Fish on Friday! - Fortsetzung Entfärberfisch

3. September 2010

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Heute zeige ich eine Art Fortsetzung vom letzten Freitag: noch einmal Entfärbersalz, diesmal jedoch nicht in Wasser sondern in Verdicker gelöst.
Es gibt ja verschiedene Verdicker mit unterschiedlicher Konsistenz (das wird einmal ein Artikel für sich…). Oft handelt es sich bei den Verdickern um Lebensmittel!
Auch der hier verwendete Verdicker ist ein Lebensmittel: ein Alginat.
Löst man Alginatpulver in Wasser auf erhält man eine Paste, ähnlich wie Gelee. Das Praktische am Verdickerpulver ist, dass man den Fließgrad der Paste gut steuern kann. Zum Drucken wählt man meistens eine dickflüssige Konsistenz, zum Malen oder Schreiben eine dünnflüssigere.
Wir haben hier eine dünnflüssigere Konsistenz gewählt, weil die Entfärberpaste in einen Liner gefüllt werden sollte.
Die Mischung für die Entfärbverpaste liegt wieder bei 1 gestrichener Teelöffel Salz auf 50ml Verdickerpaste.

Oben auf der Abbildung sind die mit Liner gemalten Fische zu sehen…
Um mit dem Liner vertraut zu werden (die Seidenmalphase ist an mir vorrüber gegangen…), habe ich mich zunächst an der “Randgestaltung” geübt. Statt gemalten Vorstichen wurden lauter Patzer daraus. Das liegt an den Luftblasen, die zusammen mit der Entfärberpaste ungehindert auf den Stoff purzelten.
Aber man sieht: nach den vier gemalten Kanten habe ich die Luftblasen in den Griff bekommen.
Wenn man in der linken Hand (ich spreche als Rechtshänderin) ein Blatt Kücherkrepp o.ä. zum Abstreifen der Luftblasen bereithält und dann zügig, mit gleichmäßigem Druck arbeitet, geht das Linienziehen ganz ordentlich. Noch besser wären die Linien vermutlich geworden, wenn ich einen feinen Metallaufsatz verwendet hätte.

Da ich noch eine Menge dünnflüssiger Paste übrig hatte, startete ich noch einen Druckversuch.

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Geplant war, wie HIER zu drucken: anstelle Farbe wollte ich die Entfärberpaste auf den Stempel geben und in die noch feuchte Paste verschiedene Muster “einkratzen”.
Um es vorweg zu nehmen: das hat nicht geklappt. Die Paste war zu dünnflüssig.
Jedoch hat sich durch die Dünnflüssigkeit ein netter Nebeneffekt ergeben: der Druck wurde in seiner Helligkeit ungleichmäßig und dadurch gemustert. Auf diesen Fischdruck habe ich nachträglich mit einem Stoffmalstift Muster aufgemalt. Stoffmalstifte haben eine breitere Spitze und bewirken dadurch einen etwas mehr malerischen Strich als der feine von unserem Signierstift.

Kurze Zusammenfassung:
Basis-Anleitung für Entfärberdruck findet Ihr HIER.
Hier im Blog gibt es in der Spalte rechts unter KATEGORIEN den Begriff: ENTFÄRBER-METHODE. Darunter sind alle Artikel zusammengefasst, die sich mit Entfärben beschäftigen!
Nicht jeder gefärbte Stoff lässt sich entfärben - immer eine Probe machen!
Entfärbersalz kann in Wasser oder in Verdicker gelöst werden, abhängig von der Technik, die man anwenden möchte.
Ob und wie gut die Entfärbung gelungen ist, sieht man erst durch feuchte Hitze: man bügelt den noch feuchten Entfärberdruck. Ist der Druck bereits trocken, wird mit dem Dampfbügeleisen gearbeitet oder mit einer der möglichen Dampffixierungen.

Wie jeden Freitag gibt es bei Anja Rieger eine Menge interessanter Fische zu sehen (und dieses Mal einen besonders tollen gestickten und bedruckten Schal von Anja!!!): schaut mal rein!

