Archiv der Kategorie ‘Experimentelle Stoffe‘

Neues vom Doodlingprojekt auf dem Bernina-Blog

Donnerstag, den 15. November 2012

Erste Doodlingergebnisse: Bunte Farben an grauen Novembertagen nennt Jutta Hellbach ihren ersten Bericht über das große Doodlingprojekt.
Also das ist richtig sehenswert! Viel Spaß dabei!
Was für tolle und individuelle Ergebnisse das Malen und Kritzeln mit Stiften auf Stoff ergeben kann! Ich bekomme richtig Lust, es auch selbst mal zu versuchen…
Im nächsten Sommmer wird Jutta Hellbach übrigens bei uns einen Kurs zu diesem Thema halten (Atelier Brunhilde Scheidmeir in Speyer). Der Termin steht schon fest: der Kurs wird am Sonntag, den 7. Juli stattfinden.
Das große Kursprogramm für 2013 werden wir in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Stoffmanipulation - ein toller Anfang!

Sonntag, den 26. Februar 2012

Soffmanipulation ist eine vielseitige Sache: schneiden, raffen, sticken, nähen - nähen vor allem in die 3. Dimension!!!, das ergibt interessante, experimentelle Stoffoberflächen.

Heute sind die ersten Ergebnisse einer Gruppe zu sehen, die an jedem letzten Sonntag im Monat ihre Arbeiten zu diesem Thema zeigt.
Suschna sammelt die Beiträge, von von ihrer Seite aus kann man einen spannenden Rundgang antreten.

Grundlage der Aktion war zunächst das Buch von Alison Reid:

knvmmdbdll.jpg

Aber auch die Arbeiten von alabama chanin haben einige inspiriert.

Am liebsten hätte ich selbst mitgemacht… aber auch das Zuschauen und Lesen macht Spaß! Super schöne Ideen, spannende Geschichten, gute Anleitungen!

Übrigens kann auch in der Folgezeit jede(r) kann mitmachen, ganz ohne Zwang.
Meldet euch kurz vor dem nächsten Termin mit einem Beitrag bei Suschna an, damit sie euch verlinken kann.

Seidenorganza entbasten

Montag, den 16. August 2010

entbasten.jpg

Diese Abbildung zeigt einen entbasteten Seidenorganza 2.8 (farbintensiv und gleichzeitig federleicht und schmuseweich!):

Organza nimmt Farbe besonders schön an und seine natürliche Steifheit ist eigentlich sehr beliebt, da diese die Gestaltung edler Schals, Stolen, Bekleidung oder Wohnaccessoires erlaubt. Die Steifheit stammt vom natürlichen Seidenleim, der bei Organza bewußt nicht vollständig entfernt wird.
Für manche Projekte wird aber ein weiches, fließendes Organzagewebe gewünscht.
Es gibt eine einfache Möglichkeit, den Seidenleim zu entfernen (d.h. den Stoff zu entbasten): man kocht ihn zusammen mit Soda ca. 30 Minuten im Topf.
Seidenorganza 2.8 wird so zur feinsten Schleierseide - leichter noch als Chiffon, zudem glatter und glänzender!
Auch der etwas schwerere Seidenorganza 5.5 wird wunderbar weich, und seine intensive Farbwiedergabe bleibt -gemessen an seinem geringen Stoffgewicht- unvergleichlich schön!

Beim Organza, der oben abgebildet ist, wurde die feuchte Seide, nach Entfernen des Seidenleims, in der Mitte gefaltet und auf die glatte Rückseite einer Noppenfolie gelegt. Mit einem breiten Pinsel habe ich dampffixierbare Seidenmalfarbe zügig aufgetragen und die Flächen mit einem trockenen Pinsel in einander verrieben. Der leicht strukturierte Untergrund ergibt -ganz ohne Anstrengung- ein hübsches Muster… Nach dem Trocknen die Seide fixieren, dann bügeln. Das ergibt zum Beispiel einen voluminösen, werich fallenden Schal (den man noch plissieren könnte) oder Stoff für ein transparentes Oberteil (das man noch stellenweise befilzen könnte).

REZEPT FÜR EINFACHES ENTBASTEN:
Einweichen:
Den Stoff zuerst für etwa 10 Minuten in Wasser einweichen.
Kochen in Sodalösung:
Rezept: Die Menge des Sodas muss abgestimmt werden auf das Gewicht des Gewebes. Man geht dabei von 8-10% des Stoffgewichts aus. Nehmen wir mal an, wir wollen 2m Organza 5.5 (105cm breit) entbasten. Das Stoffgewicht beträgt 52g/m, d.h. 2m dieses Gewebes wiegt dann 104g.
10% davon entsprechen etwa 10g, was wiederum etwa einem gestrichenen Esslöffel entspricht. Soda in etwa 1 Liter Wasser vollständig auflösen und diese Lösung, zusammen mit einem Tropfen Spülmittel ins Kochwasser geben (wir haben hier etwas etwas mehr Wasser genommen, das hat ebenfalls funktioniert). Den Stoff darin etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Spülen:
Nach dem Abkühlen muss neutralisiert werden. Man gibt den Stoff dazu in ein warmes Bad mit einem Spritzer Essigessenz. Nach dem Spülen das Gewebe ausdrücken und trocknen lassen, dann kann es, wie gewünscht, weiterbearbeitet werden.

