Archiv der Kategorie ‘Entfärber-Methoden‘

Rettung vor der Tonne

Montag, den 2. Dezember 2013

Ich weiß, man sollte Stoffe nicht wegwerfen, vor allem nicht solche, die man selbst gefärbt hat.
Aber manchmal sind die Resultate meiner Versuche so, dass mir nichts mehr dazu einfällt. Und manchmal häufen sich mehrere oder auch mal viele solcher Stoffe in einer Ecke… dass mir dann einfach nichts anderes mehr übrig bleibt… und ich beschließe: weg damit.
Der Stoff unten war solch ein Stück: unglücklich bedruckt, unschön bespachtelt, miserabel mit viel schwarzer Farbe übermalt… jede Bearbeitung hat auf eine unattraktive Schicht eine noch schlimmere gesetzt.
Zur selben Zeit wurde ein neues Verdickerpulver geliefert, das ich auf seine Eigenschaften und Eignung für unsere Siebdruckschablonen testen musste. Eine der anstehenden Fragen war, ob sich das Verdickerpulver als Träger für Formosul (Entfärbesalz) eignet. Zum Ausprobieren gerade recht schien mir der Stoff, der später sowieso in die Tonne wandern sollte. Glücklicherweise war er mit Procion MX bearbeitet, eine Farbe, sich in der Regel gut entfärben lässt.

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Nach einander wurden verschiedene Schriftschablonen kreuz und quer gesetzt, darüber noch das eine oder andere Graffitimotiv, meistens nicht vollständig abgedruckt.
Ich habe so viel und dicht gedruckt, dass man das viele darunter liegende Schwarz nur noch ahnt.
Es hat sich dann wieder einmal bewahrheitet: wenn nichts mehr geht, dann gibt es immer noch die Alternative des Entfärbens…
Ich bin froh, dass der Stoff nicht weggeworfen wurde. Jetzt mag ich ihn. (In der Zwischenzeit, was man hier nicht sieht, habe ich ihn übrigens auf Anraten von Brunhilde noch mit schwarzem Tee überfärbt. Das mildert den Kontrast). Er ist weniger als eigenständiger Stoff gedacht. Vielmehr habe ich inzwischen schon den einen oder anderen Streifen vom Rand abgeschnitten und als Applikation auf andere Arbeiten verwendet.

Und nun zu unserem neuen Verdickerpulver, das sich nach vielem Testen tatsächlich als das richtige Produkt erweisen hat!
Das Pulver löst sich schnell und gut auf, es lässt sich prima aus den Siebdruckschablonen und aus dem Stoff auswaschen, und es eignet sich hervorragend als Träger für Entfärbesalz, Procion MX (Reaktivfarben) und Säurefarben.
Man kann es ausgezeichnet dosieren und ganz einfach für seine Zwecke anpassen bzw. in seiner Konsistenz nachjustieren.
Zum Malen und Schreiben sollte die Paste dickflüssig wie Honig sein. Für Stempel aller Art etwas dicker, so dass sie gut haftet, nicht aber in die Einschnitte des Stempels läuft. Für Schablonen, Siebdruck, Thermofax, Siebdruckschablonen sollte das Pulver noch dicker angerührt werden, so dass die Paste vom Löffel eher tropft als fließt.
Und dieses Verdickerpulver ist preiswert! Also ein hervorragender Universalverdicker!

Farbe ersetzen mit einer Mischung aus Entfärbepaste und Farbe

Sonntag, den 14. Juli 2013

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Auf diesem Stoff sieht man sehr gut, wie die Mischung von Entfärberpaste und Farbe wirkt.
Solch ein Mix erlaubt es, in einem Zug sowohl zu entfärben als auch mit neuer Farbe zu drucken. Dadurch wird es möglich, helle Motive auf dunklem Grund zu drucken. Auf dem Stoff wurden alle Pflanzenmotive mit dieser Technik aufgebracht. Hasen und Käfer entstanden ausschließlich mit Entfärbepaste (ohne Farbzugabe).

Wozu ist das gut?
Die Druckfarben, die in der Regel verwendet werden, sind “halbtransparent”. Sie decken nicht wirklich und die Farbe oder Musterung des Untergrunds spielt immer eine gewisse Rolle.
Das Drucken von Hell auf Dunkel oder mit einer komplementären Farbe auf einen entsprechenden Farbuntergrund funktioniert eigentlich nur, wenn man mit speziellen Deckfarben oder Mischungen mit Weiß arbeitet. Das hat aber den Nachteil, dass sich die Drucke steif anfühlen. Außerdem haben “Weiß” bzw. Weißmischungen nicht dieselbe Stabilität wie Farben.
Das Drucken mit einem Mix aus Entfärbegel und Farbe ist eine elegante Lösung für diese Probleme.