Probestückchen: Vielseitiges Nadelvlies

1. September 2010

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An dieser Probe habe ich unterschiedliche Kantenabschlüsse und verschiedene Auflagen auf Nadelvlies ausprobiert.
Obwohl sich Optik und Griff von Seidenfasern und Bambusfasern stark unterscheiden, sehen sie gefilzt schließlich ganz ähnlich aus! Die kleinen Chiffonreste, die ich eingefilzt habe, machen sich in der Realität besser als auf dem Foto: die Chiffonfarben mischen sich sehr hübsch mit der Farbe des Nadelvlieses und kommen gut zur Geltung.
Die Fransen habe ich erst kurz vor Abschluss des Filzprozesses eingeschnitten (Rollschneider!), dann nur noch wenige Male geworfen (so ergeben sich “gefilzte” Kanten) und zum Abschluss trockengebügelt.

Zu Fransen, Ausschnitten, Löcher, Schlitzen:
diese immer erst kurz vor dem abschließenden Filzen einarbeiten und immer eher kleiner als gedacht, denn sie tendieren dazu, sich zu weiten und zu verziehen! Durch kurzes Reiben und Werfen ergeben sich dennoch “gefilzte Kanten”.

Filz färben, fast ein Monoprint

30. August 2010

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Dieser leichte Nunofilzschal (Merino extra auf Chiffon) wurde zunächst weiß auf weiß gefilzt. Die Färbung wurde mit dampffixierbaren Seidenmalfarben (Säurefarben, Dupont) durchgeführt und anschließend mit Dampf fixiert.
In gewisser Weise besteht diese Färbung aus einer Art Monoprint.
Dazu habe ich einen Tisch mit Malerfolie abgedeckt. Es lohnt sich, zwei Schichten aufzulegen, denn manchmal weisen die Folien kleinste, nicht sichtbare Löcher auf, durch die die Farbe kriechen kann.
Auf der Folie wurde Farbe mit einem dicken Pinsel großzügig verteilt (etwa in Schalbreite). Für solche Färbungen nehme ich meistens nicht mehr als 3-4 Farben (hier waren es zwei Rot- und ein Pinkton).
Den Schal habe ich vorher gut durchgefeuchtet und dann mit ihm die Farbe von der Folien abgenommen. Falls nicht alle Stellen ausreichend Farbe erhalten haben oder wenn zusätzliche Schattierungen angebracht werden sollen, arbeite ich Farbe mit einer getränkten Schaumgummirolle nachträglich ein.
Bei diesem Schal habe ich flüssige Farben in einander fließen lassen (ich wollte eine Ton-in-Ton-Färbung).
Man kann die Farbe aber auch andicken (Silkodickpulver = Alginat) und auf der Folie mustern. So ergeben sich wieder andere Effekte. Nach dem Fixieren wird der Verdicker einfach ausgewaschen.
Um noch einige Akzente zu setzen, habe ich auf den noch feuchten Filz mit verdickter Seidenmalfarbe gestempelt. Da die Farbe auf dem feuchten Stoff noch etwas kriecht, erscheinen die Drucke weniger exakt und wirken eher wie Graffiti - hier ein erwünschter Effekt.
Unbedingt nach dem Trocknen mit Dampf fixieren!
Vorteil dieser Methode:
Man erhält so gezielt sehr schöne Farbverteilungen und Farbverläufe auf Filz (übrigens auch auf andere Stoffe, z.B. schaut mal HIER! Färbungen im Topf verlaufen dagegen eher zufällig.).

Fish on Friday!