shiboientbasten_web.jpg

TOLLER EFFEKT: SHIBORI-ENTBASTEN!
Interessante Effekte ergeben sich, wenn der Stoff vor dem Entbasten teilweise reserviert wird. An den abgedeckten Stellen bleibt der Seidenleim bestehen, an den freien Stellen wird entbastet. Wie beim Beispiel oben zu sehen ist, ergeben sich dadurch beim anschließenden Färben zusätzliche Muster.
Die besten Resultate erzeilt man durch Abklemmen mittels Schablonen. Beim Beispiel oben haben wir zum einen zwei gleich geformte Ovale aus Sperrholz verwendet, deren Musterung oben zu sehen ist. Durch den Seidenleim wird die Farbe noch intensiver angenommen - man sieht das an dem “Blütenmuster” oben.
Zusätzlich haben wir Wäschklammern benutzt, die ein attraktives Punktemuster ergeben (man sieht das hier nicht; ein entsprechendes Bild stelle ich in den nächsten Tagen ein).
Das Vorgehen gleicht dem beim Shibori-Färben: der Stoff wird gefaltet, zwischen die beiden identischen Schablonen fest gepresst (dazu nimmt man entweder starke Klammern zur Hilfe oder die Schablonen werden fest mit Schnur umwickelt). Dann wird das Stoffbündel nach dem Rezept oben entbastet und gespült, geöffnet und weiter nach Wunsch bearbeitet.
Dieser Shibori-Effekt eignet sich vor allem für Seidenorganza 5.5 oder schwerer, da er bei diesen Geweben besonders gut zu sehen ist.

Das Rezept haben wir dem Buch von Yoshiko I Wada entnommen:
wada_moc.jpg
Memory on Cloth: shibori now. Description: follow up to first Shibori book; survey of international contemporary artists working most innovatively with shibori in fashion, textile design, wearable art, sculpture (ISBN 4-7700-2777-X).
Es lässt sich direkt über den Shop von Yoshiko I Wada bestellen oder über Amazon.
Hier der Link zu Yoshiko Iwamoto Wadas Website und zu World Shibori Network mit vielen Informationen!

Edler Nunofilz mit dauerhafter Crashoptik

Montag, den 9. März 2009

Nunofilz_silkmetalic_230_307.jpg

Silk Metallic 09 ist ein ganz besonderer Stoff: in die glänzende Seide werden in kurzen Abständen werden feinste Stahlfäden gewoben, die quasi ein Gedächtnis für Fältchen haben.
Einzigartig ist Silk Metallic, weil der Stoff ganz ohne Einwirkung von Hitze und Wasser einfach mit den Händen dauerhaft geformt und plissiert werden kann!
Raffen Sie Silk Metallic an einer Schmalkante in Fältchen zusammen. Halten Sie das geraffte Ende nun mit einer Hand fest und ziehen Sie mit der anderen Hand längs kräftig in Richtung der anderen Schmalkante. Wenn Sie am unteren Ende angekommen sind, zeigt Silk Metallic bereits die komplette Plissierung! Die Falten bleiben auch nach dem Waschen oder Färben im Stoff. Falls einmal die Fältelung nach längerem Tragen weniger deutlich erscheint, können Sie einfach kurz von Hand nachplissieren!
Silk Metallic 09 lässt sich ausgezeichnet befilzen: Wolle mit dem noch glatten Stoff verbinden, anschließend plissieren oder crashen und eventuell noch färben. In der Abbildung wurde weißer Silk Metallic mit weißem Flyfel-web in der Waschmaschine befilzt und dann im Topf mit Seidenmalfarbe gefärbt. Dazu wurde zunächst eine helle Grundfärbung hergestellt, anschließend der noch feuchte Schal in von den Rändern her in einer dunklen Farbflotte gefärbt. Die Seidenseite zeigt traumhaften Glanz!
Das folgende Foto zeigt ein Detail des Schals.

Nunofilz_silkmetalicdetail_280_182.jpg

Stoffe punchen mit dem Clover-Filzgerät

Sonntag, den 1. März 2009

stoff1006_200_195.jpg

Das Filzgerät von Clover begeistert uns, weil das Nadelfilzen wirklich schneller geht, weil sein eingebauter Nadelschutz sowohl Finger und Hände schützt als auch die Nadeln (es brechen kaum mehr Nadeln ab!), vor allem aber, weil man damit Bilder und experimentelle Stoffe zaubern kann, wie sie sonst nur mit den elektrischen Punching Maschinen (Maschinen zum Nadelfilzen) möglich sind. Das Clover-Filzgerät ist zudem handlich, schnell weg geräumt und vergleichsweise preiswert.

filznadel_47_150.jpg

Auf Stoffen, Filz, Bastelfilz, Gestricktem oder Nadelfilz lassen sich nicht nur Wollfasern aufnadeln sondern auch leichte Stoffe aufbringen. Optimal zu verarbeiten sind Pongé 04 und 05, geschnittene Seidenbändchen, Chiffon, Crinkel Chiffon und leichter Georgette, ebenso Nadelvlies, Wolletamine und Wolle (schwierig ist dagegen Organza). Je intensiver Sie nadeln, deso haltbarer und strapazierfähiger ist Ihr neuer, selbst gestalteter Stoff.

stoff1005_200_1901.jpg

patch1008_200_200.jpg