Scheidmeir HIER

Es gibt nur noch einen einzigen Platz im Kurs von Brunhilde und Fritz in Speyer (31. August/1. September), d.h. bei Interesse bitte schnell melden!

Interessentinnen aus Norddeutschland: das Atelier artverwandt bietet im Oktober einen Cyanotypiekurs an.
Kristina Schaper (amliebstenbunt) testet zur Zeit und bekommt tolle Ergebnisse!

Fish on Friday!

Freitag, den 13. August 2010

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Als Brunhilde Scheidmeir mich bei einem Besuch im Laden bat, ein paar Fische auf ein Blatt Papier zu kritzeln, wüßte ich noch nicht, was sie damit vorhatte.
Wir unterhielten uns, ich kritzelte… und eine Woche später hat sie mich dann mit einigen Blueprints (Cyanotypien) überrascht! DANKE!!!

HIER gibt es die ausführliche Anleitung zu dieser Fotodrucktechnik!

Für die Cyanotypie oben hat Brunhilde die Kritzelfische im Copyshop auf eine transparente Folie drucken lassen. Anschließend wurden die kopierten Fische auseinander geschnitten um einzelne Folienfische zu erhalten. Diese hat Brunhilde, zusammen mit einuigen Sukkulenten (die hier wie Wasserpflanzen aussehen!), auf einer vorbereiteten, lichtempfindlich gemachten Seide arrangiert und dem Sonnenlicht ausgesetzt: so kam das Bild fest auf den Stoff (waschfest!).

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Für die folgende Cyanotypie wurde die Salzlösung, die den Stoff lichtempfindlich macht, auf einen Bio-Baumwollbatist aufgetragen. Nach dem Trocknen hat Brunhilde die Folienfische aufgelegt und das Ganze der Sonne ausgesetzt.
Nach dem Entwickeln kam der Stoff noch in ein Eisenbad, wodurch das Gewebe und der Druck nachdunkelte. Toller Effekt!

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Obwohl die Fische auf diesem Bild kaum zu sehen sind, gefällt mir diese Cyanotypie besonders gut! Der Effekt entsteht dadurch, dass die Blueprintfarbe nicht deckend ist und sich mit dem vorgefärbten Untergrund mischt!
Grundlage ist also eine vorgefärbte Seide, auf welche die Blueprintlösung aufgetragen wurde. Nach dem Trocknen hat Brunhilde die Folienfische und einige Skelettblätter aufgelegt und das ganze Arrangement der Sonne ausgesetzt.

Wie jeden Freitag sind auf Anja Riegers Seite Links zu vielen interessanten Fischen zu finden!

Blueprint (Cyanotypie): Fotodruck auf Stoff

Freitag, den 13. August 2010

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Wie kommt das Bild auf den Stoff?
Blueprint oder Cyanotypie ist ein Fotodruckverfahren, das zu den ältesten Fotografietechniken gehört. Auf hellen Naturstoffen, auf Leinwand und festem Papier ergeben sich wundervolle Bilder in vielfältigen Blauschattierungen, die an Indigofärbungen erinnern. Das Bild oben stammt aus den ersten Versuchen meines Bruders Fritz Jeromin. Die Reihung der Pflanzen hat solch einen hübschen Rhythmus, dass dieser Blueprint immer noch zu einem meiner Lieblingsbilder gehört. Wie wird so etwas also gemacht?

Das Prinzip der Cyanotypie ist einfach!
Kurz zusammengefasst:

Der Untergrund wird mit einer lichtempfindlichen Lösung bestrichen und trocknen gelassen. Auf diesen beschichteten Grund wird dann ein Motiv gelegt und UV-Licht ausgesetzt. Nach dem Belichten wird das Motiv abgenommen und die Reste der Lösung ausgewaschen. Das Motiv ist nun fest auf dem Untergrund.
Wer ein wenig über den geschichtlichen Hintergrund lesen möchte, findet diesen bei WIKIPEDIA und HIER.