27. August 2010

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Was hier fast wie eine Batik aussieht, wurde mit einer wässerigen Entfärberlösung gemalt:
ich habe 1 gestrichenen Teelöffel Entfärbersalz in 50ml Wasser aufgelöst und mit dieser Flüssigkeit auf einen schwarzen Baumwollstoff gemalt (dieses Mal ohne Verdicker!).
Man braucht dazu keinen Rahmen! Den Stoff einfach auf eine Zeitung legen und malen.
Wichtig: den Aquarellpinsel vor dem Auftrag so abstreifen, dass er nicht zu wenig und nicht zu viel Flüssigkeit enthält.
Mit zu wenig Flüssigkeit ergeben sich sehr feine Linien, die ziemlich unauffällig sind (rechts unten).
Mit zu viel Flüssigkeit können sich Patzer (rechts oben) oder auch mal Spritzer (rechts unterhalb des Fischs) ergeben.
Flächige Auftrag gelingt optisch am besten, das könnte man gut für eine Stoffgestaltung nutzen.
Die Basis-Anleitung für das Arbeiten mit Entfärbersalz steht übrigens HIER.
Wichtig zu wissen: das Entfärbersalz, mit dem wir hier arbeiten, entspricht nicht dem Entfärber, der in den Drogerien zu kaufen ist.
Wird der gelöste Entfärber aufgetragen, sieht man zunächst fast nichts. Erst wenn der feuchte Auftrag heiß gebügelt wird, tritt die Zeichnung hervor.
Es gibt zwei Möglichkeiten der Aktivierung:
ist der Auftrag bereits getrocknet, kann man mit dem Dampfbügeleisen arbeiten.
Ist der Auftrag noch feucht, kann man auch mit dem normalen Bügeleisen arbeiten (ich lege Backpapier zwischen Stoff und Bügeleisen).
Nicht jeder farbige Stoff lässt sich mit Entfärbersalz mustern, deshalb vorher immer an einer Probe machen oder unsichtbar am Saum testen!

Wie immer gibt es am Freitag bei Anja Rieger viele Fische zu sehen - schaut mal vorbei!

Fish on Friday!

20. August 2010

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“Ich koche, also bin ich!”

war das Motto einer engagierten Kooperation zwischen Wolf Schönmehl, einem bekannten Gourmetkoch aus der Kurpfälzer Region (Heidelberg-Mannheim-Ludwigshafen) und dem St. Anna-Haus in Mannheim, einer Nachsorgeeinrichtung für chronisch psychisch kranke Menschen.

Für dieses Projekt bemalten Bewohnerinnen und Bewohner des St. Anna-Hauses mit Textilfarbstiften Baumwollschürzen, und eine dieser tollen Arbeiten ist oben zu sehen. Der fröhliche Fisch, der dort auf einer Platte ruht, diente sogar als Vorbild für den Titel des schön gestalteten Kochbuchs, das aus diesem Projekt entstand.
Auf dieser Seite findet man viele Informationen zu dieser beispielhaften Zusammenarbeit engagierter Menschen, einige Abbildungen aus dem Buch und leckere Rezepte, die von Wolf Schönmehl und seiner Frau Andrea Spitznagel stammen.

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Wolf Schönmehl ist inzwischen leider nicht mehr im Heidelberger Schloss anzutreffen, aber seine exzellente Küche kann man nun im Schützenhaus Oftersheim genießen (mehr dazu HIER).

In Heidelberg befindet sich übrigens die berühmte Sammlung Prinzhorn, die auch besichtigt werden kann.
Dabei handelt es sich um eine unvergleichiche Sammlung anrührender Kunstwerke, die von Patienten in Psychiatrien stammen - hauptsächlich aus den Jahren 1919 - 1922 (einige sind hier zu sehen). Der Ausdruck, die Kraft und Verzweiflung, aber auch die Poesie dieser Arbeiten lässt wohl niemand unberührt!
ALSO UNBEDINGT BESUCHEN, WENN IHR EINMAL INS RHEIN-NECKAR DELTA KOMMT!

Und zum Schluss noch ein besonderer TIPP aus dieser Sammlung: die bestickte Jacke von Agnes Richter! Über Google-Bilder findet Ihr noch weitere Abbildungen und Berichte, insbesondere auch HIER!

Wie immer am Freitag gibt es viele interessante Fische auf Anja Riegers Seite zu sehen! Viel Spaß dabei!

Seidenorganza entbasten

16. August 2010

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Diese Abbildung zeigt einen entbasteten Seidenorganza 2.8 (farbintensiv und gleichzeitig federleicht und schmuseweich!):

Organza nimmt Farbe besonders schön an und seine natürliche Steifheit ist eigentlich sehr beliebt, da diese die Gestaltung edler Schals, Stolen, Bekleidung oder Wohnaccessoires erlaubt. Die Steifheit stammt vom natürlichen Seidenleim, der bei Organza bewußt nicht vollständig entfernt wird.
Für manche Projekte wird aber ein weiches, fließendes Organzagewebe gewünscht.
Es gibt eine einfache Möglichkeit, den Seidenleim zu entfernen (d.h. den Stoff zu entbasten): man kocht ihn zusammen mit Soda ca. 30 Minuten im Topf.
Seidenorganza 2.8 wird so zur feinsten Schleierseide - leichter noch als Chiffon, zudem glatter und glänzender!
Auch der etwas schwerere Seidenorganza 5.5 wird wunderbar weich, und seine intensive Farbwiedergabe bleibt -gemessen an seinem geringen Stoffgewicht- unvergleichlich schön!