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Auf dieser Vergrößerung sieht man einen deckenden Komplementärdruck (Grün auf Rot) und einen hellen Komplementärdruck auf dunklerem Grund (Rosa auf Grün). Beim Anfassen merkt man: keinerlei steifer Griff! Die Motive kommen schln klar zur Geltung.

Der Effekt ist ganz einfach herzustellen:
Man mischt in das nach Rezept angerührte Entfärbegel bis zu 50% Textilacrylfarbe (z.B. Seidenmalfarbe zum Bügeln, Stoffmalfarbe oder Dekaprint-die Farbe zum Drucken).
Für den Stoff oben haben wir das Verdickerpulver Silkodick gewählt, weil sich dieser besonders einfach aus unseren Siebdruckschablonen entfernen lässt. Für alle anderen Druckanwendungen kann ich auch den sehr preiswerten Alginatverdicker Manutex empfehlen.

Verdickergel:
Ob Manutex oder Silkodick: beide werden einfach mit Wasser nach Rezept angerührt (am besten geht das bei kleinen Mengen mit einem kleinen Schneebesen, bei großen Mengen mit einem Rührstab) und einige Zeit stehen gelassen, bis sich alle Klümpchen aufgelöst und sich das Gel gebildet hat.
Bevor das Entfärbesalz eingerührt wird, noch einmal die Konsistenz prüfen: soll gemalt werden, braucht man eine flüssigere Variante, fürs Drucken sollte das Gel dicker sein, für Siebdruckvarianten kann es wie ein dicker Brei sein. Ohne Entfärbesalz kann solch ein angerührter Verdicker Wochen und Monate aufbewahrt werden, vorausgesetzt, er steht kühl und dunkel.
Man merkt übrigens schnell, ob die Paste gekippt ist: sie wird flüssig und riecht unangenehm.

Entfärbegel:
Für das Entfärbegel wird das Entfärbesalz (Formosul)) nach Rezept in eine kleine Portion Verdickergel gerührt. Das sollte immer unter sehr guter Belüftung mit Handschuhen und Maske durchgeführt werden. Der unangenehme Geruch des Entfärbegels ist zugleich eine Warnung: dieses chemische Salz gehört nicht in die Hände von Kindern und sollte mit gebotener Vorsicht angewandt werden.
Die Mischung von Entfärber und Verdickergel hält übrigens nicht lange. Deshalb immer nur wenig anrühren und -wenn man es ein bis zwei Tage aufbewahren möchte- immer in einem deutlich beschrifteten Behälter kühl stellen und weit entfernt von Lebensmitteln, Kinderhänden und Haustieren lagern.

Entfärben:
Entfärbbarkeit: Wie immer muss betont werden: Nicht jede Farbe lässt sich entfärben und nicht jede entfärbbare Farbe lässt sich gleich gut entfärben. Industriegefärbte Stoffe müssen immer zunächst geprüft werden (ein Tropfen Entfärbepaste bügeln und auswaschen).
Aber auch bei handgefärbten Stoffen hat man keine Garantie. Der Stoff oben war mit Procion gefärbt worden und ließ sich prima entfärben. Dennoch kann auch Procion seine Tücken haben: z.B. lässt sich Türkis schlecht entfärben.
Und noch etwas: ein Untergrund, der mit Pigmentfarben (Bügelfarben) gefärbt bzw. gemustert wurde, lässt sich NICHT entfärben!
Ablauf: Der Entfärbedruck muss zunächst trocknen und wird dann durch feuchte Hitze aktiviert. Das kann durch Dampffixieren geschehen.
Einfacher lässt sich dies mit Hilfe eines Dampfbügeleisens durchführen. Nach dem Aktivieren wird gründlich gewaschen. Erst jetzt kann die Güte der Entfärbung beurteilt werden. Das Bügeln sollte immer in einem sehr gut belüfteten Raum, besser noch im Freien durchgeführt werden. Maske tragen.