So kommen die Bilder mit Blueprint auf den Stoff
1. Stoff beschichten: Um den Stoff lichtempfindlich zu machen, wird er mit einer Salzlösung imprägniert: dazu werden zwei Salze nach Anleitung aufgelöst und diese Mischung auf das Gewebe gebracht, indem entweder der Stoff in die Flüssigkeit getaucht oder diese mit einem Pinsel aufgetragen wird.
In der Regel enthalten die Blueprint-Packungen Salze für 200ml Fotolösung.
REZEPT:
100g Eisen(III)-Ammoniumcitrat und 40g Kaliumeisen(III)-Cyanid werden in 1 Liter lauwarmem Wasser vollständig aufgelöst. Leichte Stoffe werden kurz eingetaucht und ausgedrückt. TIPP: Schwere Stoffe vor dem Auftrag der Fotolösung appretieren (z.B. mit Aquarellgrund oder Stärke). Die Fotolösung bleibt so auf der Oberfläche des Stoffes stehen und sickert nicht ein.
Diese Menge ergibt auf einer dünnen Pongéseide viele Meter Beschichtung, während sie bei schwerer Baumwolle oder Leinen weniger weit reicht.
2. Stoff bei wenig Licht trocknen lassen: Nach dem Trocknen zeigt das Gewebe eine helle gelbgrüne Farbe. Es ist jetzt lichtempfindlich, kann aber in einem Raum ohne direkte Sonnenbestrahlung gelagert werden. Wichtig ist, dass der Stoff beim Trocknen keine Falten bekommt, da diese beim Belichten stören würden.
3. Belichten (Drucken): Der beschichtete, trockene Stoff wird auf eine ebene, glatte Unterlage gelegt. Auf den Stoff kommt nun die Bildvorlage, das Negativ.
Das Negativ deckt den Stoff teilweise ab und sorgt dafür, dass die Belichtung durch die Sonne ein Muster erzeugt: an den freien Stellen verdunkelt sich die Beschichtung und erhält schließlich eine graugrüne Tönung, während die durch die Vorlage abgedeckten Stellen hell bleiben.
Für klare, randscharfe Drucke ist es wichtig, dass die Vorlage überall dicht auf dem Stoff liegt. Pflanzenmaterial also am besten durch eine Glasplatte fest auf den Stoff pressen, dann hat auch der Wind keine Chance…
Die Belichtungszeit variiert zwischen 10-15 Minuten in der prallen Sommersonne bis zu etwa 75 Minuten an dunklen Wintertagen.
Bei schlechten Lichtverhältnissen im Winter kann zum Belichten eine künstliche UV-Lichtquelle eingesetzt werden: z.B. eine Höhensonne.
TIPP KONTROLLSTREIFEN: Um den richtigen Belichtungszeitpunkt für einen kontrastreichen Druck zu bestimmen, wird ein Kontrollstreifen hergestellt: auf einen schmalen Papierstreifen (ca. 20×3cm) werden beim Beschichten des Stoffs gleichzeitig fünf Tropfen der Lösung in gleichmäßigen Abständen aufgetragen. Beim Belichten wird der Streifen direkt neben den Stoff gelegt, damit er die gleiche UV-Strahlung erhält. Zur Prüfung der Belichtungszeit wird der erste Tropfen unter fließendem Wasser abgespült. Wenn das Blau noch nicht richtig ist, nach einigen Minuten den zweiten Tropfen prüfen.
4. Auswaschen (Entwickeln): Jetzt sind wir fast fertig! Der Stoff sollte nur noch unter fließendem Wasser ausgespült werden. Die Farbe verwandelt sich dabei innerhalb von wenigen Sekunden in ein sattes Blau! Auf allen belichteten Partien ist die Beschichtung unlöslich und fest mit dem Stoff verbunden. An den nicht belichteten Stellen wird die Beschichtung ausgewaschen: die ursprüngliche Farbe des Stoffes wird wieder sichtbar.
WICHTIG: solange der Stoff noch feucht ist, kann die Farbe im Stoff noch wandern und den Druck verschwimmen lasen. deshalb liegend trocknen! Innerhalb der ersten Stunden dunkelt der Druck noch etwas nach.

Motive und Vorlagen
Fundstücke direkt auflegen - Naturdruck:
Blätter, Gräser, Federn können aufgelegt, Körner können aufgestreut werden. Aber auch schöne Spitzen, Perlen und ähnliches eignen sich hervorragend.
Folien herstellen, entweder im Copyshop oder am PC:
Familienfotos, Zeichnungen, alte Stiche, Schriften, Stempeldrucke und vieles mehr können auf transparente Folien gebracht werden.
Damit der Fotodruck richtig erscheint, sollte das Motiv bei der Herstellung der Folie als Negativ gedruckt und gespiegelt werden (das ist insbesondere bei Schriften wichtig!).
Blueprints besitzen eine sehr hohe Auflösung. Sie bilden alle Helligkeitsstufen ab. Die Bildschärfe hängt alleine von der Güte und dem Kontrast der Vorlage ab.
Sollen Fotos mit dem Kopiergerät auf eine Transparentfolie gebracht werden, empfehlen wir, einen Farbkopierer zu benutzen, da dieser in der Regel eine höhere Bildauflösung besitzt als ein Schwarz-Weiß-Gerät. Möglichst eine Einstellung wählen, die etwas dunkler druckt als normal.