Beim Organza, der oben abgebildet ist, wurde die feuchte Seide, nach Entfernen des Seidenleims, in der Mitte gefaltet und auf die glatte Rückseite einer Noppenfolie gelegt. Mit einem breiten Pinsel habe ich dampffixierbare Seidenmalfarbe zügig aufgetragen und die Flächen mit einem trockenen Pinsel in einander verrieben. Der leicht strukturierte Untergrund ergibt -ganz ohne Anstrengung- ein hübsches Muster… Nach dem Trocknen die Seide fixieren, dann bügeln. Das ergibt zum Beispiel einen voluminösen, werich fallenden Schal (den man noch plissieren könnte) oder Stoff für ein transparentes Oberteil (das man noch stellenweise befilzen könnte).

REZEPT FÜR EINFACHES ENTBASTEN:
Einweichen:
Den Stoff zuerst für etwa 10 Minuten in Wasser einweichen.
Kochen in Sodalösung:
Rezept: Die Menge des Sodas muss abgestimmt werden auf das Gewicht des Gewebes. Man geht dabei von 8-10% des Stoffgewichts aus. Nehmen wir mal an, wir wollen 2m Organza 5.5 (105cm breit) entbasten. Das Stoffgewicht beträgt 52g/m, d.h. 2m dieses Gewebes wiegt dann 104g.
10% davon entsprechen etwa 10g, was wiederum etwa einem gestrichenen Esslöffel entspricht. Soda in etwa 1 Liter Wasser vollständig auflösen und diese Lösung, zusammen mit einem Tropfen Spülmittel ins Kochwasser geben (wir haben hier etwas etwas mehr Wasser genommen, das hat ebenfalls funktioniert). Den Stoff darin etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Spülen:
Nach dem Abkühlen muss neutralisiert werden. Man gibt den Stoff dazu in ein warmes Bad mit einem Spritzer Essigessenz. Nach dem Spülen das Gewebe ausdrücken und trocknen lassen, dann kann es, wie gewünscht, weiterbearbeitet werden.

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TOLLER EFFEKT: SHIBORI-ENTBASTEN!
Interessante Effekte ergeben sich, wenn der Stoff vor dem Entbasten teilweise reserviert wird. An den abgedeckten Stellen bleibt der Seidenleim bestehen, an den freien Stellen wird entbastet. Wie beim Beispiel oben zu sehen ist, ergeben sich dadurch beim anschließenden Färben zusätzliche Muster.
Die besten Resultate erzeilt man durch Abklemmen mittels Schablonen. Beim Beispiel oben haben wir zum einen zwei gleich geformte Ovale aus Sperrholz verwendet, deren Musterung oben zu sehen ist. Durch den Seidenleim wird die Farbe noch intensiver angenommen - man sieht das an dem “Blütenmuster” oben.
Zusätzlich haben wir Wäschklammern benutzt, die ein attraktives Punktemuster ergeben (man sieht das hier nicht; ein entsprechendes Bild stelle ich in den nächsten Tagen ein).
Das Vorgehen gleicht dem beim Shibori-Färben: der Stoff wird gefaltet, zwischen die beiden identischen Schablonen fest gepresst (dazu nimmt man entweder starke Klammern zur Hilfe oder die Schablonen werden fest mit Schnur umwickelt). Dann wird das Stoffbündel nach dem Rezept oben entbastet und gespült, geöffnet und weiter nach Wunsch bearbeitet.
Dieser Shibori-Effekt eignet sich vor allem für Seidenorganza 5.5 oder schwerer, da er bei diesen Geweben besonders gut zu sehen ist.