Farbe ersetzen mit einer Mischung aus Entfärbepaste und Farbe
Mischen lässt sich am besten auf einer Kachel oder einem Palette: Für den Stoff oben habe ich die Entfärbepaste mit Silkodick angerührt, weil alle Muster mit unseren Siebdruckschablonen aufgebracht wurden, und sich dieser Verdicker besonders einfach auf dem Sieb auswaschen lässt.
Im Verhältnis 50:50 wurde Entfärbepaste und Dekaprint gemischt (abgemessen wurde einfach mit einem Löffel). Der gut vermischte Mix wird dann mit einem Schaumstoffroller auf die Siebdruckschablone aufgetragen. Nach dem Trocknen habe ich zuerst mit einem Backpapier abgedeckt und gebügelt (um sicherzustellen, dass wirklich alles ganz trocken ist), anschließend mit einem Dampfbügeleisen aktiviert und schließlich den Stoff in der Waschmaschine ausgewaschen (pflegeleicht 40°C). Die Bügelfarbe muss dafür WIRKLICH BIS IN DIE TIEFE trocken sein, sonst wäscht sie sich -zumindest teilweise- aus.

Der Grundstoff besteht aus einem Baumwollsatin, dessen Stoffgewicht optimal für alle mögliche Anwendungen ist: man kann ihn für Quilts, Vorhänge, Kissen und Tischwäsche verwenden. Aber er eignet sich auch sehr schön für Bekleidung und Schals.

Bis Mittwoch gibt es unsere Siebdruckschablonen noch zum Sonderrabatt!

Drucken mit Entfärbepaste

Mittwoch, den 12. Juni 2013

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Gedruckt wurde mit unseren Siebdruckschablonen auf schwarzem Baumwollsatin, der sich für alle Entfärbetechniken besonders gut eignet.
Die verschiedenen Schriften wurden mit der selbst angerührten Entfärbepaste (Silkodick und Entfärbesalz Formosul) gedruckt. Für die Ammoniten und die verschiedenen Pflanzen haben wir Mischungen aus Entfärbepaste und Dekaprint verwendet (Mischung etwa halbe, halbe). Das hat den Vorteil, dass man in einem Zug sowohl entfärnt als auch farbig druckt, und man einen farbigen, hellen Druck auf Schwarz bekommt. Im Vergleich zu einem Druck mit Weißanteil, der ja ebenfalls Pastelleffekte auf dunklem Grund ergibt, erhalten wir bei einer Mischung Färbepaste/Farbe einen weichen Stoffgriff (ein Weißanteil ergibt immer einen verhältnismäßig harten Stoffgriff).
Vom zeitlichen Ablauf her ist es günstig, zunächst die reinen Entfärbungen (ohne Farbzusatz) zu drucken, dann kommt das Bügeln (um die Entfärbereaktion hervorzurufen), dann das Auswaschen und Trocknen. Zum einen verbleibt das Salz dadurch nicht zu lang auf dem Stoff, zum anderen sieht man ja erst durch das Bügeln, wo sich die Motive befinden und wie sie geworden sind.
Im Anschluss daran erfolgen die Drucke mit Entfärbepaste + Farbe, dann wieder Bügeln (denn auch bei diesen Drucken muss die Entfärbereaktion durch Hitze hervorgerufen werden), dann Auswaschen, Trocknen und wieder Bügeln.
Alle Methoden des Entfärbens führt man am besten draußen aus, denn sie riechen unangenehm.
HIER findet ihr die Basis-Anleitung für die Entfärbepaste, HIER die für das Drucken mit den Jeromin-Siebdruckschablonen.

Spachteln mit Procion MX

Sonntag, den 26. Mai 2013

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Procion MX ist eine wunderbare Farbe mit vielen kreativen Anwendungsmöglichkeiten! Eine davon seht ihr hier: man kann die angedickte Farbe mit einer Spachtel aufbringen.
Abends nach dem Färbekurs, den Claudia Helmer im März in Brunhildes Atelier in Speyer gehalten hat, war noch verdickte Farbe übrig, und da wir ungern wegwerfen, haben Brunhilde und ich noch eine entspannende Färbesitzung eingelegt.
Für diese Technik wurden gelöste Procion MX Farben mit Manutex (Verdicker aus Alginat) gemixt.
Aufgetragen wird die Farbe mit einer Spachtel, einer alten Kreditkarte oder was immer ihr an vergleichbarem Werkzeug zur Verfügung habt. Der feuchte Stoff muss dann wie üblich etwa 24 Stunden bei warmer Zimmertemperatur ruhen und wird anschließend ausgewaschen.
Die Spachteltechnik auf Stoff hat mir riesig Spaß gemacht (schnelle Farbexplosionen!), und die Wirkung ist ähnlich ausdrucksvoll wie auf bemalter Leinwand!
Fast alle Procion MX Farben lassen sich auch ausgezeichnet entfärben.
Hier habe ich meinen Stoff mit zwei Siebdruckschablonen und Entfärbepaste bedruckt (das Entfärbesalz wird, wenn man es mit unseren Siebdruckschablonen benutzen möchte, am besten mit Silkodick-Verdicker gemischt).
Wir haben Procion MX bereits am Lager und HIER gelangt ihr zum Shop, falls ihr bestellen möchtet.
Es gibt in diesem Jahr noch weitere interessante Kurse bei uns mit Cladia Helmer, schaut mal hier rein!