Das wird gebraucht:
Das Blueprint-Set (zwei Salze für die lichtempfindliche Lösung); einen breiten Pinsel zum Auftragen der Lösung; das Motiv; den gewünschten Stoff (je nach Projekt) und eine Glasplatte, die das Motiv während der Belichtung plan auf dem Stoff hält und vor dem Wind schützt.
Als Grundgewebe kommen alle hellen Naturstoffe in Frage. Zu Beginn raten wir zu leichten bis mittelschweren Stoffen mit glatter Oberfläche (Pongé 08, Crêpe de Chine, Baumwollbatist, Popeline), weil diese sich einfach beschichten lassen und die Motive besonders gut wiedergeben. Für professionelle Experimente eignen sich aber auch Samt und strukturierte Oberflächen! Drucke auf Samt sehen traumhaft aus!

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Echtheiten
Lichtecht: Blueprints besitzen eine Lichtechtheit, die vielen Seidenmalfarben überlegen ist. Sollte der Fotodruck einmal verblassen, ihn einfach in einen dunklen Schrank legen – dort dunkelt er innerhalb von wenigen Tagen wieder nach.
Waschecht: Blueprints können gewaschen werden: bitte mit pH-neutralen Waschmitteln (Seidenwaschmitteln), da Lauge auf Blueprint als Entfärber wirkt. Blaudrucke können chemisch gereinigt werden.

Variationen
Blueprints ergeben bei voller Belichtung und weißem Untergrund einen satten, leuchtenden Blauton, der an Indigo erinnert. Auf beigefarbenem Untergrund erscheint das Blau dunkler und gedeckter. Fotodrucke können auch auf einen gefärbten oder bemalten Stoff aufgebracht werden: die Farben mischen sich dann: ein Blueprint auf rotem Stoff erscheint z.B. als violetter Druck. Blueprints können auch mit Seidenmalfarbe koloriert, zusätzlich bemalt oder bestickt werden

Projekte
Die Fotodrucke eignen sich für eine Vielzahl von künstlerischen Anwendungen. Vor allem im Patchwork-Bereich gibt es inzwischen weltweit Künstlerinnen, die Blueprints für ihre Arbeiten einsetzen. Die Blaudrucke eignen sich z.B. auch für Schals, für Applikationen auf Taschen und T-Shirts, für Grußkarten, für Kissen und andere Wohndekorationen und vieles mehr. Auf Märkten sind Fotodrucke der Umgebung oder heimatlicher Gebäude sehr beliebt; über ein Familienfoto als Blueprint freuen sich auch die, die schon alles haben.
Unser Tipp: um mit Beschichtung, Belichtungszeiten und Motiven vertraut zu werden, experimentieren zum Einstieg mit kleineren Stoffstücken einer einzigen Stoffqualität experimentieren (z.B. Crêpe de Chine 10), die später zu einem Patchwork (Schal, Tasche, Bild) zusammengesetzt werden können.

INSPIRATION - UNBEDINGT ANSCHAUEN:
Hier gibt es die kreativen Cyanotypien von Brunhilde Scheidmeir!
Eben habe ich noch die romantischen Leinenbezüge von Joanna Slotwinska gefunden!

Cyanotypie - Blueprint

Samstag, den 12. Juni 2010

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Eben ist das neue Heft der Patchworkgilde erschienen, für das mein Bruder, Fritz Jeromin, einen Beitrag über Blueprint (Cyanotypie) geschrieben hat.
Dieses sehr alte Verfahren erlaubt es, Bilder auf Stoff zu übertragen (ürbigens nicht nur auf Stoff, sondern auch auf andere Träger wie Papier, Leinwand usw). Dazu wird der Stoff mit speziellen Salzen lichtempfindlich gemacht.
Legt man auf den präparierten Stoff Gegenstände (z.B. Blätter, Gräser, Papierschablonen, bedruckte Folien) und setzt das Ganze der Sonne aus, so nehmen die unbedeckten Stellen des Gewebes leuchtendes Blau an, die bedeckten Stellen bleiben hell.
Je nach Variation des Untergrunds, der Schablone, der Nachbehandlung… gibt es dabei unendlich viele Möglichkeiten, kreativ zu werden und zu gestalten.

Am kommenden Samstag (19.6.) findet bei uns im Laden dazu ein Kurs statt (es sind noch wenige Plätze frei).
NEU: Wir freuen uns sehr auf einen Gast, Brunhilde Scheidmeir, die wunderbare Cyanotypien herstellt und mit dieser Technik ungewöhnlich kreativ umgeht!
HIER sehen Sie einige ihrer Arbeiten. Brunhilde wird während des Kurses Beispiele ihrer Cyanotypien zeigen und kann Ihnen viele Tipps aus der Praxis weitergeben.