Das Rezept haben wir dem Buch von Yoshiko I Wada entnommen:
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Memory on Cloth: shibori now. Description: follow up to first Shibori book; survey of international contemporary artists working most innovatively with shibori in fashion, textile design, wearable art, sculpture (ISBN 4-7700-2777-X).
Es lässt sich direkt über den Shop von Yoshiko I Wada bestellen oder über Amazon.
Hier der Link zu Yoshiko Iwamoto Wadas Website und zu World Shibori Network mit vielen Informationen!

Fish on Friday!

13. August 2010

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Als Brunhilde Scheidmeir mich bei einem Besuch im Laden bat, ein paar Fische auf ein Blatt Papier zu kritzeln, wüßte ich noch nicht, was sie damit vorhatte.
Wir unterhielten uns, ich kritzelte… und eine Woche später hat sie mich dann mit einigen Blueprints (Cyanotypien) überrascht! DANKE!!!

HIER gibt es die ausführliche Anleitung zu dieser Fotodrucktechnik!

Für die Cyanotypie oben hat Brunhilde die Kritzelfische im Copyshop auf eine transparente Folie drucken lassen. Anschließend wurden die kopierten Fische auseinander geschnitten um einzelne Folienfische zu erhalten. Diese hat Brunhilde, zusammen mit einuigen Sukkulenten (die hier wie Wasserpflanzen aussehen!), auf einer vorbereiteten, lichtempfindlich gemachten Seide arrangiert und dem Sonnenlicht ausgesetzt: so kam das Bild fest auf den Stoff (waschfest!).

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Für die folgende Cyanotypie wurde die Salzlösung, die den Stoff lichtempfindlich macht, auf einen Bio-Baumwollbatist aufgetragen. Nach dem Trocknen hat Brunhilde die Folienfische aufgelegt und das Ganze der Sonne ausgesetzt.
Nach dem Entwickeln kam der Stoff noch in ein Eisenbad, wodurch das Gewebe und der Druck nachdunkelte. Toller Effekt!

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Obwohl die Fische auf diesem Bild kaum zu sehen sind, gefällt mir diese Cyanotypie besonders gut! Der Effekt entsteht dadurch, dass die Blueprintfarbe nicht deckend ist und sich mit dem vorgefärbten Untergrund mischt!
Grundlage ist also eine vorgefärbte Seide, auf welche die Blueprintlösung aufgetragen wurde. Nach dem Trocknen hat Brunhilde die Folienfische und einige Skelettblätter aufgelegt und das ganze Arrangement der Sonne ausgesetzt.

Wie jeden Freitag sind auf Anja Riegers Seite Links zu vielen interessanten Fischen zu finden!

Blueprint (Cyanotypie): Fotodruck auf Stoff

13. August 2010

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Wie kommt das Bild auf den Stoff?
Blueprint oder Cyanotypie ist ein Fotodruckverfahren, das zu den ältesten Fotografietechniken gehört. Auf hellen Naturstoffen, auf Leinwand und festem Papier ergeben sich wundervolle Bilder in vielfältigen Blauschattierungen, die an Indigofärbungen erinnern. Das Bild oben stammt aus den ersten Versuchen meines Bruders Fritz Jeromin. Die Reihung der Pflanzen hat solch einen hübschen Rhythmus, dass dieser Blueprint immer noch zu einem meiner Lieblingsbilder gehört. Wie wird so etwas also gemacht?

Das Prinzip der Cyanotypie ist einfach!
Kurz zusammengefasst:

Der Untergrund wird mit einer lichtempfindlichen Lösung bestrichen und trocknen gelassen. Auf diesen beschichteten Grund wird dann ein Motiv gelegt und UV-Licht ausgesetzt. Nach dem Belichten wird das Motiv abgenommen und die Reste der Lösung ausgewaschen. Das Motiv ist nun fest auf dem Untergrund.
Wer ein wenig über den geschichtlichen Hintergrund lesen möchte, findet diesen bei WIKIPEDIA und HIER.