Update

Donnerstag, den 23. Mai 2013

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Wie dieser Baumwollschal mit dampffixierbaren Seidenmalfarben (Silkolor) gefärbt und bedruckt wurde, habe ich bereits HIER beschrieben.
Seit zwei Jahren hing der Schal bei uns als fröhlicher Farbklecks im Laden, aber irgend etwas fehlte. Als wir dann die indischen Bordürenstempel herein bekommen haben, und ich nach einer Idee suchte sie auszuprobieren, kam der Schal gerade recht.

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Die roten Streifen wurden mit Entfärbepaste bedruckt (Silkodick Verdickerpulver mit Entfärbesalz Formosul). Weil noch erwas fehlte, habe ich mit Entfärbepaste und einer unserer Siebdruckschablonen (kleine Pusteblume) einige der roten Schwammroller-Punkte entfärbt.

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Die hellen Drucke ergeben mehr Leichtigkeit. Jetzt mag ich den Schal wieder…

Übrigens: eine weitere Methode, wie sich Silkolor auf Pflanzenfasern aufbringen lässt, beschreibe ich in den nächsten Tagen. Sie ist noch einfacher…

Zauber von Schrift auf Stoff

Sonntag, den 27. Januar 2013

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Ziffern, Buchstaben, Schriften auf Stoff… all dies zieht die Aufmerksamkeit unwillkürlich an.
Wir haben Siebdruckschablonen mit vielen Schrift-Bildern und Zeichen im Shop. Auf diesem Stoff wurden mit folgenden gedruckt:
Schreibhintergrund“, “Buchstabensalat“, “Havanna” und “FancySewing“.

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Das neue PATCHWORK PROFESSIONAL ist erschienen (HIER ist es direkt beim Verlag bestellbar. Ihr findet es auch in allen Bahnhofsbuchhandlungen), wieder mit einem Artikel von uns:
Oberflächeneffekte - Anleitung für spannende Drucktechniken
Dieser Artikel hat richtig Spaß gemacht, weil wir dafür viel Neues ausprobiert und eine ganze Reihe von “Druckregeln” gebrochen und gegen den Strich gebürstet haben.

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In der aktuellen ZUHAUSE WOHNEN wurde unter der Rubrik “Jeden Monat neu: 10 Ideen! Damit können Sie entdecken, wie kreativ Sie sind” zwei Projekte mit unseren Siebdruckschablonen vorgestellt.

Von Fehler zu Fehler… und dann wird es doch noch ein Bild!

Sonntag, den 30. September 2012

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Begonnen hatte ich mit dem Vorsatz, endlich einmal keine Pflanzen und Blüten zu drucken.
Und dann ist es doch wieder ein Garten geworden.

Solche Arbeiten entstehen bei mir intuitiv, Schritt für Schritt, drüber und drunter, meist von den Seiten her zur Mitte.
Und ich gestehe: von Fehler zu Fehler.
Das bedeutet: ich beginne zum Beispiel mit einer Tauchfärbung (Batikfarbe), föhne und trockne den Stoff und setze den ersten Druck mit Entfärbepaste. Der Druck dann gebügelt (erst dann sieht man ja das Motiv), kurz ausgewaschen und getrocknet. Darüber kommt dann vielleicht ein Druck mit Dekaprint. Nach dem Trocknen und Bügeln steht dann wieder eine Teilfärbung der Stoffs an usw.
Zu diesem Zeitpunkt fällt mir dann meistens der erste Fehler auf: mal ist ein Motiv nicht richtig platziert, und es ensteht dadurch ein Ungleichgewicht. Oder ein Druck ist verwischt. Oder…
Und dann drucke ich einfach über den Fehler, bis es sich richtig anfühlt. Und das geht dann so weiter und weiter.