So kommen die Bilder mit Blueprint auf den Stoff
1. Stoff beschichten: Um den Stoff lichtempfindlich zu machen, wird er mit einer Salzlösung imprägniert: dazu werden zwei Salze nach Anleitung aufgelöst und diese Mischung auf das Gewebe gebracht, indem entweder der Stoff in die Flüssigkeit getaucht oder diese mit einem Pinsel aufgetragen wird.
In der Regel enthalten die Blueprint-Packungen Salze für 200ml Fotolösung.
REZEPT:
100g Eisen(III)-Ammoniumcitrat und 40g Kaliumeisen(III)-Cyanid werden in 1 Liter lauwarmem Wasser vollständig aufgelöst. Leichte Stoffe werden kurz eingetaucht und ausgedrückt. TIPP: Schwere Stoffe vor dem Auftrag der Fotolösung appretieren (z.B. mit Aquarellgrund oder Stärke). Die Fotolösung bleibt so auf der Oberfläche des Stoffes stehen und sickert nicht ein.
Diese Menge ergibt auf einer dünnen Pongéseide viele Meter Beschichtung, während sie bei schwerer Baumwolle oder Leinen weniger weit reicht.
2. Stoff bei wenig Licht trocknen lassen: Nach dem Trocknen zeigt das Gewebe eine helle gelbgrüne Farbe. Es ist jetzt lichtempfindlich, kann aber in einem Raum ohne direkte Sonnenbestrahlung gelagert werden. Wichtig ist, dass der Stoff beim Trocknen keine Falten bekommt, da diese beim Belichten stören würden.
3. Belichten (Drucken): Der beschichtete, trockene Stoff wird auf eine ebene, glatte Unterlage gelegt. Auf den Stoff kommt nun die Bildvorlage, das Negativ.
Das Negativ deckt den Stoff teilweise ab und sorgt dafür, dass die Belichtung durch die Sonne ein Muster erzeugt: an den freien Stellen verdunkelt sich die Beschichtung und erhält schließlich eine graugrüne Tönung, während die durch die Vorlage abgedeckten Stellen hell bleiben.
Für klare, randscharfe Drucke ist es wichtig, dass die Vorlage überall dicht auf dem Stoff liegt. Pflanzenmaterial also am besten durch eine Glasplatte fest auf den Stoff pressen, dann hat auch der Wind keine Chance…
Die Belichtungszeit variiert zwischen 10-15 Minuten in der prallen Sommersonne bis zu etwa 75 Minuten an dunklen Wintertagen.
Bei schlechten Lichtverhältnissen im Winter kann zum Belichten eine künstliche UV-Lichtquelle eingesetzt werden: z.B. eine Höhensonne.
TIPP KONTROLLSTREIFEN: Um den richtigen Belichtungszeitpunkt für einen kontrastreichen Druck zu bestimmen, wird ein Kontrollstreifen hergestellt: auf einen schmalen Papierstreifen (ca. 20×3cm) werden beim Beschichten des Stoffs gleichzeitig fünf Tropfen der Lösung in gleichmäßigen Abständen aufgetragen. Beim Belichten wird der Streifen direkt neben den Stoff gelegt, damit er die gleiche UV-Strahlung erhält. Zur Prüfung der Belichtungszeit wird der erste Tropfen unter fließendem Wasser abgespült. Wenn das Blau noch nicht richtig ist, nach einigen Minuten den zweiten Tropfen prüfen.
4. Auswaschen (Entwickeln): Jetzt sind wir fast fertig! Der Stoff sollte nur noch unter fließendem Wasser ausgespült werden. Die Farbe verwandelt sich dabei innerhalb von wenigen Sekunden in ein sattes Blau! Auf allen belichteten Partien ist die Beschichtung unlöslich und fest mit dem Stoff verbunden. An den nicht belichteten Stellen wird die Beschichtung ausgewaschen: die ursprüngliche Farbe des Stoffes wird wieder sichtbar.
WICHTIG: solange der Stoff noch feucht ist, kann die Farbe im Stoff noch wandern und den Druck verschwimmen lasen. deshalb liegend trocknen! Innerhalb der ersten Stunden dunkelt der Druck noch etwas nach.

Motive und Vorlagen
Fundstücke direkt auflegen - Naturdruck:
Blätter, Gräser, Federn können aufgelegt, Körner können aufgestreut werden. Aber auch schöne Spitzen, Perlen und ähnliches eignen sich hervorragend.
Folien herstellen, entweder im Copyshop oder am PC:
Familienfotos, Zeichnungen, alte Stiche, Schriften, Stempeldrucke und vieles mehr können auf transparente Folien gebracht werden.
Damit der Fotodruck richtig erscheint, sollte das Motiv bei der Herstellung der Folie als Negativ gedruckt und gespiegelt werden (das ist insbesondere bei Schriften wichtig!).
Blueprints besitzen eine sehr hohe Auflösung. Sie bilden alle Helligkeitsstufen ab. Die Bildschärfe hängt alleine von der Güte und dem Kontrast der Vorlage ab.
Sollen Fotos mit dem Kopiergerät auf eine Transparentfolie gebracht werden, empfehlen wir, einen Farbkopierer zu benutzen, da dieser in der Regel eine höhere Bildauflösung besitzt als ein Schwarz-Weiß-Gerät. Möglichst eine Einstellung wählen, die etwas dunkler druckt als normal.

Das wird gebraucht:
Das Blueprint-Set (zwei Salze für die lichtempfindliche Lösung); einen breiten Pinsel zum Auftragen der Lösung; das Motiv; den gewünschten Stoff (je nach Projekt) und eine Glasplatte, die das Motiv während der Belichtung plan auf dem Stoff hält und vor dem Wind schützt.
Als Grundgewebe kommen alle hellen Naturstoffe in Frage. Zu Beginn raten wir zu leichten bis mittelschweren Stoffen mit glatter Oberfläche (Pongé 08, Crêpe de Chine, Baumwollbatist, Popeline), weil diese sich einfach beschichten lassen und die Motive besonders gut wiedergeben. Für professionelle Experimente eignen sich aber auch Samt und strukturierte Oberflächen! Drucke auf Samt sehen traumhaft aus!

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Echtheiten
Lichtecht: Blueprints besitzen eine Lichtechtheit, die vielen Seidenmalfarben überlegen ist. Sollte der Fotodruck einmal verblassen, ihn einfach in einen dunklen Schrank legen – dort dunkelt er innerhalb von wenigen Tagen wieder nach.
Waschecht: Blueprints können gewaschen werden: bitte mit pH-neutralen Waschmitteln (Seidenwaschmitteln), da Lauge auf Blueprint als Entfärber wirkt. Blaudrucke können chemisch gereinigt werden.

Variationen
Blueprints ergeben bei voller Belichtung und weißem Untergrund einen satten, leuchtenden Blauton, der an Indigo erinnert. Auf beigefarbenem Untergrund erscheint das Blau dunkler und gedeckter. Fotodrucke können auch auf einen gefärbten oder bemalten Stoff aufgebracht werden: die Farben mischen sich dann: ein Blueprint auf rotem Stoff erscheint z.B. als violetter Druck. Blueprints können auch mit Seidenmalfarbe koloriert, zusätzlich bemalt oder bestickt werden

Projekte
Die Fotodrucke eignen sich für eine Vielzahl von künstlerischen Anwendungen. Vor allem im Patchwork-Bereich gibt es inzwischen weltweit Künstlerinnen, die Blueprints für ihre Arbeiten einsetzen. Die Blaudrucke eignen sich z.B. auch für Schals, für Applikationen auf Taschen und T-Shirts, für Grußkarten, für Kissen und andere Wohndekorationen und vieles mehr. Auf Märkten sind Fotodrucke der Umgebung oder heimatlicher Gebäude sehr beliebt; über ein Familienfoto als Blueprint freuen sich auch die, die schon alles haben.
Unser Tipp: um mit Beschichtung, Belichtungszeiten und Motiven vertraut zu werden, experimentieren zum Einstieg mit kleineren Stoffstücken einer einzigen Stoffqualität experimentieren (z.B. Crêpe de Chine 10), die später zu einem Patchwork (Schal, Tasche, Bild) zusammengesetzt werden können.

INSPIRATION - UNBEDINGT ANSCHAUEN:
Hier gibt es die kreativen Cyanotypien von Brunhilde Scheidmeir!
Eben habe ich noch die romantischen Leinenbezüge von Joanna Slotwinska gefunden!