Dieses Bild ist an einem entspannten Nachmittag entstanden.
Mit Föhn, einem Färbeplatz und einem Bügelbrett im Hof und einem kleinen Druckplatz geht so etwas eigentlich ganz zügig - wenn man sich dem Flow überlässt. Und es macht Spaß!
Gedruckt habe ich ausschließlich mit unseren Siebdruckschablonen. Meist habe ich nicht das ganze Motiv verwendet, sondern nur Teile davon und oft auch schräg gedreht.
Und wie es der Flow so wollte: aus Anordnungen von Kreisen, Punkten, Linien wurde dann plötzlich doch wieder ein Garten…

Falls Ihr Lust habt, auch so etwas zu machen: hier findet Ihr die Siebdruckschablonen dazu!

Kleine Geschichten auf Seide

Donnerstag, den 30. August 2012

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Schal aus Crêpe de Chine 10, gefärbt mit dampffixierbaren Seidenmalfarben im Topf, bedruckt mit unseren Siebdruckschablonen und Entfärbepaste. Durch Kombination verschiedener Motive lassen sich auf Stoff kleine Geschichten erzählen.

Baumwollsäckchen

Mittwoch, den 1. Februar 2012

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Immer, wenn ich mit Deka L Batikfarbe färbe, kommen noch ein paar Baumwollsäckchen mit ins Farbbad.
Das lohnt sich vor allem, wenn man Seide oder Wolle einfärbt.
Batikfarben werden ja aus Farbstoffen zusammengesetzt, die sich sowohl für Pflanzenfasern als auch für tierische Fasern eignen, und so wird in der Regel ein Teil des Farbstoffes nicht genutzt. Mit ein paar Baumwollsäckchen zusätzlich im Topf (oder im umgekehrten Fall, wenn ich Baumwolle einfärbe, mit ein paar leichten Seidentüchern) nehme ich das Gesamtangebot meines Färbetütchens in Anspruch…
Deka L lassen sich prima mit Entfärbepaste mustern!
Hier habe ich unsere Druckschablone Doldenblüte verwendet, deren filigranes Muster einen reizvollen Kontrast zum Nesselsäckchen bietet.

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Kuscheliger Rosenschal: Farbiger Druck auf Entfärberdruck

Montag, den 30. Januar 2012

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Der Wollstoff wurde zuerst mit dampffixierbaren Seidenmalfarben im Topf leuchtend grün gefärbt.
Für den Druck habe ich zwei Schablonen verwendet: die Rosenspiralen für eine breite Bordüre an den Kanten, die großen Rosen für den Mittelteil.
Ich habe eine Vorliebe für leicht versetzte Siebdrucke.
Um solch einen Effekt herzustellen, habe ich die Muster zuerst mit Entfärbepaste gedruckt, gebügelt und in der Maschine ausgewaschen (Kurzwaschgang 30°C). Dadurch hat sich der Schal etwas verfilzt, d.h. die gedruckten Muster sind etwas kleiner geworden.
Der noch feuchte Schal sollte dann für die nachfolgende Druckphase trocken gebügelt werden (der Wolltwill bekommt durch warmes/heißes Waschen eine sehr schöne Rippenstruktur, die für das Drucken aber geglättet werden muss).
Jetzt kann man die hellen Drucke mit Farbe überdrucken. Dazu habe ich Deka Permanent Stoffmalfarbe genommen: ich liebe sie, weil sie solch eine große leuchtende Farbpalette aufweist und einem das Mischen abnimmt…

Dieses zweimal übereinander Drucken ist natürlich aufwendig, aber es lohnt sich!
Nicht nur, dass dieser gewünschte “unordentliche” Siebdruckeffekt möglich wird. Vor allem aber auch, weil man dadurch strahlend helle Drucke auf einem dunklen Untergrund erhält: das farbige Muster wird ja auf einen hellen Untergrund gesetzt und nicht auf einen grün gefärbten.
Die meisten Druck- und Stoffmalfarben sind halbtransparent. Deshalb mischt sich die Farbe des Grundes in gewissem Ausmaß mit der Farbe des Drucks. Orangefarbene Blüten direkt auf Grün werden zu braunen Blüten, auch das Rot hätte eher einen braunen Farbton angenommen.

Am kommenden Samstag drucke ich übrigens wieder ab 11 Uhr im Laden: Ihr könnt einfach vorbei kommen und Euch alles erklären lassen! Macht Spaß!
Außerdem haben wir für den letzten Samstag im Februar einen Stoffdruckkurs eingerichtet. In einem 8 Stunden Intensivkurs drucken wir mit verschiedenen Stempeln, einfachen Siebdrucktechniken und unseren Druckschablonen - lasst Euch von den tollen Ergebnissen überraschen!