Josh Blackwell

10. August 2010

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Wie ich auf die bestickten Plastiktaschen von Josh Blackwell gestoßen bin, weiß ich nicht mehr (Nachtrag: der Weg könnte über Design*Sponge gelaufen sein. Zumindest sehe ich eben, dass dort ebenfalls ein Artikel über Josh Blackwell veröffentlicht wurde…).
Es war Liebe auf den ersten Blick! Diese Farben, diese kraftvollen Stiche!
Hier ist der Link zu Josh Blackwells Seite, hier zu seiner Serie bestickter Taschen und hier zu weiteren Arbeiten von Josh Blackwell.
SEHENSWERT!!!

Fish on Friday!

6. August 2010

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Diesmal: eine Kombination aus Monoprint mit anschließender Kritzelei!
Aber der Reihe nach…

Stempel:
Vom letzten Freitag hatte ich noch die Papierschablone, nach der ich die Rosenfische ausgeschnitten hatte. Mit deren Hilfe habe ich auf Moosgummi 3mm einen Fischstempel aufgemalt, mit der Schere ausgeschnitten und auf ein Stück Plexiglas aufgeklebt.

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Material:
Weiße Tragetasche aus Baumwolle, gebügelt.
Farbe:
DekaPrint, eine sehr gute Druckfarbe aus Wasserbasis, die sich ausgezeichnet für Stoffdruck, Siebdruck, Schablonieren, Monoprint und Monotypie eignet (eine ausführliche Anleitung stelle ich in Kürze ein). Ich habe aus Zitrone, Hellblau und wenig Weiß die Farben angemischt.
DekaPrint trocknet schnell und kann für meine Technik gut benutzt werdem, da sie (im Gegensatz zur ölhaltigen Stoffdruckfarbe) eine anschließende Kritzelei nicht abstößt.
Zum Kritzeln habe ich wieder den schwarzen Signierstift verwendet, der waschfest ist.
Werkzeug:
Stempel; zwei Farbroller zum Auftragen der beiden Farben; Platten oder Pappteller zum Ausrollen der Farbe; Schreibmaschinenpapier; fusselfreie Lappen/Küchenkrepp; zum Mustern der Monoprints: Radiernadel/Strähnchenkamm/alte Gabel/Nagel; eine Moosgummiplatte als Druckunterlage.
Vorgehen:
Tisch abdecken. Papier in die gebügelte Einkaufstasche stecken, damit der Druck nicht durchschlägt. Beim Drucken habe ich mit dem Fisch unten in der Mitte angefangen und mich von da an weitergehangelt. Man kann sich natürlich auch das Muster vorher ausdenken, ausmessen und die Position der Drucke mit einem Phantomstift markieren. Aber wenn es schnell gehen muss, geht es auch spontan, weil ein Handdruck nicht ganz so perfekt aussehen muss.
Also: Farben anmischen, in einer feinen Schicht auf den Fisch auftragen und drucken.
Monoprint
Monoprint ist eine Variation der Monotypie: ein flächiger Stempel erhält eine handgearbeitete Musterung, die einen einmaligen Druck erlaubt.
Man könnte zum Beispiel die Farbe nicht gleichmäßig mit einem Roller auftragen, sondern -mit einem feinen Borstenpinsel- mehrere Farben in unterschiedlichen Mustern. Die Form des Drucks ist so immer gleich, nicht aber die gewählten Farben bzw. die Muster.
Bei unserem Beispiel oben habe ich die Farben mit dem Roller aufgetragen, aber ich habe Muster in die Farbe eingekratzt (also Farbe durch Musterung weggenommen). Es entsteht z.B. ein grüner Fisch mit einem hellen Sternchenmuster.
Im Anschluss ist die Tasche in diesem Zwischenstadium zu sehen: bedruckt mit Monoprints, jedoch noch ohne die schwarze Kritzelei.
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Letzter Schritt: Kritzelei
Die Muster wurden mit schwarzem Signierstift nachgezeichnet. Bewußt leicht neben dem hellen Muster, damit so optisch ein nicht ganz passgenauer Siebdruck nachgeahmt wird (solche Muster liebe ich…).
Das Ganze wird nach dem Trocknen durch Bügeln fixiert. Dann sieht die Tasche wie oben im Artikel aus.

Wie immer am Freitag gibt es bei Anja Rieger Links zu vielen interessanten Fischen zu sehen!
Und dazu heute noch ein EXTRA: ein süßer kleiner Fisch in Lavendelumdruck von Anja Rieger!